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Krankenhaus-Mitarbeiter streiken für Tarifvertrag und mehr Lohn

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Wie angekündigt folgten gestern Mitarbeiter der Kliniken Delitzsch und Eilenburg dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik, der zur Frühschicht begann und bis Nachmittag dauerte.

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Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Verdi und die Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH befinden sich seit März 2014 in Verhandlungen um einen Haustarifvertrag für rund 450 Klinikangestellte des nichtärztlichen Personal. Dazu gehören insbesondere Krankenschwestern, Pfleger und Therapeuten. "In 13 Verhandlungsrunden konnte keine Einigung erzielt werden, deshalb haben wir zum Arbeitskampf aufgerufen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Damian Putschli,

Um 5 Uhr versammelten sich die ersten Streikenden auf dem Delitzscher Roßplatz. Gegen 10 Uhr reihen sich dann rund 180 Personen in den Demonstrationszug ein, der durch die Breite Straße zum Markplatz führte. "Das sind für ein so kleines Haus bei einem Organisationsgrad von rund 60 Prozent sehr viele", schätzte Putschli ein.

Mit Trillerpfeifen machten die Demonstrierenden auf ihre Forderungen lautstark aufmerksam. Auf Plakaten war zu lesen: "Gutes Geld für gute Arbeit" oder "Leistung kostet! Wir fordern Tarifvertrag jetzt!" Im Demonstrationszug wurde deutlich, was die Streikenden bewegt. "Wir machen das hier nicht aus Spaß. Es geht um Gerechtigkeit. Jetzt sind wir mal dran", denn andere im Haus würden auch mehr Geld bekommen", so eine Krankenschwester. Es sei ein sehr unangenehmes Gefühl zum Schichtende, nicht alles geschafft zu haben, weil Arbeits- und Pflegeaufwand stetig wüchsen. "Schade, dass alles abrechenbar sein muss. Das ist in der Krankenpflege nicht gut, denn es geht letztlich um die Patienten", sagte Annett Eckert, die bis 2009 im Krankenhaus tätig war und sich nun mit ihren ehemaligen Kolleginnen solidarisierte.

Auf dem Markt stoppte der Zug für eine kurze Kundgebung. Damian Putschli erklärte, worum es Verdi geht. Ein Krankenhaus ohne Tarifvertrag sei nicht zeitgemäß, deshalb lautet die Lohnforderung von Verdi 92 Prozent des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes für kommunale Krankenhäuser. "Die Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses behaupte, sie könne das nicht bezahlen. Warum können es aber die Kliniken in Grimma und Wurzen?", fragte Putschli in die Runde. Danach zog der Zug weiter bis zum Bürgerhaus. Dort sprach Ines Kuche, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin für Leipzig-Nordsachsen zu den Streikenden.

"Um die Patientensicherheit in den Kliniken zu gewährleisten wurde mit Verdi eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. Sechs geplante Eingriffe wurden in Delitzsch und sieben in Eilenburg abgesagt", informierte der Ärztliche Direktor, Chefarzt Sigurd Hanke, auf Anfrage. In der Redaktion rief ein Patient aus dem Landkreis an, der gestern operiert werden sollte und wieder nach Hause geschickt wurde. "Seit Tagen schlafe ich unruhig wegen der Operation, war eigentlich ein bisschen erleichtert, als der Termin endlich ran war. Nun musste ich wieder gehen. Die Warterei gefällt mir nicht. Dennoch habe ich Verständnis für den Streik. Wer arbeitet sollte von seinem Lohn auch leben können", sagte der Mann, der darum bat, anonym zu bleiben. (Name ist der Redaktion bekannt). "In der Klinik Delitzsch wurde aber eine dringliche OP durchgeführt. Auch eine Notoperation in der Klinik Eilenburg konnte ohne Zwischenfälle vollzogen werden. Dank des Einsatzes unserer Mitarbeiter war die Versorgung von Notfall- sowie der stationären Patienten während der gesamten Streikphase gesichert", so Hanke weiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2015
Thomas Steingen

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