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Kreuzheben: Weltrekord in Eilenburg

Kraftsport Kreuzheben: Weltrekord in Eilenburg

Die Kraftsportler des Vereins Kraft & Fitness Eilenburg haben es geschafft: Sie haben einen neuen Weltrekord im 12-Stunden-Kreuzheben aufgestellt. Die nächste Bestmarke soll womöglich bald folgen.

So jubeln Weltrekordler.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Eilenburg. Zwölf „wilde Kerle“, zwölf Stunden und eine unglaubliche Kraft- und Willensleistung. Am Ende steht der Erfolg. Das wild entschlossene Dutzend des Kraft- und Fitnessvereins Eilenburg hat sich den Weltrekord im Kreuzheben über zwölf Stunden geholt. Sie haben den bis dahin bestehenden Rekord von gehobenen 453,59 Tonnen geradezu pulverisiert und schafften mehr als das vierfache, kamen insgesamt etwa auf 1980 Tonnen.

Warum das exakte Ergebnis noch nicht feststeht, erklärt der Mann an der Spitze dieses gelungenen und fantastischen Weltrekordversuches, Marcel Mette, so: „Wir müssen uns die Aufnahmen noch einmal genau anschauen, um Doppelklicks beim Zählen oder auch unsaubere Ausführungen auszuschließen. Das dauert aber bestimmt zwei, drei Tage. Deshalb könne wir noch keine konkrete Zahl nennen.“

Bis dahin werden die starken Männer vom unweigerlich eintretenden Muskelkater wahrscheinlich auch wieder befreit sein. Torsten Kammer, mit 46 Jahren der Älteste in der Mannschaft, hat vorsichtshalber ein paar Tage Urlaub genommen. „Am Montag und Dienstag wird es sicher weh tun, dann will ich aber wieder trainieren.“

Mit dabei waren Marcel Mette, Lion Jens Lowag, Stephan Strauß, Torsten Kammer, Thomas Czerwinski, Paul Heddrich, Daniel Ebert, Sebastian Seidel, Petrik Kaiser, Christopher Görns, Hannes Lenz und Kay Wunderlich. Das Team hatte sich akribisch auf diesen Moment vorbereitet, nichts, aber auch gar nichts dem Zufall überlassen, hoffte auf viel Unterstützung und bekam sie. Dass der Live- stream im Internet schon nach der halben Zeitdistanz zusammenbrach, war allein dem großen Interesse „zu verdanken“. Bereits nach zwei Stunden und 41 Minuten war der Rekord gebrochen. Alles, was danach kam, soll die Bestmarke für lange Zeit unantastbar machen. So die Idee der Eilenburger.

90 Kilogramm wog die Hantelstange einschließlich der Gewichte an beiden Seiten. Darauf hatte sich das Team vorab geeinigt. Das war eine Größenordnung, die auch über die gesamten zwölf Stunden zu bewältigen schien. Die Entscheidung war richtig. Keiner der zwölf Athleten setzte auch nur einmal aus. Im stetigen Wechsel spulten die Männer ihre Übungen ab. Dass sie zwischendurch auch mal Schwächephasen hatten, verschwiegen sie nicht. Daniel Ebert berichtete davon, dass er zwar zwei, drei Tiefs hatte, sich aber dank der Motivation seiner Leute wieder herauskämpfte.

Die letzte Stunde des Wettkampf gegen die Zeit und mit dem Eisen gaben die Männer noch einmal richtig Gas. „Die vielen Zuschauer motivieren schon, allerdings muss man ziemlich aufpassen, dass man sich nicht übernimmt“, sagte Paul Heddrich. Der haute dann am Samstag kurz vor Schluss noch einen gewaltigen Hammer raus: 50 Wiederholungen am Stück. Da war es bereits 21.55 Uhr. Quasi anderthalb Arbeitstage lagen da hinter den Männern, in den Minipausen hielten sie sich bei Kräften und munter. Nicht zuletzt halfen Kaffee und Fingerfood – dafür sorgte das Team um Andrea Kammer. Ganze Arbeit leistete aber auch Physiotherapeut Maik Hartländer. Er sorgte dafür, dass manche Wirbel wieder an ihren Platz kamen, die Muskel nicht verkrampften. „Ich bin seit drei Stunden tot“, sagte einer der Akteure auf die Frage, wie es ihm ginge. Fairerweise bleibt sein Name ungenannt, denn alle, die an dieser Aktion beteiligt waren, haben geradezu übermenschliches geleistet. Jeder hob in den zwölf Stunden etwa 165 Tonnen. Das sind vier schwere Lkw mit Sattelzug. Kaum vorstellbar.

„Wann wir uns an den 24-Stunden-Rekord wagen? Ich glaube, da muss ich mit den Jungs später drüber reden“, so Marcel Mette. Er ist überglücklich und zufrieden. „16 Jahre habe ich darauf gewartet.“

Alle haben den den Weltrekordversuch unbeschadet überstanden, keiner verletzte sich. „Es gab nur die ganz normalen Gebrauchsspuren“, meinte Maik Hartländer scherzhaft. Also nur ein paar Kratzer und Blasen an den Händen.

Das Kreuzheben (englisch Deadlift – „Heben eines ruhenden Gewichts“) ist eine Kraftübung, bei der ein auf dem Boden liegendes Gewicht aus einer vornübergebeugten, stabilen Position hochgehoben wird. Es ist neben Kniebeugen und Bankdrücken eine Teildisziplin des Kraftdreikampfes und die letzte der drei Übungen eines Wettkampfes.

Von Ditmar Wohlgemuth

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