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Eilenburg Krise in Eilenburg: Kirchenältestetreten zurück, Pfarrer will weg
Region Eilenburg Krise in Eilenburg: Kirchenältestetreten zurück, Pfarrer will weg
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13:50 19.05.2015
Eckehart Winde Quelle: Andreas Bechert

Nun sind nur es noch vier. Sieben sind zurückgetreten. Und der Pfarrer wiederum hat darum gebeten, sich vorzeitig um eine Stelle anderswo "bewerben zu dürfen". Deshalb ist für heute, ab 17 Uhr, eine Sonderversammlung der Gemeindemitglieder im Gemeindehaus am Nikolaiplatz angesetzt, auch Propst und Superintendent sollen dabei sein.

Wie ist es zu all dem gekommen? Schließlich waren auch Pfarrer zuvor nie unumstritten. Einen derartigen Eklat hatte das jedoch nicht ausgelöst. - "Die Sommermonate waren im Zusammenleben der Gemeinde, des Gemeindekirchenrates und des Gemeindepfarrers unruhige Monate", so die Bekanntmachung, mit der zur Versammlung eingeladen wird. Letztlich habe es "einige Veränderungen gegeben, die noch längst nicht alles sichtbar machen, was noch geschehen sollte und wird".

"Es sind verschiedene Dinge gewesen, die zu Unmut geführt haben", erklärte Winde gestern auf Nachfrage der LVZ. Es habe eine Zusammenkunft des Gemeindekirchenrates gegeben, bei der um seine Versetzung gebeten wurde. Aber das sei nicht ohne weiteres möglich. Er wolle den Konflikten die Schärfe nehmen und eine Neuorientierung ermöglichen. Deshalb die Bitte um die Möglichkeit der vorzeitigen Bewerbung seinerseits. "Meine Person ist die, die ein bisschen der Stein des Anstoßes gewesen ist. Es existieren ganz unterschiedliche Vorstellungen innerhalb der Gemeinde, welche Erwartungen an hauptamtliche Mitarbeiter gestellt werden und welche Ausrichtung die Kirchgemeinde hat", beschreibt er einen der Konflikte. Sein Schwerpunkt liege auf dem Gottesdienst "und einer oft als traditionell verstandenen liturgischen Ausprägung". Doch es spielten ganz unterschiedliche Gründe, seiner Ansicht nach auch persönliche, mit.

Ausgetretene Kirchenältesten sprechen vor allem von Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Wenn auch immer wieder zugegeben wird, dass die in Eilenburg durchaus zu hoch sein könnten. Vor einigen Jahren gab es noch zwei Pfarrer in der Gemeinde. "Doch alles läuft zu Lasten der Ehrenamtlichen", ist da zu hören. Da würden täglich Stunden investiert und es komme nicht gut an, wenn der hauptamtlich Bezahlte eher auf die vorgeschriebenen Arbeitszeiten abzielt.

"Verfügbarkeit, Erreichbarkeit, die Fähigkeit, auf andere zuzugehen, Führungsqualitäten, die Fähigkeit, zu unterscheiden, wo jemand Unterstützung in ehrenamtlicher Arbeit braucht und wo es von allein läuft", deutet Torsten Pötzsch, einer der zurückgetretenen Kirchenältesten, an, was vermisst wurde. Es ginge jedoch nicht gegen die Person. Denn jeder Mensch sei anders, auch jeder Pfarrer. Es habe seit Beginn der Amtszeit Windes unzählige Gespräche gegeben. Letztendlich sei die Lösung, die nach dem Versetzungsantrag seitens der höheren Leitungsebene der Kirche angedacht war, nämlich einfach aufs Ende Regel-Verweilzeit von fünf Jahren zu warten, für den Vorstand nicht akzeptabel gewesen. "Wir wollten ein Zeichen setzten, auch gegenüber der kirchlichen Führungsebene."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2014
lis

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