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Künftig gilt nur noch ein einheitlicher Grundschulbezirk in Eilenburg

Verteilung Künftig gilt nur noch ein einheitlicher Grundschulbezirk in Eilenburg

Vor allem damit jedes Kind künftig einen Hortplatz bekommen kann, soll es statt der drei Schulbezirke in Eilenburg ab dem Schuljahr 2017/18 nur noch einen geben. Eltern können also wählen, wohin ihr Kind geht. Aber vor allem kann die Stadt die Schülerverteilung besser steuern.

Die Grundschule Ost kann künftig vor allem mit Hortplätzen aufwarten.

Quelle: Wolfgan Sens

Eilenburg. Ab dem Schuljahr 2017/18 wird es in Eilenburg nur noch einen Schulbezirk geben. Bisher sind es drei. Sie entsprechen den Stadtteilen für die Grundschulen Berg, Ost und für die Belian-Grundschule in Mitte. Grund für die neue Regelung sind vor allem die Hortplätze. Nur mit einem gemeinsamen Schulbezirk könnten sie künftig für jedes Kind zur Verfügung gestellt werden, begründete die Stadtverwaltung den Beschlussvorschlag, der in der Ratssitzung am Montag diskutiert und beschlossen wurde.

Für Eilenburger Eltern bedeutet das zwar, dass sie ihre Kinder künftig in der Grundschule ihrer Wahl anmelden können. Bisher war ein Schulbesuch außerhalb des Bezirks nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Aber für die Stadt bedeutet es, dass sie bei Überbelegungen besser versuchen kann, Schüler an andere Schulen zu bringen. Das erläuterte Ralf Bergner, Leiter der Leipziger Außenstelle der Bildungsagentur, in der Ratssitzung. „Andere Kommunen versuchen das, indem sie Jahr für Jahr neue Schulbezirke definieren. Aber davon rate ich in der Regel ab. Geschwisterkinder kommen so urplötzlich an unterschiedliche Schulen“, unterstützte er das Vorgehen der Stadt.

Wohnortnähe bleibt wichtig

Um Grundlagen zu schaffen, segneten die Räte ebenfalls Entscheidungsleitlinien für die Aufnahme in Grundschulen und Horten ab: Wichtigstes Kriterium soll die Wohnortnähe bleiben. Ausnahmen gibt es unter anderem, wenn Barrierefreiheit nötig ist, die nur die Grundschule Berg bietet, oder wenn bereits Geschwisterkinder in der Schule sind. Aber auch soziale Gründe wie alleinerziehende Eltern, Arbeitsweg oder Betreuung durch Großeltern sollen betrachtet werden. In den jeweiligen Hort werden wiederum bevorzugt die Kinder aufgenommen, die die entsprechende Grundschule besuchen.

Sind jedoch alle Plätze belegt müsste am Ende das Los entscheiden, welche Kinder noch den Platz im gewünschten Hort und der Grundschule bekommen oder nicht. Bei einer zweizügigen Schule gilt angesichts der geltenden Obergrenze von 28 Schülern pro Klasse: Es können nur 56 Abc-Schützen aufgenommen werden. „Der Schulleiter hat dann die Handhabe, den Besuch zu untersagen“, verdeutlichte Berger. Besonders in der Belian-Grundschule zeichnet sich ab, dass diese Zahl überschritten wird. Doch wann, wie lange und um wie viel, darauf will sich Annett Krause, Leiterin vom Bereich Bürgerservice, mittlerweile nicht mehr festlegen: Letztendlich habe es in den vergangenen Jahren immer wieder überraschende Entwicklungen gegeben.

Keine zwei Kitas

Rainer Weihmann (SPD) kritisierte ebenso wie Steffi Schober (CDU), dass im Vorfeld zwar mit Schulleiterinnen, Bildungsagentur und mit dem Verkehrsamt des Landkreises gesprochen wurde, jedoch nicht mit Elternvertretern. Denn selbst wenn erst künftige Schülergenerationen betroffen seien, hätten diese Gremien doch die Kompetenz, bei solchen Entscheidungen mitzureden. „Ich sehe das allein als Mittel, um den Hortneubau in Eilenburg-Ost zu legitimieren“, stellte zudem Hans Poltersdorf (CDU) fest. Annett Krause, Leiterin des Bereichs Bürgerservice hielt entgegen: „Nur im Stadtteil Ost können mit dem Hortneubau zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.“ Denn zum einen müssen die Grundschüler dort nicht mehr in entfernte Kindereinrichtungen zur Hortbetreuung gebracht werden. Außerdem werden Plätze für Kindergarten- und Krippenkinder frei gemacht. „Die Stadt ist nicht in der Lage, zwei Kitas zu bauen“, so Krause.

„Natürlich gibt es Eltern, die in Zukunft gesagt bekommen, dass ihre Kinder zwar die gewünschte Schule besuchen können, dass es aber dort keinen Hortplatz gibt“, begründete dagegen Stadtrat Torsten Pötzsch (SPD) seinen Standpunkt pro einheitlichem Schulbezirk. Doch immerhin würden Kinder selbst in Wohnortnähe heute zum größten Teil mit dem Auto gefahren. Am Ende stimmten vier Stadträte gegen die Einführung des einheitlichen Schulbezirks, zwei enthielten sich der Stimme.

Von Heike Liesaus

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