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Eilenburg Kulturchef Leihe: Eilenburger Bürgerhaus wichtiger Standortfaktor
Region Eilenburg Kulturchef Leihe: Eilenburger Bürgerhaus wichtiger Standortfaktor
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00:18 06.11.2016
Blick auf das Eilenburger Bürgerhaus. Quelle: LVZ
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Eilenburg

Vor zehn Jahren, am 4. November 2006, wurde das Eilenburger Bürgerhaus nach umfassender Renovierung und Umbau wiedereröffnet. Die Muldeflut-Katastrophe im August 2002 hatte auch diesem Gebäude arg zugesetzt. Im LVZ-Interview ziehen Ralph Weitzel (51), seit 2009 Klubhausleiter, und Heiko Leihe (49), seit 2008 der Leiter des städtischen Eigenbetriebes Kulturunternehmung, Bilanz und blicken voraus.

Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Tag Anfang November vor zehn Jahren?

Heiko Leihe: Damals hatte ich dienstlich mit dem Haus noch nichts zu tun, war aber privat zur Wiedereröffnung und habe den Ball am Abend als eine sehr schöne Veranstaltung in Erinnerung.

Ralph Weitzel: Ich habe mir ebenfalls alles privat angeschaut.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Bürgerhauses seitdem ein?

Heiko Leihe: Gemessen an der Besucherresonanz: rundum positiv. Wir sind aber auch immer an Kritik interessiert, die es auch gibt. Damit gehen wir sachgerecht um. Sowohl wirtschaftlich als auch von der Vielfalt der Veranstaltungen her gibt es eine positive Entwicklung. Wir investieren ständig in neue Technik, in die Bausubstanz. Auch nach zehn Jahren wirkt das Haus wie neu und gibt es kaum sichtbare Abnutzungsspuren.

Ralph Weitzel: Ich möchte das abwechslungsreiche Programm hervorheben, das wir versuchen zu bieten.

Warum steht die Stadtverwaltung nach wie vor zu einem eigenen Kulturtempel, den andere Kommunen entweder verpachtet oder längst abgestoßen haben?

Heiko Leihe: Die Sanierung vor zehn Jahren war ein politisches Bekenntnis zu dieser Einrichtung, auch die Gründung des Eigenbetriebes mit Schwimmhalle, Bibliothek und Museum. Damit sind wir flexibler. Wir möchten das Bürgerhaus mit seinen Inhalten als wichtigen Standortfaktor – auch in der aktuellen Lieblingsstadt-Kampagne – nicht missen.

In welcher Größenordnung subventioniert die Stadt die Einrichtung jährlich?

Die Stadt schießt jährlich etwa 250 000 Euro allein für das Bürgerhaus zu. Das ist eine stabile Größenordnung. Das Geld ist gut angelegt.

Welche Effekte bringt der Eigenbetrieb Kulturunternehmung, um die Kosten in Grenzen zu halten?

Die genannten Einrichtungen des Betriebes befruchten sich gegenseitig, werben zum Beispiel gemeinsam. Das Bürgerhaus ist eine Art Verwaltungszentrale, was die anderen ein Stück von Bürokratie befreit. Wir können mit privatwirtschaftlichen Strukturen flexibler agieren. Und das mit gutem und engagiertem Personal in allen Einrichtungen.

Welche Veranstaltungen mögen Sie hier persönlich am meisten?

Ralph Weitzel: Ich bin ein Kabarettfreund. Die Academixer, Funzel und Sanftwut laufen regelmäßig gut bei uns. Der Hammer waren auch Willemsen, Hildebrandt und Nehberg.

Heiko Leihe: Wir haben Publikumswünsche und die damit verbundene Vielfalt sowie die Nachfrage im Blick. Ich persönlich finde Kleinkunst gut. Und wir schauen regelmäßig, wer gefördert gehört, weil die Qualität da ist. Beispielsweise der Zauberer, der Anfang 2017 kommt.

Welche Prominenten, die sich hier ja nicht selten die Klinke in die Hand geben, haben Sie spontan beeindruckt?

Ralph Weitzel: Prominente schweben meist nicht in irgendwelchen Höhen, sondern es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Sie nehmen einem schnell die Scheu, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Welche Veranstaltungen empfehlen Sie noch für dieses Jahr?

Heiko Leihe: Der Vorverkauf für die Lesung mit Susanne Fröhlich läuft gut. Auch für die Silvesterparty sind noch Karten zu haben. Und das Abenteuerlandfestival am 13. November ist empfehlenswert

Wofür sollten die Besucher 2017 bereits die Tickets sichern?

Für die Premiere der sehr professionellen Zaubershow. Es gibt ein Wiedersehen mit Tatjana Meißner. Volksmusik ist sehr gefragt, die Weihnachtsshow, auch das Muttertagskonzert wird toll.

Interview: Karin Rieck

Von Karin Rieck

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