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Eilenburg Lagerfeuer und Faschingsumzug: In Eilenburg ist immer was los
Region Eilenburg Lagerfeuer und Faschingsumzug: In Eilenburg ist immer was los
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09:00 06.03.2016
Lebt fast seit einem halben Jahrhundert in Eilenburg: LVZ-Redakteurin Ilka Fischer. Quelle: x
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Eilenburg

In wenigen Tagen blicke ich auf ein halbes Jahrhundert Eilenburg zurück. Hier wurde ich 1966 im Krankenhaus geboren, buchstabierte als Tschanterschülerin das Alphabet, besuchte mit der Sternwarte gleich noch die Patenbrigade, lernte im Gelbchenweg radeln und trat zur Spartakiade im Kurt-Bennewitz-Stadion an. Und hier durfte ich mit den Demonstrationen im Herbst 1989 auch meine journalistische Feuertaufe bestehen.

Ich bestreite gar nicht, dass es architektonisch schönere Städte und - das bedauere ich schon eher - auch solche mit lebendigerer Gastronomie gibt. Doch vermutlich nicht nur die Bergbewohner wissen die Knoblauchbrotpizza bei Eule zu schätzen.

Hexenbowle mit Bekannten trinken

Bei Christos leben Urlaubs­erinnerungen auf und bei Sven im Leipziger Tor lässt sich auch die deutsche Küche trefflich feiern. Apropos feiern. Feste woanders locken mich eher nicht, von denen in Eilenburg will ich keins verpassen. Denn hier wird beim Kült­zschau Helau am Rosenmontag ganz nebenbei mit den Klassenkameraden die Pennezeit lebendig, mit der Grundschullehrerin die Zuckertütenzeit wach.

Am Lagerfeuer zur Walpurgisnacht mundet die Hexenbowle mit Bekannten, die ich vorher lange nicht getroffen habe. Und wohl nur in einer Kleinstadt wird ein Stadtfest von einer ganzen Stadt gefeiert, treffe ich bei toller Musik, Speis und Trank Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn, Verwandte, Gleichgesinnte. Es macht einfach Spaß, Teil der Eilenburger Community zu sein, zu der auch viele Eltern gehören. Und mit denen lässt es sich dann gleich mal im Pub vortrefflich wundern, wie schnell unsere gestern noch so kleinen Kinder doch erwachsen geworden sind.

Für unsere (ausgeflogenen) Töchter war die Kleinstadt ideal, nicht nur weil hier die halbe Familie in fußläufiger Entfernung wohnt, die Schule mit dem Rad erreichbar ist. Denn egal ob tanzen, schauspielern, Akkordeon lernen, Volleyball schmettern oder Bücher ausleihen, ein Familientaxi brauchten sie dafür meistens nicht. Wer Langeweile hat, ist selber schuld.

Tanzen im Bürgerhaus

Viele unserer Familienfotos entstanden im Eilenburger Tierpark. Auch ohne kleine Kinder wird bis heute dort kein Osterfest verpasst, trinke ich hier am Heiligen Abend mit der ganzen Familie den Weihnachtsglühwein. In der Baderscheune sowie bei der Stunde der Musik kann ich zur Hochkultur die Gespräche mit Gleichgesinnten genießen.

Wird es im Sommer richtig heiß, dann wird zur Kiesgrube geradelt. In der Schwimmhalle bringt mich die Sauna und nicht der Eintrittspreis ins Schwitzen. Nicht missen möchte ich das Bürgerhaus, denn da lässt sich nicht nur toll ins neue Jahr rutschen, sondern mittwochs zudem bei „Oli und Tina“ das Tanzbein schwingen.

Und das Kino? Klar, das fehlt, doch dafür gibt es ja den S-Bahn-Anschluss nach Leipzig. Zum Eilenburger Bahnhof bringt mich mein Fahrrad ganz bequem. Mitunter parke ich auch das Auto dort. Kostenlos. Wie es sich gehört für eine tolle Kleinstadt. Und in die kehre ich auch nach 50 Jahren immer wieder gern zurück.

Von Ilka Fischer

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