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Eilenburg Landratsamt Nordsachsen: Wolf ist vermutlich unschuldig
Region Eilenburg Landratsamt Nordsachsen: Wolf ist vermutlich unschuldig
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17:13 11.05.2016
Der Wolf, ein Unschuldslamm? Quelle: dpa
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Nordsachsen

Das Kalb, das Anfang Mai tot auf einer Koppel im Raum Wildschütz gefunden wurde, ist nach Ansicht des Landratsamtes Nordsachsen vermutlich nicht das Opfer einer Wolfs-Attacke gewesen. Das teilte die Behörde mit. Die Untersuchung des Kadavers und des Fundortes durch den amtlichen Rissbegutachter der Unteren Naturschutzbehörde habe ergeben, dass ein Wolf als Verursacher zwar nicht gänzlich auszuschließen, jedoch wenig wahrscheinlich sei. Die vorläufige Bewertung lasse vielmehr den Schluss zu, dass das frisch geborene und lebensschwach oder sogar tot zur Welt gekommene Kalb „von anderen wildlebenden fleischfressenden Tieren – zum Beispiel Fuchs – nachgenutzt wurde“.

Das Landratsamt Nordsachsen wurde am 2. Mai über das tote Kalb und zugleich den Verdacht informiert, dass es sich um einen Wolfsriss handeln könnte. Die Untere Naturschutzbehörde nahm das tote Kalb am Folgetag zusammen mit dem Tierhalter und einem Jäger auf dem Hof des Tierhalters in Augenschein. Eine DNA-Probe sei aber nicht genommen wurden.

Dieser Tierhalter ist Landwirt Roland Tobisch (64), der betonte, beim Besuch der Vertreter der Naturschutzbehörde auf seinem Hof sei „nicht strittig“ gewesen, dass vermutlich ein Wolf das Kalb angriff. Der Bauer steht nach wie vor dazu, „dass ein Fuchs oder ein anderes kleineres Raubtier zwei Drittel eines Kalbes nicht auf einmal verspeist und auch keine Knochen bricht“. Das Kalb sei zudem nicht tot geboren worden, „weil eine Färse kein totes Kalb ableckt wie es in diesem Fall geschehen ist, bevor das Tier gerissen wurde“. Da wolle der Naturschutz „was runterspielen“, vermutet der Landwirt. Jäger und Zeuge Walter Lücking ergänzte, dass unmittelbar nach der Entdeckung des Schadens Wege eingeleitet wurden, um die Ursache für den Riss nachzuweisen. Doch „die zeitlich verzögerte Reaktion des Landratsamtes und die unzureichende Untersuchungsmethode vor Ort” hätten das mittlerweile unmöglich gemacht. Damit habe für den Landwirt ein „mehr als unbefriedigendes Ergebnis bereits vor Aufnahme der Tätigkeiten des Landratsamtes” festgestanden

Bereits seit Längerem stehen sich Gegner und Befürworter einer Wiederansiedlung des Wolfes gegenüber. Ein tatsächlicher Angriff auf das Kalb wäre vermutlich der erste auf ein Nutztier in der hiesigen Region gewesen, allerdings gab es anderswo schon mehrere Fälle. Nach Angaben der Wolfregion Lausitz wurden dem Freistaat Sachsen im Jahr 2015 insgesamt 73 Fälle an Nutztierschäden beziehungsweise an Gatterwild gemeldet. In 56 Fällen konnte der Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden insgesamt 140 Nutztiere getötet, elf sind vermisst und 17 Tiere verletzt.

Von kr/pm

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