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Eilenburg Landratswahl: CDU will parteilosen Kai Emanuel ins Rennen schicken
Region Eilenburg Landratswahl: CDU will parteilosen Kai Emanuel ins Rennen schicken
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14:11 19.05.2015
Kai Emanuel Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Eine nicht ganz unerwartete Entscheidung, weil auch der Kämmerer seit Bekanntwerden des Czupalla-Nichtantritts als dessen Nachfolger gehandelt wird. Emanuel ist der Wunschkandidat von Amtsinhaber Michael Czupalla, gilt als dessen Vertrauter und ist zudem 2. Beigeordneter. CDU-Chef Frank Kupfer fehlte bei der Sitzung krankheitsbedingt. Emanuel ist aber auch sein Wunschkandidat. Er und der Landrat hatten bei der Pressekonferenz von Czupalla in Oschatz von einem gemeinsamen Kandidaten gesprochen, den sie dem Vorstand vorschlagen werden (wir berichteten).

Emanuel genießt parteiübergreifendes Vertrauen und hat sich als Meister der Zahlen einen Namen gemacht, wurde für seine Haushalte auch von der Opposition im Kreistag als "Hexer" gefeiert.

"Es war auf keinen Fall eine spontane Entscheidung. Ich habe mir das lange und sehr gründlich überlegt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass für mich auch ein paar sehr gewichtige Sachen auf der Habenseite stehen. Ich fühle mich nach so langer Zeit in diesem Haus auch verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen", sagte Emanuel gestern. Seit 20 Jahren kenne er die Behörde mit allen Stärken und Schwächen. Das Landratsamt hat über 1000 Beschäftigte. In den direkten und indirekten Beteiligungsfirmen sind noch einmal 3000 Menschen beschäftigt. "Ich fühle mich auch den Mitarbeitern gegenüber verantwortlich. Sehr viele kenne ich persönlich. Diese motivierte Mannschaft und auch die bisher guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Fraktionen im Kreistag haben mich bestärkt, den Hut in den Ring zu werfen. Michael Czupalla hinterlässt ein Haus mit einem starken Fundament", so Emanuel nach seiner Nominierung.

CDU-Kreisrat Matthias Müller sprach von einer "hervorragenden Lösung. Kai Emanuel ist der geeignetste Kandidat für mich, der meine volle Unterstützung erhält. Er ist das Beste, was dem Kreis passieren kann", so der Bürgermeister von Wermsdorf, der ebenfalls als Nachfolger im Gespräch war.

Michael Friedrich (Fraktionschef Die Linke) verwies gestern auf die Vorstandssitzung mit den Ortsvorsitzenden am 14. Februar, auf der die Linke ihr weiteres Vorgehen diskutieren will. "Kai Emanuel ist ein respektabler Kandidat. Ich gehe dennoch davon aus, dass wir einen eigenen aufstellen. Dazu sind wir mit den anderen Parteien im Gespräch, es ist alles möglich", so der Löbnitzer.

Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler) ist mit dem Kämmerer und Beigeordneten "immer gut ausgekommen, fachlich hervorragend, menschlich ebenso. Ruhig, sachlich und durchaus mit einem guten Stück Humor im persönlichen Gespräch, aber auch in den Gremien des Kreistages. Ein ernstzunehmendes positives Personalangebot an die Wähler", so die Kreisrätin.

Heiko Wittig (Fraktionschef SPD/Grüne/FDP) spricht von einem "geeigneten" Kandidaten. "Unsere Zusammenarbeit mit ihm als Kämmerer ist sehr gut. Wir haben der CDU vor einigen Tagen ein Gesprächsangebot unterbreitet, in dem wir vorgeschlagen haben, über eine parteiübergreifende Nominierung des parteilosen Kai Emanuel zu sprechen", teilt der Löbnitzer mit. Bisher liege noch keine Antwort vor.

Kai Emanuel hat Elektromonteur (mit Abitur) gelernt, im Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch gearbeitet und sich 1992 beruflich neu orientiert. Er studierte an der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen und erhielt danach 1995 seine erste Anstellung im Landratsamt Delitzsch im Büro des Landrates, bevor er Amtsleiter des Rechnungsprüfungsamtes wurde. Danach wechselte er als Amtsleiter ins Straßenverkehrsamt und wurde danach Kämmerer des Landkreises Delitzsch. Seit 2008 ist er Kämmerer und 2. Beigeordneter des Landkreises Nordsachsen. Der gebürtige Leipziger lebt seit seiner Kindheit in Delitzsch, ist seit 22 Jahren verheiratet und hat zwei Söhne (16 und 20 Jahre).

Der Kreisvorstand wird dem Kreisparteitag des Kreisverbandes am 13. März in Delitzsch den Vorschlag Kai Emanuel unterbreiten. Gewählt wird am Sonntag, dem 7. Juni.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2015
Frank Pfütze

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