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Eilenburg Leise rieselt der Puderzucker-Schnee auf Zscheppliner Weihnachtsstollen
Region Eilenburg Leise rieselt der Puderzucker-Schnee auf Zscheppliner Weihnachtsstollen
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14:48 28.02.2018
Bäckermeister René Treppte beschneit seine Naundorfer Weihnachtsstollen. Quelle: Wolfgang Sens
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Naundorf

Die Stollenzeit ist angebrochen. Und so schwenkt auch Naundorfer Bäckermeister René Treppte regelmäßig das Sieb mit Puderzucker über pfundige Gebäckstücke, auf das sich deren Oberflächenfarbe von Braun auf Winterweiß tönt. „Wir backen sie nicht jeden Tag. Wenn, dann immer 60 bis 70 auf einmal“, erklärt der 43-Jährige. Zirka 200 Stück sind es pro Woche. Als Besonderheit gibt es in der Landbäckerei auch einen Schokoladenstollen. Das Rezept für die traditionellen Exemplare ist wiederum auf gewisse Feuchte ausgerichtet. „Das mögen nicht alle, aber viele schon. Es werden sogar welche in den Westen geschickt“, schätzt der Meister. „Der Dresdener Stollen ist ja eher trocken. Bei uns ist das anders. Manche denken sogar, dass er schliff ist. Aber wir buttern den Stollen, wenn er noch heiß ist, so geht sie ins Innere.“

Aber auch die Brötchen seien sehr beliebt. Der Umsatz sei enorm gestiegen, seitdem er die traditionelle Herstellung eingeführt hat, erzählt Treppte. Er kann stolz sein auf seine Landbäckerei, die er mit seiner Familie seit 1999 im Zscheppliner Ortsteil aufgebaut hat. „Ich bin schwerbehindert, kann wegen verminderter Sehkraft kein Auto fahren. Deshalb habe ich mich am Wohnort selbstständig gemacht. Mein Ausbilder der Krostitzer Bäcker Willingshofer hat mich damals sehr unterstützt. Er war ein guter Lehrmeister.“

Weihnachtsmarkt mit Naundorf-Produkten

Wie geht eine Landbäckerei, wenn anderenorts alles dicht macht? „Mit der Familie, mit Frau und Bruder, wo nicht so auf die Stunde geachtet wird“, erklärt er. Immerhin heißt es, an sechs Tagen in der Woche, bereits um ein Uhr nachts in der Werkstatt zu stehen. „Wir sparen auch, weil von uns nicht jeder ein eigenes Auto braucht“, fügt Treppte hinzu. So konnte das einstige Grundschulgebäude wieder der Dorfmittelpunkt werden, wo sich alle treffen. Auch deshalb wird am ersten Advent von 14.30 bis 19 Uhr Sachsens kleinster Weihnachtsmarkt in Naundorf auf dem Platz vor der Bäckerei zelebriert. Der Weihnachtsmann kommt, Kinder backen für Kinder, in diesem Fall für die Kinderstation des Leipzig St. Georg-Krankenhauses, und verkauft werden nur Dinge, die im Dorf hergestellt wurden, zum Beispiel Honig, selbst gemachte Marmeladen oder gebastelte Gestecke.

Von Heike Liesaus

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