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„Lieblingsstadt Eilenburg“ – Stadt zieht erste Bilanz: 115 Leipziger zieht es an die Mulde

Wohn-Kampagne „Lieblingsstadt Eilenburg“ – Stadt zieht erste Bilanz: 115 Leipziger zieht es an die Mulde

Von sich reden macht die Lieblingsstadt Eilenburg schon eine ganze Weile. Offiziell gestartet ist die Muldestadt mit ihrer Wohnstandort-Kampagne aber erst im Sommer. Zeit für eine erste, kleine Zwischenbilanz.

Im November gab es den Wettstreit: Wer ist schneller in der Leipziger City – Ralf Scheler (Zweiter von links) mit der S-Bahn von Eilenburg aus oder Radio-Moderatorin Freddy Holzapfel, die zeitgleich am Allee-Center in Grünau startete? Freddy traf knapp vor dem OBM auf dem Markt ein.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die Wohnstandort-Kampagne „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ ist zwar in aller Munde. Zeitlich gesehen steckt das Projekt aber in der Anfangsphase, die dennoch ausreicht, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Laut Claudia Scholeck, im Eilenburger Rathaus für das Projekt verantwortlich, ist diese positiv. In konkrete Zahlen lasse sich dies schwer fassen, so Scholeck: „Es gibt noch keine Statistiken. Das ist bei solch einer Marketing-Kampagne schwer. Generell geht es uns darum, Aufmerksamkeit zu erzielen, in der Öffentlichkeit vermehrt präsent zu sein. Das ist gelungen.“ Auffällig sei, dass seit einigen Monaten verstärkt Anfragen aus Leipzig bezüglich Zuzugsmöglichkeiten oder Bauvorhaben zu verzeichnen sind. Dass 115 Messestädter ihren Wohnsitz in diesem Jahr an die Mulde verlegt haben, ist ein Fakt, noch ist es aber ein Größenbereich, der mit den Vorjahren vergleichbar ist.

Workshops mit. Schließlich kam die Leipziger Immocom als Werbefirma mit ins Boot, mit deren Hilfe Kampagne plus Slogan entwickelt wurden. Bis 2018 solle diese offensiv fortgeführt werden. „Damit haben wir große Aufmerksamkeit erzielen können“, so Scholeck. Auch in der Bevölkerung sei das Anliegen auf große Resonanz getroffen.

Infos im Netz und bei Facebook

Kreiert wurde zudem die Internetseite lieblingsstadt-eilenburg.de, die wöchentlich zwischen 150 bis 300 Besucher aufweist. „Wir versuchen, Angebote wie von Großvermietern und unsere städtischen, was Kauf, Miete und Investitionsbereich betrifft, darzustellen“, so Scholeck. Zudem würden die Standort-Faktoren, die Eilenburg zu bieten hat, gebündelt dargelegt und Aktionen von Werbepartnern vorgestellt. Eine besonders hohe Klickrate sei auf der Investoren-Seite zu verzeichnen, also dort, wo Angebote für mehrgeschossigen Wohnungs- oder Individualbau und potenzielle Erschließungsgebiete veröffentlicht werden. „Dies zeigt uns, wie wir es mit der Kampagne geschafft haben, in Leipzig aber auch darüber hinaus Reichweite zu erzielen“, so Scholeck. Über die sogenannten Erfolgsstorys auf dem Webauftritt zeigen die Initiatoren die Gesichter von Eilenburg zu zeigen. „Wir möchten lebendig erzählen, was an Eilenburg attraktiv ist, auch neben den Belangen, die eine Kleinstadt so hat. Wir möchten natürlich die Vorteile in den Vordergrund rücken und sagen, warum die Stadt im Umkreis attraktiver als beispielsweise Delitzsch oder Wurzen ist.“

Entwickelt wurde die Facebook-Fan-Page lieblingsstadt.eilenburg, um zum einen die Erfolgsstorys zu publizieren, eine höhere Reichweite zu entwickeln, den Image-Aufbau zu fokussieren und gleichzeitig auf die Webseite zu verlinken. Innerhalb von drei, vier Monaten konnten 715 Fans aktiviert werden, rund 52 000 Personen konnten so erreicht werden. Hauptzielgruppe über Facebook seien die 25- bis 35-Jährigen. „Wir werben für verschiedene Aktionen, die in Eilenburg stattfinden, berichten über Projekte und neue Partner.“

Immo-Messe und Promi-Rallye

Werbemittel wurden entworfen, Eilenburg mit einem Stand und OBM Ralf Scheler auf der Immobilien-Messe in Leipzig vertreten. Zuletzt machte die Lieblingsstadt mit der Promi-Rallye von sich reden, als Radio-Moderatorin Freddy gegen den OBM antrat, um die Frage zu klären: Wer ist schneller in Leipzigs City, Scheler mit dem Zug von Eilenburg oder Holzapfel mit dem Auto vom Allee-Center? Die Radio-Frau war ein paar Minuten eher auf dem Markt. „Aber wir haben bewiesen, dass man mit der S-Bahn schnell in Leipzig sein kann.“

Sponsoren-Pakete von Like bis Gold

All das kostet natürlich Geld. Sieben Sponsoren brachten insgesamt 24 000 Euro für die Kampagne auf. Für die potenziellen Unterstützer waren verschiedene Pakete geschnürt worden. Gegenleistung ist Werbung je nach Umfang der finanziellen Unterstützung. Die Pakete gibt es von „Like“ für 300 Euro bis hin zu „Gold“ für 7500 Euro. Weitreichendere Vereinbarungen sind möglich. „Dazu kommen Sachleistungen“, erklärt Heiko Leihe, verantwortlich für Wirtschaftsförderung in der Stadt. So stellen Gewerbetreibende ihrerseits zur Kampagne passende Werbemöglichkeiten zur Verfügung: Talkpoint die Leucht-Reklame am Bahnhof oder die Eilenburger Sachsenquelle Etiketten auf ihren Mineralwasserflaschen.

Von Kathrin Kabelitz und Heike Liesaus

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