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Eilenburg Lkw-Fahrer vermüllen Grünstreifen in Eilenburg
Region Eilenburg Lkw-Fahrer vermüllen Grünstreifen in Eilenburg
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11:48 07.01.2019
An der Einfahrt vom Getränkehersteller Sachsenquelle GmbH in Eilenburg liegt der Müll herum. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

„Es sieht wieder ganz schön schlimm aus“, sagt Joachim Krause und erzählt von einem Ärgernis, das ihn und Sohn Michael seit geraumer Zeit beschäftigt. An der Einfahrt zum Getränkehersteller Sachsenquelle in Eilenburg liegt und fliegt der Müll herum. Es sind vor allem leere Plastikverpackungen, in denen sich einst Wurst oder Käse befanden. Auch Lebensmittelreste sind zu finden und leere Milchkartonagen. Ebenso liegt Glas herum.

Menschen sind unvernünftig

Den Krause-Männern ist der Müll ein Dorn im Auge, weil er direkt dort landet, wo Michael Krause seine Jagdpacht hat. Es handelt sich um einen cirka 200 Meter langen Grünstreifen, der an der B 107 beginnt und weiter in Richtung Hainichen führt. Der 42-jährige Jäger sieht in erster Linie die Natur beeinträchtigt. „Alle reden über Plastik in den Weltmeeren. Aber hier fängt die Unvernunft der Menschen doch an.“

Angst vor der Afrikanischen Schweinepest

Der Müll, der sich an der Einfahrt zum Unternehmen befindet, bleibt dort nicht liegen. Der Wind transportiert ihn weiter entlang des Grünstreifens, wo Krause auf der Jagd nach Reh- und Schwarzwild ist. Schlimmer für ihn aber noch: die Afrikanische Schweinepest, die sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter ausbereitet und auch nach Deutschland kommen könnte. Als Jäger ist er da besonders alarmiert und will zur Prävention beitragen. Daher sei das Wegwerfen der Abfälle für ihn unverantwortlich und öffne der Schweinepest Tor und Türen. Denn für den Müll beim Eilenburger Getränkehersteller sind die Lkw-Fahrer verantwortlich, die dort am Seitenstreifen halten – und eben auch mal etwas essen und trinken, dann aber die Verpackungen in der Natur entsorgen.

So hat Krause festgestellt, dass viele der leeren Verpackungen aus dem Ausland stammen. Kommen Wildtiere damit in Berührung, kann das Folgen haben, wie der Deutsche Jagdverband informiert: „Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot ausreichen, um die Seuche einzuschleppen und auch in Deutschland Ausbrüche zu provozieren.“

OBM führte bereits Gespräche

So weit will es Michael Krause nicht kommen lassen. Auf das Problem haben die Krauses schon Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) hingewiesen. Und der hat sich auch gekümmert, wie das Stadtoberhaupt gegenüber der LVZ versicherte. So habe es Gespräche mit Verantwortlichen der Sachsenquelle GmbH gegeben. „Dort weiß man um das Thema und jetzt soll versucht werden, die Lkw-Fahrer zu sensibilisieren“, erklärte Scheler. Der Parkplatz sei durchaus ein neuralgischer Punkt.

Ob sich die Situation in nächster Zeit entspannt, wollen die Krauses abwarten. Hilfreich wäre ja schon das Aufstellen von Müllbehältern.

Von Nico Fliegner

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