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Lust und Frust am Eilenburger Wasserskilift

Lust und Frust am Eilenburger Wasserskilift

Seit rund einem Monat macht es wieder zisch am Eilenburger Wasserskilift. Ein Geräusch, das in diesen heißen Zeiten schon für den, der nur zuhört, für Freude sorgt, weil es für Wasser, Abkühlung und Spaß steht.

Nach langem Stillstand hat es der Eilenburger Jürgen Becker fertiggebracht, die Anlage zu übernehmen und wieder in Gang zu setzen. Auch Erweiterungen in Sachen Beachvolleyball-Platz sind angeschoben. Zu rigoros? Die Freude bei den Anglern in der Nachbarschaft ist jedenfalls getrübt.

Wegen des Beachballplatzes am Ufer des Kiessees wollte Dirk Lühmann, Vorsitzender des Vereins Angelsachsen, der den Uferbereich gepachtet hat, keine Probleme machen. "Wir haben uns mit allen Betreibern vorher gut vertragen." Auch, dass der Steg der Angler an einen neuen Platz muss, sollte kein Hindernis sein. "Der Umbau sollte natürlich auf Kosten des Wasserskibetreibers stattfinden. Wir haben dafür kein Geld. Aber das ist außerdem eine genehmigte bauliche Anlage. Wir brauchen also wieder Genehmigungen, wenn wir sie ab- und anderswo wieder aufbauen", erklärt der Vereinschef. Eine Sache, die aber eine gewisse Zeit dauert. Die nötigen Behördenwege seien schließlich für jemanden, der ehrenamtlich tätig und ansonsten beruflich eingespannt ist, nicht von heute auf morgen zu bewältigen.

Bei Jürgen Becker indessen ticken die Uhren anders. "Wir mussten ohnehin unbedingt den schadhaften Betonanker für die Spannseile erneuern und an Land versetzen", erklärt er der LVZ. Bei der Gelegenheit hätte auch der Steg umgesetzt werden können. Das sei aus Sicherheitsgründen ratsam: Zwar zeigt eine Boje an, wo die Wasserskifahrer das Seil loslassen sollen, wenn sie aussteigen wollen, aber möglicherweise treffe nicht jeder die Stelle genau. Eine Unfallquelle, so Becker. Bei Wind aus bestimmten Richtungen mache zudem die Verankerung des Pontons Krach wie ein Schmiedehammer. "Ich habe auch mit dem Bürgermeister und dem Bauordnungsamt gesprochen, dort gab es keine Genehmigung für den Steg. Wahrscheinlich ist diese von dieser Seite aus nicht nötig."

Jedenfalls seien dank seiner Freunde aus der Landwirtschaft an jenem Tag der Bagger für die Anker-Umsetzung und somit auch Helfer dagewesen. Becker habe den Anglervereinschef deshalb angerufen: "Wir können Euer Ding gleich mit umsetzen." Ein Vorschlag, der auf keine Gegenliebe stieß. "Wir brauchen die Genehmigung. Ich finde ja auch positiv, was er alles macht, aber bitte nicht, wie die Axt im Walde", sagte er dieser Tage gegenüber der Kreiszeitung.

Der Steg blieb also, wo er ist. Daneben sind nun, laut Becker, in den vergangenen Tagen 1400 Tonnen Sand aus der benachbarten Kiesgrube an den Rand der alten gekippt worden. Ein Stück Strand ist entstanden. Aber auch Bäume sind weg. "Wir dürfen um diese Zeit höchstens Totholz wegmachen, hier wurde eine richtige Schneise geschlagen", erklärt wiederum Lühmann. Der Vorstand will nun eine außergewöhnliche Sitzung einberufen, um über das weitere Vorgehen von seiten des Vereins zu entscheiden.

Die Besucher des Wasserskis merken vom Ärger im Hintergrund nichts. Becker und sein Team indessen haben bei dem aktuellen Hochsommerwetter am Wochenende wenig Freizeit, schließlich läuft auch der Gastronomie-Betrieb wieder. Bei dem aktuellen Sommerwetter geht es am Wochenende schon zeitig rund. Aber auch unter der Woche kommen die Besucher am Nachmittag nach der Arbeit und bleiben bis in die Nacht, freut sich Becker. "99 Prozent sagen: klasse." Er habe mit den Erweiterungen vor allem im Blick, dass sich auch diejenigen, die gerade nicht Wasserski fahren, meist also die Frauen und Kinder, nicht langweilen sollen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.08.2013

Liesaus, Heike

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