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Eilenburg Luther kommt mit Faust und Ausstellung ins Eilenburger Museum
Region Eilenburg Luther kommt mit Faust und Ausstellung ins Eilenburger Museum
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16:13 19.05.2016
Stephan Fielitz probiert die multimediale Ausstellung im Eilenburger Museum aus. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Große Jubiläums-Ereignisse werfen ihre Schatten längst auch in Eilenburg voraus: Die Museumsnacht am 21. Mai steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums, das 2017 gefeiert wird. In den kommenden Monaten macht das Eilenburger Museum viele Angebote zum Thema. Denn Martin Luther, Auslöser tiefgreifender Umwälzungen, war oft persönlich in der Stadt.

Vor 500 Jahren wurde alles anders: Kultur, Sprachen, Medien, die Sicht auf die Rolle der Religion und den Staat, das Schulsystem. Das wird die Schau „Martin Luther und der kulturelle Wandel im konfessionellen Zeitalter“ verdeutlichen, die eröffnet wird. Rigobert Müller, einer der Kuratoren, hält den Einführungsvortrag. Rasante Aktion ist später von der „Faust Luthers“ zu erwarten. So nennt sich die Torgauer Bürgerwehr, die älteste kurfürstlich privilegierte Formation ihrer Art. Wie wurde in der Renaissance gekämpft? Die Torgauer wollen es zeigen und auch Besuchern Gelegenheit geben, selbst Rüstungen anzuprobieren und verschiedene Waffen in die Hand zu nehmen.

Der Wöllnauer Maler Volker Pohlenz gehört zu denen, die sich heute künstlerisch mit Luther auseinanderseten. Unter anderem schuf er das 2 mal 3,05 Meter große Ölgemälde für die Schlosskirche in Torgau, auf dem er neben dem Reformator 71 Figuren aus der damaligen Zeit abbildete. Zur Museumsnacht gibt er Einblick in seine Arbeiten.

Weil die anschauliche Wanderausstellung extra für den Schulunterricht konzipiert wurde, bietet sie sich als Ausgangspunkt für die Arbeit in verschiedenen Fächern an. Das Museum hat Projektangebote für die Jahrgänge von der sechsten bis achten Klasse entwickelt. „Das, was in Eilenburg damals passierte, steht nicht in den Lehrbüchern. Aber wir können davon erzählen“, erklärt Museumspädagogin Franziska Trump. So sei auf dem Marktplatz eine Marienstatue in Flammen aufgegangen. Die aufgebrachten Bürger hatten sie aus der Kirche geholt und angezündet. „Die Mönche hatten ihnen vorgegaukelt, sie hätte besondere Kräfte. Dabei hatten sie die Figur mit Seilzügen gesteuert, um den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen“, beschreibt sie ein Beispiel.

In Eilenburg sind nicht allein im Museum, das unter anderem eine der Luther-Bibeln besitzt, Zeugnisse vom Wirken des Reformators und der damaligen Umbrüche zu entdecken. „Wir wollen parallel zur Ausstellung in den kommenden Monaten Führungen zu den Luther-Stätten anbieten“, erklärt Museumsleiter Andreas Flegel. Sie sind für bis zu 25 Personen buchbar und sollen eine bis anderthalb Stunden dauern. Alle, die am letzten Sonntagnachmittag im Mai Zeit haben, können zudem mit ihm eine Spurensuche dieser Art in der Veranstaltungsreihe Sonntagsschule erleben.

Auf Reiseportalen wird ebenfalls mit der Eilenburg-Luther-Verbindung geworben: „Gerne besuchte Luther, der bekanntermaßen kein Kostverächter war, den Gasthof Zum Bären und traf sich dort auch mit anderen führenden Köpfen der Reformation. Dass dabei nicht nur diskutiert, sondern auch gut gegessen wurde, lässt ein Ausspruch Luthers vermuten, der Eilenburg einmal scherzhaft als ’gesegnete Schmalzgrube’ bezeichnet haben soll“, wird erzählt. Andere Quellen sprechen davon, das der Reformator auf dem Schloss zu Gast war, dass damals noch auf dem Burgberg stand. Gerade die Eilenburger sollen gegenüber den neuen Ideen sehr offen gewesen sein. Die Stadt ist heute eine Station am Lutherweg. Die Schilder mit dem weißen L auf grünem Grund führen die Wanderer auch an der Marien- und der Nikolaikirche vorbei.

Museumsnacht 21. Mai, 19 bis 23 Uhr, Sonntagsschule, 29. Mai, 15 Uhr: Museum Eilenburg, Telefon 03423 652222.

Von Heike Liesaus

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