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Marktkauf-Standort in Eilenburg stehen schwierige Zeiten bevor

Einzelhandelskonzept Marktkauf-Standort in Eilenburg stehen schwierige Zeiten bevor

Das neue Einzelhandelskonzept der Stadt Eilenburg ist jetzt Händlern vorgestellt worden. Dabei ging es auch um das Schicksal des ehemaligen Marktkauf-Standorts an der Schondorfer Mark, der alles andere als rosig aussieht.

Im neuen Einzelhandelskonzept wird der Standort Schondorfer Mark nicht mehr als relevant betrachtet.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Eilenburg. Das Einkaufszentrum Schondorfer Mark hat zwar Bestandschutz, soll sich aber nicht weiterentwickeln. Als zukunftsträchtiger Standort für großflächigen Einzelhandel favorisiert Eilenburg künftig das Areal des ehemaligen ECW-Kraftwerks an der Ziegelstraße. Das geht aus dem neuen Einzelhandelskonzept vor, das jetzt in einer Versammlung der Händler öffentlich vorgestellt wurde. Dr. Ulrich Kollatz von der BBE-Handelsberatung, die mit der Erarbeitung beauftragt ist, präsentierte Zahlen und Ziele in der Aula der Tschanter-Oberschule.

Die Überarbeitung des aus dem Jahr 2005 stammenden Papiers war fällig, doch Anlass ist der Standort für einen Vollsortimenter an der Ziegelstraße. Den Verkauf an Edeka hat der Stadtrat bereits beschlossen. Nun soll auch Baurecht geschaffen werden. „Seit 2007 können Kommunen per Bebauungsplan festlegen, wo Handel stattfinden darf und wo nicht. Dazu wird aber das Einzelhandelskonzept benötigt“, erklärte Kollatz die Hintergründe.

Das Konzept analysiert auch, wie sich Eilenburg als Mittelzentrum entwickeln könnte. Denn hier kaufen mehr Menschen ein, als in der Stadt leben. Eilenburg kann sich Hoffnung machen, zusätzliche Nachfrage in die Stadt zu holen. So hatte es allein in Eilenburg 2015 ein Nachfragepotenzial in Höhe von 82 Millionen Euro gegeben, mit den Gemeinden im Mittelbereich waren es indes 120 Millionen Euro. Aber die Ansiedlung von Anbietern bestimmter Handelsbranchen am Rand der Stadt kann wiederum Schaden unter bestehendem Handel anrichten. Auch das soll mit dem Konzept ausgeschlossen werden. Schutz ist für den zentralen Versorgungsbereich in der Innenstadt, entlang der Leipziger und Torgauer Straße vorgesehen. Einen ähnlichen Status haben die Nahversorgungszentren Ost und Berg an der Puschkin- und Grenzstraße.

„Im Einzelhandelskonzept geht es um städtische Entwicklung. Nicht um Eingriff in den Wettbewerb“, betonte Kollack. Dem widersprach Axel Huppert von der Markant-Gesellschaft, die die ehemalige Konsumfiliale, heute „nah & frisch“, in Eilenburg-Ost betreibt: „Die Einrichtung eines solchen Verbrauchermarktes wird auf dieses Objekt erhebliche Auswirkungen haben. Ich halte es für abenteuerlich angesichts der Kaufkraft. Besser wäre die Flächenerweiterung vorhandener Märkte.“ Dafür gab es Applaus aus dem Publikum. „Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist“, sagte später Frank Eilemann, einer der Zuschauer. „Nah & frisch hat eine einzigartige Atmosphäre mit Frische-Theke und Mittagsangebot.“

Immer wieder kam jedoch die Frage auf: „Was wird aus dem alten Marktkauf-Standort?“ Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) unterstrich: „Ich sehe nicht, dass sich dort ein weiterer Markt entwickeln kann. Jahrelang wurde versucht, den Standort Schondorfer Mark wiederzubeleben. Das ist nicht gelungen. Deshalb wurde die Ziegelstraße marktfähig gemacht, um einen Vollsortimenter anzusiedeln.“ Dass dieser Standort zukunftsträchtig ist, habe sowohl die große Bewerberzahl als auch der gebotene Kaufpreis gezeigt. Andere Städte wären froh, wenn sie die Entwicklung, als in den 90er-Jahren der Handel in den Außenbereich wanderte, zurückdrehen könnten, unterstrich Kollatz.

Von Heike Liesaus

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