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Marode Mansberg-Kapelle: Eilenburg denkt über Abriss von Gebäude-Teilen nach

Sanierung Marode Mansberg-Kapelle: Eilenburg denkt über Abriss von Gebäude-Teilen nach

Die Friedhofs-Kapelle auf dem Mansberg muss dringend saniert werden, denn mittlerweile müssen schon Reinigungsarbeiten mit gewisser Vorsicht ausgeführt werden. Doch wie ist das am besten zu machen. Ein Kompromiss zwischen Schönheit und Notwendigkeit ist zu finden, denn von den Kosten hängen auch die Friedhofsgebühren ab.

Das Gebäude-Ensemble auf dem Friedhof Mansberg steht unter Denkmalschutz.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Zu viel Druck ausüben beim Putzen dürfen Marion Beßler und Petra Winterwing, die dieser Tage bei der Frühjahrs-Grundreinigung der Friedhofskapelle Am Mansberg anzutreffen waren, nicht: Zumindest an den Fenstern. Die Bleiglas-Scheiben könnten nachgeben, noch mehr Farbe von den Rahmen absplittern, einige der Fensterrahmen haben gar keinen richtigen Halt mehr in den Laibungen.

50er-Jahre-Architektur

Wie soll es weitergehen mit der Kapelle auf dem Friedhof Mansberg? Die Trauernden empfängt sie im Inneren mit schöner 50er-Jahre-Architektur. Auch am Beet davor ist offenbar gerade etwas gemacht worden. Da liegt Rindenmulch um neue Pflanzen. Eine neue Orientierungs-Tafel am Eingang ist ebenfalls zu entdecken. Doch Räume im Hintergrund der Gebäude sind kaum noch vorzeigbar. Auch der Dunst um die Sanitärräume, die gerade offenstehen, zeigt an, wie dringend eine Sanierung nötig ist. Eine Grundsatzentscheidung dazu steht nun voraussichtlich im Stadtrat Anfang Mai an.

Was ist machbar?

Doch was passieren soll – darüber muss sich nach wie vor verständigt werden, erklärt Heiko Leihe, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus. Mehrere Faktoren spielen zusammen: Vom finanziellen Aufwand hängt auch die Neukalkulation der Gebühren ab, die dann für alle städtischen Friedhöfe gilt. Diese waren vom Stadtrat zuletzt nur befristet beschlossen worden, weil die Diskussion um die Sanierung noch ausstand. Nun wird das Thema am Montag in der geschlossenen Sitzung des Stadtausschusses eine Rolle spielen, um den Baubeschluss für den Stadtrat am 8. Mai vorzubereiten. „Es liegen Vorschläge auf dem Tisch“, so Leihe. So stehe zur Debatte, einen Teil der Gebäude abzureißen. Diese seien aber teils in Fremdnutzung durch Bestatterfirmen. Gerade der Zustand dieser Räume ist nicht mehr zeitgemäß.

Neue Heizung und neues Dach

Eine der ersten Maßnahmen werde voraussichtlich die Erneuerung der Heizung sein müssen, deren Dimensionierung aber wiederum davon abhängt, welche Gebäude künftig stehen bleiben. Zudem soll es eine Fußbodenheizung sein. Damit muss auch der Fußboden angefasst werden. Außerdem sollen Möglichkeiten von Wärmerückgewinnung betrachtet werden. Weiterhin ist die Sanierung des Daches ist dringend.

Zwischenzeitlich sei auch darüber nachgedacht worden, ob überhaupt zwei Trauerkapellen in der Stadt nötig sind, erinnert Leihe. Doch einen Abriss des Hauptgebäudes wird es wohl nicht geben. Es steht unter Denkmalschutz. Die Anlage auf dem Mansberg hält zudem weitere Infrastruktur vor. Dort befinden sich zum Beispiel Kühlzellen, die der Aufbewahrung Verstorbener dienen, die es nicht überall gibt. Es gehe um den Kompromiss zwischen Notwendigkeit und Schönheit. Es könnte alles nur Schritt für Schritt und keinesfalls auf einmal gemacht werden. Im Eilenburger Etat dieses Jahres seien bereits Mittel eingestellt, vor allem für die Planungskosten, so Leihe. Mit der Umsetzung sei dann ab 2018 zu rechnen.

Umbau kostet 435 000 Euro

Doch die Kosten für deren Umbau wurden einst auf stattliche 435 000 Euro geschätzt. Generell ist die Anlage zu groß für das Einzugsgebiet. Sie wurde zu DDR-Zeiten geplant, als der Mansberg zum zentralen Friedhof für die Stadt werden sollte. Damals waren Büros der Friedhofsverwaltung dort untergebracht. Mittlerweile hat Eilenburg nicht nur weniger Einwohner, es gibt zudem auch Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung Friedhöfe in allen Stadtteilen.

Von Heike Liesaus

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