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Mediziner: Misshandelter Lion aus Eilenburg hatte keine Chance

Mediziner: Misshandelter Lion aus Eilenburg hatte keine Chance

Der misshandelte Lion aus Eilenburg (Nordsachsen) hatte nach den schweren Tritten oder Schlägen in seinen Bauch nach Einschätzung von Medizinern praktisch keine Überlebenschance mehr. Neben schwersten inneren Verletzungen habe der 19 Monate alte Junge auch Hirnschäden erlitten, sagte der Neuropathologe Manfred Bauer am Mittwoch im Landgericht Leipzig.

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Der im Prozess um den Tod des kleinen Lion aus Eilenburg angeklagte Benjamin C. (2.v.l.) mit seinem Anwalt Stephan Bonell (l.) am 14.03.2011 vor Prozessbeginn im Landgericht in Leipzig

Quelle: dpa

Leipzig. „Die Überlebenschance war sehr, sehr gering, wenn überhaupt vorhanden.“

Der Leiter der Kinderintensivstation der Uniklinik Leipzig, Werner Siekmeyer, erklärte, Lion sei in einem sehr schlimmen Zustand gebracht worden. Sein Darm sei regelrecht zerfetzt gewesen, Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse beschädigt. Der Junge war am 8. August in der Uniklinik notoperiert worden, starb aber noch auf dem OP-Tisch. Wenn er früher ins Krankenhaus gekommen wäre, hätte er die Operation vielleicht überstehen können, sagte Siekmeyer. So aber sei es zu spät gewesen.

Lions Mutter und ihr Ex-Freund sind wegen der Misshandlung angeklagt. Der 20-Jährige soll laut Anklage das Kind verletzt, die 21 Jahre alte Mutter viel zu lange keine Hilfe geholt haben. Mediziner Siekmeyer sagte, dem Jungen müssten eine ganze Reihe heftiger Tritte oder Schläge versetzt worden sein. Die schweren Verletzungen seien durch einen einzigen Tritt oder einen Fausthieb nicht erklärbar.

Beide Ärzte berichteten zudem, dass es bei Lion starke Hinweise auf frühere Misshandlungen gebe. Der Verdacht sei in der Uniklinik Leipzig schon im Herbst 2009 diskutiert worden, wo das Kind mit einem Oberarmbruch und kurz danach wegen Schweinegrippe behandelt wurde. Bewiesen werden konnte der Verdacht damals nicht.

dpa

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