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Eilenburg Mega Party bringt in Eilenburg die Massen auf die Beine
Region Eilenburg Mega Party bringt in Eilenburg die Massen auf die Beine
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09:55 13.06.2016
Zum Auftakt gab es am Freitag ein Feuerwerk. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Eilenburg

Freitagabend. 18 Uhr. Marktplatz Eilenburg. Der eine Schlag sitzt. Als ob er nie etwas anderes getan hätte, wummert Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) bei seiner Fassbieranstich-Premiere den Zapfhahn an die richtige Stelle: Das 21. Stadtfest ist eröffnet. Das kühle Blonde kann fließen, schnell bildet sich eine Schlange Durstiger, die vom Freibier was abhaben wollen. Ganz so sicher schien sich Scheler seiner Sache nicht zu sein: „Hauptsache, ich versemmel es nicht und muss meine Kleidung wechseln“, stapelt er noch vor dem Versuch tief. Dass er gar keine dabei gehabt hätte, bekennt er später.

Michael Monat, Vertriebsverantwortlicher der Krostitzer Brauerei, und seit Jahren steter Begleiter des Eröffnungs-Zeremoniells jedenfalls hat schon misslungenere Versuche erlebt. Traditionell ist, dass der Burgverein das Spektakel eröffnet. Andreas Steudel verliest die Botschaft, wonach das Volke essen und trinken, flanieren und kaufen sowie in fröhlicher Runde feiern solle.

Aber nicht allein das. Paul Trubig hat seit dem Stadtfest seinen Führerschein in der Tasche. „Ich bin Traktor, Lkw, Motorrad und Auto gefahren“, erklärte der Vierjährige begeistert. Das Technischen Hilfswerk machte es beim Vereinsprogramm möglich. Auf dem THW-Parcours konnten die jüngsten Besucher die blauen Spielzeugfahrzeuge steuern. „Wir wollen Kontakt zu den Jüngeren aufbauen und sie fürs THW begeistern“, erklärte Paul Joachim (15).

Freiwillige Feuerwehr hatte Bereitschaft

An die 30 Organisationen stellten sich auf der Marktbühne und an Ständen vor, vom VdK-Sozialverband, der mit vielen Broschüren informierte, über den Ruderclub, wo am Ergometer gerudert werden konnte, bis hin zum Knochenmark- und Stammzellenspenderverband. Seit 10 Uhr bis in die frühen Abendstunden lief das Bühnenprogramm mit den Darbietungen von Tänzern, Akrobaten, Sportlern, Sängern und Kita-Gruppen. Silvia Harbich moderierte.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr hatten sich derweil am Giebel des Rathauses postiert, waren mit zehn Mann gemeinsam mit 15 Helfern des Deutschen Roten Kreuzes in Bereitschaft, die jeweils durchs Festgeschehen patrouillierten. DRK-Bereitschaftsleiter Fred Hannemann und Wehrleiter Gunter Kneiß entdeckten den gemeinsamen Musikgeschmack: Bei Walzer-Tönen, die von der Bühne kamen, ging der Daumen eher nach unten, bei Helenes „Atemlos“ nach oben.

Eilenburg feiert von Freitag bis Sonntag, auf vier Bühnen und in der Innenstadt. Fotos: Heike Liesaus, Ilka Fischer und Kathrin Kabelitz

Mit dem Läuten der Glocken im Turm der Nikolaikirche kündigte sich der Beginn des Konzerts von Volkschor und Musikverein im Inneren an. Aus aktuellem Anlass wurden die Einnahmen diesmal an die von der Überflutung betroffene Gemeinde Braunsbach gespendet, erklärte Kantorin Lena Ruddies in ihrer Anmoderation. Die beiden Ensembles versetzten die Zuhörer mit Stücken Bruckner, Bach und Händel in Feststimmung, aber auch mit Filmmusik. Und zum Schluss hieß es fröhlich: „Wochenend und Sonnenschein“.

Die Stunde der starken Männer schlug am Stand der Stadtwerke. Die hatten sich mit dem Kraft- und Fitnessverein verbandelt. „Die fanden unseren Mannschaftsnamen „Eilenburger Energiebündel“ beim Run-4-Company so schick“, freute sich Stadtwerke-Chefin Maike Trulson-Schult. Nach dem Ostliga-Wettbewerb im Bankdrücken gab es den publikumsträchtigen Trabi-Hebe-Contest. 18 Starter, darunter drei Frauen gingen an die rosa Pappe. Bei dem Spezialmodell konnte an Gewicht nachgelegt werden. Am Ende war Lars Seifert Sieger. Er hatte 440 Kilogramm gestemmt.

Quietsche-Entenwettrennen

Ein kleiner blauer Delfin und eine Quietscheente in Miniformat zeigten 1000 gelben Gummienten, wie man im Mühlgraben am schnellsten vorwärts kommt. Beim inzwischen sechsten Quietsche-Entenwettrennen schwammen sie am Sonntag vor dem Hauptfeld in die Kescher, die die Mitstreiter von Wasserwacht, Technischem Hilfswerk und Anglerverein Petri Heil hielten. Moderatorin Susanne Ferl bestätigte den ordnungsgemäßen Rennverlauf. Bei allen Wettbewerbsenten sei der Dopingtest negativ ausgefallen. Fünf Preise wurden gleich direkt im Beisein von Stadt-Maskottchen Heinz Elmann vergeben. Fünf weitere Preise können noch im Rathaus abgeholt werden. Das gilt auch für den 1. Preis, einen 100 Euro-Gutschein von Velo & Sport Paul, den Ente 729 erschwamm.

Nass wurden die Teilnehmer des Trockenbootrennens am „Birner“ höchstens durch Wasserbomben und Spritzpistolen. Ein spannendendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die Teams „Teschewe“ abgeleitet von TGV, dem Tourismus- und Gewerbeverein, sowie „Ping Pong“, deren Namen sich erklärt, weil sie „alle was mit Tischtennis machen“. Letztere steuerten am schnellsten mit der merkwürdigen Konstruktion über den Rasen und hätten fast noch am Applausometer-Stechen ums schönste Kostüm teilgenommen, traten aber zurück. So lief dieses zwischen den „Theatralen Berniraten“ vom Laientheater und der „Kindergartenpower in Heinzelmännchen Flower“ ab. Die Hobby-Schauspieler heimsten schließlich den Pokal ein.

Ein Stadtfest, das im Wesentlichen wie am Schnürchen ablief, so die Bilanz von Cheforganisator Heiko Leihe: „Es gab am Freitag und am Sonnabend kleinere Rangeleien, ohne ernsthafte Verletzungen. Die Zusammenarbeit mit Polizei und der Security von den Leipziger Löwen ist eingespielt. Es war ein schönes und friedliches Fest.“

Von Kathrin Kabelitz, Heike Liesaus, Ilka Fischer

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