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Mehr Pep für den Wochenmarkt

Mehr Pep für den Wochenmarkt

Ab 1. Juli pachtet die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (EWV) den Marktplatz in der City, um ab diesem Tag den Wochenmarkt dreimal pro Woche zu betreiben.

Eilenburg. In der Stadtratssitzung am Montagabend im Eilenburger Bürgerhaus ging dieser Beschluss einhellig und ohne Diskussionen über die Bühne.

 Ingesamt waren nach der Ausschreibung Mitte Februar sechs Bewerbungen im Rathaus eingegangen. Zwei wurden aufgrund fehlender Konzepte und nicht abgegebener Pachtangebote nicht in die Entscheidungsfindung mit einbezogen. Das seit vielen Jahren von einem privaten Betreiber organisierte Marktgeschehen stand in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik. Daraufhin sah sich die Verwaltung, auch nach regelmäßigen Anfragen in der Pflicht, kündigte im Juni den Vertrag mit dem Eilenburger Marktservice zum 31. Dezember, verlängerte nochmals bis 30. Juni diesen Jahres.

Ab 1. Juli, und das ist seit Montag amtlich, wird die EWV das Marktgeschehen in der Muldestadt maßgeblich bestimmen. Dass sich der größte Vermieter der Stadt überhaupt zu diesem Schritt entschlossen hat, liegt laut Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade auch an dem Fakt, dass sich ihr Unternehmen auf der ständigen Suche nach neuen Geschäftsfeldern befinde. "Dazu haben wir natürlich auch viele Gewerbetreibende als Mieter, mit denen wir also schon Verbindung haben." Bendix-Bade spricht auch von Synergieeffekten, die die Anwesenheit von auswärtigen Händlern in der Muldestadt mit sich bringen könnten. "Warum sollte es nicht möglich sein, dass der eine oder andere in Eilenburg gewerblich ansässig wird?", so Bendix-Bade.

Das von der EWV vorgelegte Konzept basiert neben der engen Verflechtung mit Handerwerkern und Gewerbetreibenden auch auf einer fortwährenden Einbeziehung von Vereinen der Muldestadt. "Das könnte vor allem sonnabends passieren, wenn ausschließlich der Frischemarkt stattfindet und noch ausreichend Platz ist." So könnten Vereine die Chance nutzen, sich vorzustellen und auf diese Weise um Nachwuchs zu werben. Auch mit dem Burgverein solle es Gespräche geben. Thematische Veranstaltungen wie ein Mittelaltermarkt sind avisiert. "Wir wollen mehr Pep, dennoch an Bewährtem festhalten", formuliert es die EWV-Chefin und führt als Beispiele Stände wie Fisch, Fleischer-, Spreewald- oder Käsestände an. Das Hauptaugenmerk soll auf dem Frischeangebot liegen, das 75 Prozent ausmachen muss. An den drei festen Tagen Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ändert sich nichts.

Wichtigster Punkt: die Standmieten. Bisher stand Eilenburg in der Kritik, in der Region die höchsten Beträge zu nehmen. Von sechs bis zehn Euro pro laufendem Meter ist die Rede. "Das wollen wir verändern, es soll preiswerter werden." Über die Höhe will die EWV die Gewerbetreibenden bei einer gesonderten Veranstaltung informieren, die im Juni stattfindet. Es solle künftig regelmäßige Treffen geben. In der EWV gebe es mit dem Vermieterteam und einem neuen Mitarbeiter feste Ansprechpartner in Sachen Markt.

Neben den Plänen der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft standen auch die Konzepte der Deutschen Marktgilde, des bisherigen Betreibers Eilenburger Marktservice sowie Roswitha Kowal vom Spreewaldbetrieb zur Diskussion. In einer ersten Ausschuss-Beratung konnte zunächst keiner der vier Bewerber siegreich punkten. Aufgrund der vorgelegten Pläne, gekoppelt mit den Pachtzinsvorstellungen, fiel die Entscheidung zwischen der EWV und der Marktgilde. "Beide Konzepte waren sehr gut", so Eilenburgs Kämmerin Ulrike Glück. Letztlich hätte die Kombinat Ortsbezug plus Konzept plus Pachtzinsvorstellungen den Ausschlag zugunsten der EWV gegeben. Der spiegele sich insbesondere mit der Integration Eilenburger Vereine in die Veranstaltungen wider. Beruhend auf Umfragen enthielt das Konzept zudem Vorschläge für Maßnahmen, die ein attraktives Marktgeschehen sichern sollen. Seitens der EWV wird eine jährliche Pachtzahlung in Höhe von 16 000 Euro brutto zugesichert.

Kathrin Kabelitz

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