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„Mensch Martin!“ – Geringes Interesse an Mitmach-Ausstellung in Eilenburg

Nikolaikirche „Mensch Martin!“ – Geringes Interesse an Mitmach-Ausstellung in Eilenburg

Die Ausstellung „Mensch Martin – Hut ab“ macht spielerisch mit dem Leben des Reformators und seiner Zeit vertraut. Sie ist in der Eilenburger Nikolaikirche zu sehen. Jeweils nach Gottesdiensten oder Anmeldung kann sie besichtigt werden. Noch bis zum 24. Mai ist das möglich.

Wie war das damals? Arche-Besucherin Swea Fahner probiert, unterstützt von den Mitarbeiterinnen Silvia Geißler und Sarah Klaus (von links), wie die Schau funktioniert.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Wie war das vor 500 Jahren? Die Mauern unterm Turm der Eilenburger Nikolaikirche haben diese Zeit schon miterlebt. Vielleicht ist auch Luther, der die Stadt mehrfach besuchte, über dieses Pflaster geschritten. Nun beherbergen sie bis zum 24. Mai die Wanderausstellung „Mensch Martin – Hut ab“. Seit Ende April macht sie in Eilenburg Station. „Es könnten durchaus noch mehr Besucher kommen. Wir hatten leider kaum Anmeldungen von Klassen“, sagt Arche-Leiterin Yvonne Henselin. Um in den Raum zu gelangen, müssen sich die Interessenten erst im Mehrgenerationenhaus Arche gleich gegenüber der Kirche melden. Die Schau, die durch viele Orte Deutschlands tourt, die unter anderem bereits in Leißnig und Torgau Station machte, hätte durchaus mehr Resonanz verdient. Sie will mit der Zeit und mit dem Leben des Reformators auf spielerische Art vertraut machen. Und sie ist somit gerade für Kinder und Familien geeignet. Wie das geht? Im Stationsbetrieb: An der ersten können sich alle mit Klemmbrett und Laufzetteln ausstatten. Überall gibt es Stempel fürs Absolvieren, zeigen Sarah Klaus und Silvia Geißler vom Team des Mehrgernationenhauses Arche, das die Schau auch in die Stadt geholt hatte.

Glücksrad steht unterm Kirchturm

Sieben runde freie Felder sind auf dem Laufzettel zu entdecken. Das scheint jedenfalls überschaubar. „Trotzdem. Ein wenig Zeit ist schon mitzubringen“, sagt Sarah Klaus. Denn hier wird nicht Wissen abgefragt. Den Lösungen kommen die Besucher an den Stationen selbst auf die Spur. Und weil ja auch größere Gruppen kommen können, steht sogar ein Glücksrad unterm Kirchturm. Damit kann ratternd ausgelost werden, wer zuerst wo hingeht. Gleich nebenan wird sich der Frage gewidmet, was Kinder in der Lutherzeit spielten. Irgendwo fällt da auch so ein merkwürdiges Beutelchen mit Walnuss-Schalen auf. Ein Aha-Erlebnis wird gleich mitgeliefert: Das waren also die Figuren fürs Mühlespiel.

Eigener Thesen-Anschlag möglich

Ein Stück weiter kann jeder Besucher endlich mal seine eigenen Thesen an eine Tür schlagen. Einige Gäste haben schon ihre Zettel hinterlassen. „Frieden“, ist kurz und knapp in kindlicher Handschrift auf einem davon zu entziffern oder „Soll bleiben wie sie ist, die Welt“. Aber auch vom Wunsch nach einer „Gemeinde, in der alle mittun“, ist zu lesen. An anderer Stelle sind Martin Luthers Erlebnisse auf der Wartburg zu erlauschen, sind die Gedankengänge derjenigen zu verfolgen, die ihn auf die Festung brachten, wo er schließlich die Bibel ins Deutsche übersetzte.

Luthers Tischordnung

Dann wieder kann der Besucher an einer Tafel sitzen, an Gewürzen schnuppern. Es sind solche, wie sie wohl schon Familie Luther benutzte. Da ist nachzuvollziehen, welche Tischordnung herrschte, können Kinder in Kleider der Zeit schlüpfen und gemeinsam Rätsel lösen, die unter den Tellern zu finden sind. Kurze Comics auf den Tafeln bebildern die Geschichte. Zu finden ist auch eine Art Puzzle zum Vaterunser. Wer die Wortfolge nicht weiß, findet sie dank der passenden Aussparungen bis zum Amen heraus. Die Schau baut viele Brücken dieser Art und macht so auch allen, die nicht mit dem christlichen Glauben vertraut sind, Spaß.

Von Heike Liesaus

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