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Misshandelter Lion aus Eilenburg: Ermittlungen laufen mit Hochdruck

Misshandelter Lion aus Eilenburg: Ermittlungen laufen mit Hochdruck

Im Fall des kleinen Lion aus Eilenburg laufen die Ermittlungen mit Hochdruck. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz, am Mittwoch.

Eilenburg. Der 19 Monate alte Junge war am Sonntag in der Leipziger Uni-Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen, die ihm am Abend zuvor zugefügt worden waren.

Der 20-jährige Freund der Kindesmutter, der nicht der leibliche Vater ist und mit der Frau seit einem Jahr zusammen ist, sitzt wegen Mordverdachts weiter in Untersuchungshaft. Vor dem Ermittlungsrichter hatte er keine Aussage gemacht, bei einem ersten Verhör bei der Polizei bestritt er die Tat. Mittlerweile hat er einen Verteidiger an seiner Seite, der derzeit Einsicht in die Akten nimmt. Weil er mit seinen 20 Jahren als Heranwachsender gilt, muss in einem eventuellen Gerichtsverfahren geprüft werden, inwieweit er von seiner gesamten persönlichen Entwicklung einem Erwachsenen oder Jugendlichen gleichsteht.

Die Ermittler konzentrieren sich auf diverse Befragungen im Umfeld der Familie, die im Eilenburger Osten wohnt. Auch Unterlagen aus dem Landratsamt Nordsachsen werden gesichtet. Wie berichtet, hatte es bereits im Vorjahr den Verdacht auf Misshandlungen gegeben. Bei dem Jungen seien bei einem Krankenhaus-Aufenthalt von Ärzten "Hämatome unklarer Herkunft an Hand, Gesicht und Fuß" festgestellt worden. Deren Ursache konnte aber letztlich nicht sicher geklärt werden. Auch ein Oberarmbruch, der zuvor Grund für eine Klinik-Einweisung war, habe von einem Sturz herrühren können. Das Jugendamt wurde zwar aktiv, der letzte persönliche Besuch läge aber schon fünf Monate zurück, weil die Familie eine gute Entwicklung genommen habe, hieß es aus dem Landratsamt.

Aus Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren wollte sich die Kreisbehörde zur Arbeitsweise des Jugendamtes nicht weiter äußern. "Wir bitten um Verständnis. Zu dem, was Sozialdezernent Hans-Günther Sirrenberg in dieser Woche bereits mitgeteilt hat, können wir momentan nichts hinzufügen", sagte Rayk Bergner, Sprecher des Landratsamtes.

Zu den Ergebnissen der Obduktion gibt es ebenfalls noch keine Angaben. Es seien aber weitergehende Untersuchungen in der Rechtsmedizin angeordnet worden, so Schulz. Sicher ist, dass das Kind Opfer massiver Gewalteinwirkung geworden ist. Wann und wo diese erfolgt ist, sei aber noch nicht bekannt. Ob auch die Mutter vernommen wird, "hängt vom Fortgang der Ermittlungen ab". Die 21-Jährige hatte gegenüber der Polizei angegeben, geschlafen und nichts mitbekommen zu haben. Nachbarn der jungen Frau berichten, dass die Sicherung von Spuren im Haus in der Windmühlenstraße anhält. Am Eingang dokumentieren Bürger ihre Trauer mit Kerzen und kleinen Spielsachen.

ka/kr

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