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„Mister B 87“ aus Eilenburg kämpft sich zurück ins Leben

Was macht eigentlich ...? „Mister B 87“ aus Eilenburg kämpft sich zurück ins Leben

Dass er Kämpfer ist, hat er schon beim Engagement für die Eilenburger Ortsumgehung der B 87 bewiesen. Damals brauchte es viele Mitstreiter, nun ist es wieder: Rolf Aster hat sich nach 14 Operationen ins Leben zurückgekämpft, aber er weiß: Ohne Hilfe hätte er das nicht geschafft. Deshalb will er sich bedanken.

Rolf Aster bedankt sich bei Residenzleiterin Kathleen Krieg und Verwaltungsmitarbeiterin Katrin Liebetreu (rechts), der guten Seele des Hauses.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Was macht eigentlich ...?, fragt man sich bei bekannten Leuten, von denen länger nichts zu hören war. Was machen jene, die in Eilenburg Spuren hinterlassen haben? Die LVZ nimmt in loser Folge Kontakt auf. Heute mit Rolf Aster, dem Mister B 87 von Eilenburg, der sich über viele Jahre für den Bau der Ortsumgehung stark gemacht hat.

Für Kathleen Krieg ist Rolf Aster etwas ganz Besonderes. Sie ist Leiterin der Seniorenresidenz in Eilenburg und wer dort einzieht, hat gewöhnlich den letzten Wohnsitz seines Lebens gefunden. Anders der 81-Jährige: Ein Jahr lang hat er mit den Mitarbeiterinnen um seine Gesundheit gekämpft, um wieder nach Hause zu kommen. Zuvor hatte er 14 Operationen im Leipziger Sankt Georg und im Herzklinikum hinter sich gebracht. Zwischenzeitlich hatten die Ärzte ihn schon fast aufgegeben.

Dass er Kämpfer ist, hat er schon beim Engagement für die Ortsumgehung der B 87 bewiesen. Damals brauchte es viele Mitstreiter, nun wieder. Und die hatte er im Haus am Stadtpark. „Selbst der Koch kam an mein Bett“, erzählt er lachend. „Pflege, Ruhe, das spielt alles mit und eine gute Physiotherapie. Ich bin ja anfangs zusammengesackt wie ein Stück Papier.“ Stück für Stück wurden Bewegungsmöglichkeiten zurückerobert. Es ist trotzdem nicht mehr so wie einst. Rad- oder Autofahren geht nicht mehr. Zwei Gehhilfen stehen neben seinem Stuhl. „Irgendwann hat der Arzt gesagt, ich darf wieder heim“, erinnert er sich.

Dank an die Helfer

Jetzt war Rolf Aster noch einmal da. Schließlich wollte er sich bedanken. Das Treffen war schon ein Jahr früher anberaumt. Doch Aster musste erneut schwere Folgen eines Sturzes verkraften und wieder kämpfen. Nun verzeichnet er gleich drei Reha-Maßnahmen in den persönlichen Analen: zwei Mal Zwenkau und einmal Naunhof. Doch vor allem kann er sich über Komplimente freuen, schließlich sitzt der Senior gut gebräunt da. „Ich bin eben viel an der frischen Luft“, erzählt er. Allerdings immer in Begleitung.

Viel unterwegs war der ehemalige Bauleiter noch im Rentenalter. Gemeinsam mit Werner Vieweg wirkte er bei Planung, Genehmigung, Bau und Fertigstellung der Eilenburger B87-Ortsumgehung mit, so wurde es den beiden vor ein paar Jahren ins Ehrenbuch der Stadt geschrieben. Vieweg erlebte die Fertigstellung nicht mehr. Tausende Unterschriften hatten sie gesammelt, diese an den damaligen Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) übergeben, Kontakte genutzt, immer wieder nachgebohrt.

Der Spatenstich für die Umgehung war 1998, 2004 wurde sie eröffnet. Doch das Teilstück bis zum Abzweig Wölpern wurde erst 2010 Realität. Das Hin und Her um die B 87n zwischen Taucha und Eilenburg sieht Aster mit Abstand. Einmischen will er sich nicht. „Bei uns gab es eine Bürgerinitiative dafür, dort waren drei dagegen. Da freut sich der Staat, dass er das Geld woanders ausgeben kann.“

Humor in allen Lebenslagen

Den Humor behält er auch in schwierigen Lebenslagen, genauso wie die Hartnäckigkeit, die spezielle Mischung bringt ihm Sympathie-Punkte. Es soll Tränen gegeben haben beim Abschied aus der Residenz. Er freut sich nun über die gewonnene Zeit, die ihm in Familie und mit Freunden vergönnt sind. Da ist der neue Urenkel im Norden. Der ist vier Monate jung. Den hat er noch gar nicht gesehen. Da sind auch noch die Ordner mit dem Material zur B87-Initiative. Die müssen sortiert werden. „Ob die dann das Museum will?“, überlegt er. Und eigentlich ist er Fußball-Fan. Der Aufstieg der Leipziger Roten Bullen fasziniert ihn. Doch im Stadion gibt es weite Wege. Und für so lange Strecken reicht die Kondition nicht mehr.

Von Heike Liesaus

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