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Mit Aschebrätl und zwei Gitarrenin den Weihnachtsabend

Mit Aschebrätl und zwei Gitarrenin den Weihnachtsabend

"Jingle Bells" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann" - wer bei Sylvia Harbich in der Eilenburger Außenstelle der Kreismusikschule das Gitarrespielen lernt und im Herbstsemester startet, hat die dafür passenden Töne bis zum Fest in den Fingern.

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Sophie und Sylvia (rechts) Harbich sind seit zwei Jahren zum Heiligen Abend das Gitarrenduett im Familienkreis.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Wie viele Schüler werden diese Lieder wohl bereits aufgrund ihrer Anleitung unterm Weihnachtsbaum ihrer Familie zum Besten gegeben haben? "Gezählt habe ich sie natürlich nicht. Aber es werden schon einige Hundert sein", vermutet die mittlerweile 50-Jährige. Schließlich unterrichtet sie seit dem 1. September 1993 an der Eilenburger Musikschule.

Klar, dass bei den Harbichs unterm Weihnachtsbaum ebenfalls handgemachte Musik ertönt. "Das gehört einfach dazu", sagt Tochter Sophie. Gitarre aber war für sie bis vor Kurzem nicht so interessant. Denn das war der mütterliche Part. Sie betätigte sich am Klavier. "Es gehört schon ein bisschen Übung dazu, bevor es Spaß macht", stellt Sophie fest. Zuerst mag es mühselig sein, sich bis zur entsprechenden Fertigkeit hochzuarbeiten. "Ich weiß noch, als ich klein war, wurde ich immer ermahnt: Hast du schon geübt? Und damals hat das genervt. Aber heute bin ich dankbar dafür."

Jedoch war vonseiten ihrer Mutter durchaus ein wenig Geschick und Geduld aufzubringen, um die Tochter auf den Gitarren-Geschmack zu bringen. Aber schließlich spielte ihr der Lauf der Dinge in die Hände: Sophie zählt inzwischen 24 Lenze, studiert in Görlitz Kindheitspädagogik, hat ihr großes Blockpraktikum in Naundorf fast fertig. Als Pädagogin gehört das Musikmachen dazu. "Und die Gitarre lässt sich nun mal leichter schleppen als das Klavier", erklärt sie lachend. So wurde im vorigen Jahr vor Weihnachten bereits im Duett auf der Gitarre geübt. Noch mit einer aus den Beständen der Mutter, die sich natürlich riesig freute, ihrer Tochter dann endlich ein solches Zupfinstrument unter den Tannenbaum legen zu können.

Normalerweise greift auch Vater Mario Harbich ins instrumentale Geschehen ein. Das geht diesmal nicht. Eine Operation legt die Hand dieser Tage lahm. Aber die Stimme geht. Auf diese Weise unterstützen auch der Großvater und seine Lebensgefährtin, die traditionell zum Fest aus Thüringen nach Eilenburg kommen, die Darbietungen. Er habe früher auch Akkordeon gespielt. Mit Liebe. Denn eigentlich hatten ihm seine Großeltern Geld für den Geigenunterricht gegeben, so die gern erzählte Familienlegende. Geige habe er zwar ebenfalls gelernt, aber dafür einen gewissen Teil des Budgets abgezweigt.

"Bei Freunden in Thüringen sind wir auch jeweils bei einem kleinen Adventsmarkt auf dem Hof involviert. Von einer kleinen Empore aus zu singen, im Dunkeln, Lichter leuchten und der Backofen raucht - das ist dann schon toll", schwärmt Mario Harbich.

Traditionelles aus dem Gebirge kommt auch am Heiligen Abend auf den Tisch: Aschebrätl. Das heißt so, weil die Waldarbeiter gut gewürztes Fleisch einst in feuchte Zeitungs- und Papierlagen wickelten und in heiße Ascheglut legten. Wenn sie dann nach einigen Stunden Arbeit zum Essen kamen, war das Fleisch auf den Punkt gar. Heute muss dazu kein Holzfeuer entfacht werden. Die von allen Seiten mit Pfeffer, Salz und Senf gewürzten und mit Zwiebeln umlegten Kammsteaks werden in Alufolie gepackt und im Backofen gebraten. Dazu gibt es den üblichen Kartoffelsalat. So gestärkt geht es in die "Stille Nacht, heilige Nacht". Das sei auf jeden Fall das Lied des Abends, auch für die Gitarre. "'Süßer die Glocken, nie klingen' und 'Leise rieselt der Schnee" singen wir auch sehr gern", erzählen die Harbichs. Gerade weil diese Lieder auch im Unterricht oft geübt werden, mag sie Sylvia Harbich zur Weihnacht nicht von der CD hören. "Da legen wir dann die vom Leipziger Ensemble Amacord oder Weihnachts-Swing ein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.12.2014
Heike Liesaus

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