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Eilenburg Mit der Axt in den Wald – Nordsachsen fällen ihren Weihnachtsbaum selbst
Region Eilenburg Mit der Axt in den Wald – Nordsachsen fällen ihren Weihnachtsbaum selbst
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11:25 27.11.2016
Einheimische Weihnachtsbäume – im Wald kann man sie selbst schlagen. Quelle: Volkmar Heinz
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Nordsachsen

Es geht wieder los. Eine der wohl wichtigsten Fragen, die in der Vorweihnachtszeit zu klären ist: Wo kommt der Weihnachtsbaum her, unter dem zum Fest die Geschenke ausgebreitet werden? An einem der zahlreichen Stände in der Region kaufen ist eine Möglichkeit, übers Internet bestellen, eine andere. Nichts aber geht über den direkten Kontakt Mensch – Baum. Allein aus dem Forstbezirk Taura, zu dem die Dübener und Dahlener Heide gehören, werden rund 1500 Bäume, Kosten zwischen 15 und 25 Euro, Platz in Wohnzimmern oder Firmenräumen finden.

Der Weihnachtsbaumverkauf im Forstbezirk Taura beginnt am 6. Dezember und endet vier Tage vor dem Fest. Der Verkauf findet erneut auf den gewohnten Plantagen in fünf Revieren statt und damit in Wartha, Gräfendorf, Schöneiche, Belgern und Jagdhaus. Die Plantage im Revier Gräfendorf ist erst seit der vergangenen Saison geöffnet. „Dieser Standort wird auch in Zukunft attraktiv bleiben, da dort eine große Auswahl an schönen Weihnachtsbäumen zu Verfügung steht“, so Saskia Petzold vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Forstbezirkes Taura.

Areale müssen gepflegt werden

Das aber kommt nicht von ungefähr, das ganze Jahr über müssen die Areale entsprechend gepflegt werden. „Einwachsende Gräser und Kräuter werden abgemäht, um den Nadelverlust und eine Verlichtung des unteren Stammbereiches zu verhindern“, so Petzold. Zudem machten verschiedene Mausarten den Bäumen zu schaffen. Sie fressen wie die Wühlmaus unterirdisch an den Wurzeln oder oberirdisch am Stamm, dies könne dann auch zu großen Ausfallerscheinungen führen.

Anders als auf kommerziell genutzten Weihnachtsbaumplantagen setzten die Mitarbeiter des Forstbezirkes keinerlei Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel), Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) und Fungizide (Pflanzenschutzmittel gegen Pilze) ein. „Die Bäume erhalten keinen Formschnitt, es wird kein Dünger verwendet“, erklärt Saskia Petzold. Trocken- und Nässeperioden müssten die Bäume ohne fremde Hilfe überstehen, für eine künstliche Bewässerung seien keine Kapazitäten vorhanden.

Viele Plantagen sind in die Jahre gekommen

Noch ist das Weihnachtsfest 2016 nicht vorbei, da gehen die Gedanken der Forstleute schon viel weiter. Viele Plantagen sind in die Jahre gekommen. Um deren Leistungsfähigkeit zu erhalten, werden jährlich neue Nadelbäume gepflanzt, teilweise Nachpflanzung in Lücken oder ganzflächige Neuanpflanzung nach vorheriger Flächenberäumung. Genau deshalb raten die Experten vom Forst auch zur Vorsicht: Zwischen den erntereifen Bäumen stehen manchmal versteckt kleine, junge Bäume, die erst noch heranwachsen müssen. „Sind Plantagen, wie wir sagen ’ausgeräumt’, werden die zu groß gewordenen, restlichen Bäume vereinzelt für Großbaum-Interessenten stehen gelassen und ansonsten komplett geschreddert“, so Petzold. Bis ein Baum zum richtigen Weihnachtsbaum wird, vergehen rund zehn Jahre.

Je nach Standort werden auch in diesem Jahr wieder Kiefern, Schwarzkiefern, Tannen, Blaufichten, Gemeine Fichten sowie die Omorika-Fichte angeboten. Auch wenn die Nordmanntanne gemeinhin als der „wahre Weihnachtsbaum“ angepriesen werde – ein klarer Favorit zeichne sich nicht ab. „Die Käufer stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Bäume und besitzen recht unterschiedliche Gewohnheiten und Geschmacksrichtungen, jeder Baum hat sein Für und Wider“.

Naturprodukt aus der Region

Die vom Sachsenforst angebotenen Termine zum Selber-Schlagen der Bäume stehen auch bei den Nordsachsen hoch im Kurs. Und warum? Die Forstexpertin nennt dafür verschiedene Aspekte. „Der Baum ist ein Naturprodukt aus der Region, wurde zuvor nicht mit Giften behandelt. Er ist frisch, behält länger seinen aromatischen Duft, trägt länger sein sattes Grün und seine Nadeln. Weihnachtsbäume aus dem Supermarkt oder an Verkaufsständen in der Nähe von Großmärkten werden bereits im Oktober und Anfang November eingeschlagen“. Zudem könnte der Baum vorher von allen Seiten betrachtet und individuell ausgesucht werden. Jeder könne seinen Baum selbst schlagen, oder ihn bei Bedarf von den Forst-Mitarbeitern vor Ort abschneiden lassen.

Nicht zu unterschätzen sei zudem der psychologische Aspekt: In vielen Familien ist der Weihnachtsbaum das Sinnbild für das Weihnachtsfest und ein Muss. Er ist das Symbol für familiäre Geborgenheit, Besinnlichkeit sowie Treff- und Angelpunkt am Heilig Abend. Einen Baum selbst, in Familie, abzusägen und anschließend zu schmücken hat Tradition und ist für viele eine Art Ritual. Und es sei doch, so Petzold, ein sehr schöner und zugleich einprägsamer Anlass, von dem viele Kinder noch im Erwachsenenalter berichten können.

Von Kathrin Kabelitz

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