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Eilenburg Mit der Taschenlampe durch die Ausstellung
Region Eilenburg Mit der Taschenlampe durch die Ausstellung
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09:10 18.05.2015
Kinder des Kurses Stadtgeschichte der Evangelischen Grundschule Bad Düben führen zum Museumstag durch die Dauerausstellung. Quelle: Steffen Brost
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Eilenburg/Bad Düben

Auch in Nordsachsen öffneten sich Türen und Tore zu den historischen Schatzkammern. Das Eilenburger Stadtmuseum lockte am Vorabend zur 9. Museumsnacht.

Leiter Andreas Flegel hatte ein unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt. "Wir rücken jedes Jahr Teile unserer Ausstellung in den Mittelpunkt dieser Nacht. Diesmal haben wir unsere Jahresausstellung 'Der Architekt Paul Michel als Maler' in diesem Rahmen eröffnet. Dazu gab es im ganzen Haus viel zu entdecken", so Flegel. Auf beiden oberen Ebene war bis zum späten Abend viel Betrieb. Unter dem Dach wurde der erste Teil der Ausstellung "Fundsache" gezeigt. "Seit dem Auszug unseres Hauses aus der Wilhelmshöhe Ende der neunziger Jahre habe wir aus Platzgründen keine Ur- und Frühgeschichtsausstellung mehr gezeigt. Das wollen wir jetzt wieder schrittweise verändern und zeigen die ersten Stücke", sagte Flegel. In dessen Rahmen erhielt auch die älteste Hohenprießnitzerin ihren Namen. "Bei Bauarbeiten 1985 wurde im Hohenprießnitzer Querweg eine Urne gefunden mit allerlei Beigaben. Untersuchungen hatte zur Folge, das diese Urne rund 2400 Jahre alt war und die Frau vermutlich verbrannt wurde. Jetzt wurde die Person nachgebildet und die gefundenen Stücke im Rahmen der neuen Ausstellungsteile gezeigt", erklärte Heimatfreund Rolf Schulze. Seine Tochter Ines Keller sowie Marika Widdermann gaben ihr den Namen Sita von Hopri. Nach dem offiziellen Teil verteilten sich die Besucher im ganzen Haus. Den sechsjährigen Ben Köditz zog es ins historische Klassenzimmer. Hier präsentierte Wolfgang Lehmann die Römerzeit. Im originalen Outfit samt Kettenhemd und Gladius zeigte der 71-Jährige wie die römischen Kämpfer früher lebten. "Das ist für mich mehr als nur ein Hobby. Ich lebe diese Zeit. Wahrscheinlich war ich in einem meiner früheren Leben tatsächlich mal ein Römer", erklärte der ehemalige Malermeister. Höhepunkt der der Museumsnacht war um 22 Uhr eine Taschenlampenführung.

Eilenburg/Bad Düben. Der 39. Internationalen Museumstag steht unter dem Motto "Museum-Gesellschaft-Zukunft". Zahlreiche kleine und große Besucher betraten gestern die Museen in ganz Deutschland.

Bei diesem Rundgang zeigte Andreas Flegel Objekt, die sonst eher unscheinbar sind und erst im Lichtstrahl der Taschenlampe in den Fokus geraten. Beim Museumstag in Bad Düben öffneten auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ihr Traditionskabinett. "Wir haben uns 2009 gegründet und sammeln sämtliche Feuerwehrtechnik", erzählte Harald Vogel. Im Mittelpunkt der Sammlung steht neben einem Ausstellungsraum samt historischer Raritäten aus fast 100 Jahren Feuerwehr die KS 25. Das ist ein Feuerwehrfahrzeug aus dem Jahre 1937. "Fast alles daran ist noch original und fahrtüchtig ist er obendrein auch noch", stellte Vogel klar. Auch das Bad Dübener Landschaftsmuseum war eines von über 1650 Museen in Deutschland, die im Rahmen des Museumstages öffneten und die Besucher zum kostenlosen Rundgang durch die Ausstellung einlud. Die Besucher konnten nicht nur einen Blick ins Museum, die Burg und den Hexenkeller werfen, sondern auch das Pegelhäuschen an der Mulde und die Bergschiffmühle besichtigen. Das stammt von 1893. Als das alte nicht mehr genutzte Pegelhaus 2005 dem Museum übergeben wurde, beschäftigte sich eine kleine Gruppe von Heimatfreunden mit der noch vorhandenen Technik und gestaltete das alte Pegelhaus zu einem hydrologischen Kleinmuseum um.

Höhepunkt im Landschaftsmuseum war eine Führung, die von Schülern der evangelischen Grundschule durchgeführt wurde. Die Mädchen und Jungen besuchten im Rahmen des Kurses Stadtgeschichte jede Woche das Museum. Bei einem Rundgang erläuterten die Kinder den Besuchern unter anderem die Entstehung und Funktionsweise des Eisenhammers, die Geschichte der Schuhmacherei in Bad Düben und erzählten warum die alte Drogerie Schulze jetzt im Museum steht.

Steffen Brost

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