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Eilenburg Mit viel Musik: Flüchtlingsklasse auf der Roten Jahne startet in die Feiertags-Ferien
Region Eilenburg Mit viel Musik: Flüchtlingsklasse auf der Roten Jahne startet in die Feiertags-Ferien
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07:00 19.12.2015
Ins traditionelle Weihnachtsliedersingen am Berufsschulzentrum Rote Jahne stimmen auch neue Schüler aus Flüchtlingsfamilien ein. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg/Rote Jahne

In der großen Pause, vor den Ferien zu Weihnachten und zum Jahreswechsel, singen sie die festlichen Klassiker vom Jesuskind, der Heiligen Nacht und vom Frieden. Im Foyer des Eilenburger Berufsschulzentrums formieren sich am Freitag junge Frauen und Männer auf den Galerien zum traditionellen Weihnachtsliedersingen. Das erste Mal sind 24 Schüler der sogenannten VKA-Klasse, was so viel wie Vorbereitungsklasse Deutsch mit praktischem Aspekt bedeutet, dabei.

Auch Ibr-Louis Almhana aus Syrien und Ibrahim Liddawi aus Palästina mischen sich unter die Sänger. Noch können sie erst ein paar Brocken Deutsch. Aber in Englisch hatten sie vor ihrem ersten Kulturprogramm an der neuen Schule von ihren Träumen und Wünschen erzählt. Der 17-jährige Louis möchte IT-Ingenieur werden. Ibrahim, 19, eine Friseurausbildung absolvieren. Er habe schon Vorkenntnisse, erzählt der junge Mann. Er ist Moslem, Louis Christ. Die Freunde wünschen sich in Deutschland eine Perspektive, leben mit ihren Familien zurzeit in Eilenburg und Krostitz.

„Jesus kommt im Islam ganz gut weg“, stellt der Moderator des kleinen Events mit internationalem Flair zu Konzertbeginn fest. Die Schule hat zur Begleitung sogar Profi-Musiker aus Leipzig engagiert. Begrüßt wird in deutscher und erstmals auch in englischer Sprache: „Very warm welcome“ (ein warmes Willkommen) und „hope for a little bit funny“ (hoffentlich ein bisschen Spaß) ist vor allem auch an die Neulinge gerichtet, die vor dem gemeinsamen Gesang teilweise noch etwas verstreut und allein an den Tischen im Foyer warten. Die VKA-Klasse hat sich erst Ende November am Eilenburger Berufsschulzentrum im Doberschützer Nachbarort Rote Jahne formiert. „Vor zwei Wochen gab es in den anderen Klassen ein Projekt, das dafür sensibilisieren sollte, was Flucht bedeutet“, ist von Schulleiterin Dagmar Fröhlich zu erfahren. Integration bedeute für die Einrichtung nunmehr, die Schüler aus Ländern des nahen Ostens wie Syrien, Irak, Iran, Pakistan und Afrikas wie Eritrea in den ganz normalen Alltag einzubeziehen. Ob in der Hofpause im Freien oder beim gemeinsamen Kochen, das die Erzieherklasse nach dem Weihnachtsliederspektakel plant – die ersten Kontakte sind da.

Die Verständigung klappt vorerst in Englisch oder per Smartphone. „Im Unterricht wird allerdings Deutsch gesprochen“, betont Theresa Walter, die Klassenleiterin der VKA-Gruppe. Die 25-Jährige, die in Deutsch als zweite Fremdsprache einen Master-Abschluss gemacht und mit der neuen Aufgabe ebenfalls am Eilenburger BSZ erst startete, unterrichtet ihre Schützlinge im Alter zwischen 17 und 27 Jahren rein altersmäßig auf Augenhöhe. Ihre ersten Erfahrungen, betont sie, seien sehr positiv. „Die Klasse ist sehr motiviert. Alle sind sehr höflich und zuvorkommend.“

Von Karin Rieck

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