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Eilenburg Mitnetz investiert 1,1 Millionen Euro ins Eilenburger Mittelspannungsnetz
Region Eilenburg Mitnetz investiert 1,1 Millionen Euro ins Eilenburger Mittelspannungsnetz
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00:19 02.06.2017
Hinten die Baustelle am Deich, vorn sind die Verlegearbeiten der Erdkabel schon weitergerückt, zeigen Polier Ronny Münch (links) und Lothar Haupt, Inhaber der gleichnamigen Audenhainer Elektrofirma Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Was da derzeit auf den Wiesen neben der Muldebrücke vor sich geht, fällt auf. Dabei ist es eher ein kleiner Bagger, mit dem gearbeitet wird, aber er hat eine Scharte in den Hochwasserschutz-Deich gegraben. Der Grund dafür: Netzbetreiber Mitnetz verlegt neue Mittelspannungs-Kabel. „Dieses Verfahren ist eine Forderung der Landestalsperrenverwaltung. Prinzipiell wäre es möglich, die Kabel in geschlossener Bauweise durch den Deich zu führen. Aber man will sich darüber sicher sein, was im Untergrund unten passiert“, erklärt Mario Hörl, Leiter des Projektmanagements Mitnetz Strom. Seitens der Talsperrenverwaltung (LTV) werde befürchtet, dass unbemerkt Ausspülungen und Hohlräume zurückbleiben, die dann im Hochwasserfall die Standfestigkeit beeinträchtigen könnten.

Material-Prüfung

Derzeit wird das Hochwasserschutzbauwerk neben der Muldebrücke bereits wieder von Grund auf geschlossen. Dieser Prozess laufe streng kontrolliert und dokumentiert ab. Jede der eingebrachten Materialschichten, werde von einem Prüflabor untersucht, betont Mario Hörl. Sie müssen genau zu den anschließenden des Altbauwerks passen, der Verbund muss fest sein. Um die Rohre herum ist zudem ein sogenannter Betondämmer, ein Spezialmaterial eingebracht, das sie dicht umschließt, damit keine Ausspülungen möglich sind.

Deich-Kreuzungen

Zudem laufen diese Arbeiten in der Flussaue um diese Jahreszeit mit einer Ausnahmegenehmigung des Naturschutzes. Denn sonst hätte es an dieser Stelle kaum ein offenes Zeitfenster für den Bau der an der sogenannten Deichkreuzung gegeben, als er im zeitigen Frühjahr startete, stieg zum Beispiel gerade der Flusspegel. „Da mussten wir den Deich schnell wieder zumachen“, berichtet Polier Ronny Münch von der Firma Lothar Haupt Audenhain. Auch der Deich in der Schlossaue wurde bereits in dieser Weise gekreuzt. Vor allem aber haben sich die Mitarbeiter mit Hilfe einer Spülbohrung unter der Mulde durchgearbeitet. Der Bogen des Mühlgrabens im Norden von Eilenburg wurde dann in offener Bauweise umgangen. „Damit sind die Einbindungen fürs Umspannwerk dann komplett neu“, erklärt Hörl. Über das Umspannwerk werden rund 37 000 Kunden im Netzgebiet der Mitnetz und rund 16 000 Kunden im Gebiet der Stadtwerke mit Strom versorgt. Es ist mit fernschaltbaren Trafostationen bestückt, die im Störfall schneller eine Wiederversorgung gewährleisten.

Unauffällige Inbetriebnahme

Alte Massekabel und Mittelspannungsfreileitungen wurden demontiert, das Mittelspannungskabel zweifach, insgesamt 9,8 Kilometer, auf der neuen Trasse der sogenannten Westausleitung Eilenburg verlegt. Das Netz soll so fit gemacht werden für die Zukunft. Zum einen müssen auch Stromleitungen irgendwann erneuert werden, zum anderen stellt die Zuleitung der Erneuerbaren Energien andere Anspruche als früher. 1,1 Millionen Euro werden deshalb in Eilenburg investiert. Nun laufen nur noch Restarbeiten. Mit der Fertigstellung wird Ende Juli gerechnet. Aber wenn die neue Trasse in Betrieb geht, wird das niemand merken. Fürs Umschalten wird die Stromversorgung nicht unterbrochen.

Von Heike Liesaus

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