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Eilenburg Mockrehna sucht händeringend neuen Hausarzt
Region Eilenburg Mockrehna sucht händeringend neuen Hausarzt
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07:55 07.12.2018
Ute Geus, Rosel Süptitz, Bernhard Wagner und Marian Wendt (von links) sind nach dem Gespräch in der Kassenärztlichen Vereinigung optimistischer. Quelle: privat
Mockrehna

Vier Monate nach dem plötzlichen Tod des beliebten Hausarztes Peter Geus in Mockrehna sucht die Gemeinde händeringend einen Nachfolger, um die Patientenversorgung in der ländlich geprägten Kommune wieder reibungslos absichern zu können. Am Mittwoch sprachen der nordsächsische Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) zusammen mit Ute Geus, der Witwe des verstorbenen Arztes, Rosel Müller-Süptitz, Leiterin des Seniorenzentrums Am Gutspark, und Ortsvorsteher Bernhard Wagner bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) in Leipzig vor.

Finanzielle Anreize für Ärzte

Wendt wertete das Gespräch im Nachgang als „durchaus positiv, auch wenn noch kein konkreter Arzt für Mockrehna gefunden wurde“. Von verschiedenen Seiten werde „intensiv an einer Lösung gearbeitet“, teilte der Bundestagsabgeordnete mit. Wendt zufolge wolle die KVS die Ansiedlung eines neues Hausarztes in Mockrehna unterstützen. Wenn beispielsweise ein niedergelassener Arzt eine Zweitpraxis in Mockrehna eröffnet, gäbe es finanzielle Anreize sowie ein Beratungsangebot, „so dass Interessenten keine übermäßigen bürokratischen Hürden befürchten müssen“, informierte Wendt. In der Praxis könnte dann ein Arzt angestellt werden – auch das favorisieren mitunter junge Ärzte, weil sie sich dann nicht selbstständig machen müssten und weniger Risiko tragen.

Ortsvorsteher: Situation ist eine Katastrophe

„Es ist zurzeit eine echte Katastrophe, dass wir keinen Hausarzt mehr haben“, sagte Mockrehnas Ortsvorsteher Bernhard Wagner. „Wir kämpfen an allen Fronten, auch unser Bürgermeister. Wir haben auch schon mit Ärzten gesprochen. Da läuft sehr viel im Hintergrund, aber bislang ohne Erfolg“, so Wagner weiter. Dabei wolle die Gemeinde einem neuen Hausarzt größtmögliche Hilfestellungen geben. Laut Wagner verfüge Mockrehna über ausreichend Bauplätze. Auch Kita-Plätze wären kein Problem. Insgesamt sei die Infrastruktur für junge Familien gut. Es gibt einen S-Bahn-Anschluss – man ist in 35 Minuten in Leipzig auf dem Hauptbahnhof –, eine Grund- und Oberschule und zwei Supermärkte, die Städte Eilenburg und Torgau sind nicht weit und binnen weniger Minuten erreichbar. Das alles sind Vorzüge, die die Gemeinde immer wieder in die Waagschale wirft. „Wo es uns als Gemeinde möglich ist, einen neuen Arzt bei der Ansiedlung unterstützen zu können, machen wir das.“ Auch bezüglich eines neuen Praxis-Standortes wolle die Kommune bei der Suche behilflich sein.

Mockrehna hat hohe Priorität

Gut sei laut Wagner die Tatsache, dass die KVS die Region um Torgau ganz oben auf der Agenda habe. Das bedeutet: Wenn mit Ärzten über eine Niederlassung gesprochen werde, dann käme die Region zuerst in Betracht. Das bestätigte auch Wendt: „Die Torgauer Region hat eine sehr hohe Priorität bei der KVS.“

Die Patienten von Peter Geus suchen derzeit Ärzte in Audenhain, Röcknitz, Doberschütz, Torgau und Eilenburg auf. Im Schnitt hatte Peter Geus 1500 Patienten pro Quartal behandelt. Der Mediziner, der seit 27 Jahren die Landarztpraxis in Mockrehna führte, war im August im Alter von 63 Jahren verstorben. Im März gab er der LVZ noch ein Interview, sagte, dass er hofft, dass seine Tochter Ulrike eines Tages die Praxis übernimmt. Sie steht aber erst am Anfang ihrer Ärzte-Laufbahn, beginnt nunmehr ihre fünf Jahre andauernde Facharztausbildung. Peter Geus’ Tod kam viel zu früh – in vielerlei Hinsicht.

Von Nico Fliegner

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