Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Mockrehna und Doberschütz wollen gemeinsam Grundzentrum werden
Region Eilenburg Mockrehna und Doberschütz wollen gemeinsam Grundzentrum werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 15.03.2018
Das Ortseingangsschild von Mockrehna. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Mockrehna/Doberschütz

Wie soll sich Mockrehna entwickeln? Geht es nach dem Regionalen Planungsverband (RPV) Leipzig-Westsachsen, ist die Pumphut-Gemeinde ein starker Selbstversorger, der einer Einstufung als Grundzentrum nicht bedürfe. Stattdessen sollen Beilrode und Belgern-Schildau diesen besonderen Status erhalten. In Mockrehna sorgt das für Widerstand. Wie berichtet, will Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) um den für Aspekte wie Größe des Einzelhandels, Fördermittel, ÖPNV, Grund- und weiterführende Schulen entscheidenden Status kämpfen – eine vielversprechende Option hat nun Dietmar Kloß (CDU), Ortsvorsteher von Schöna, in die emotional aufgeladene Debatte gebracht.

Kloß: „Unsere Voraussetzungen sind optimal“

Kloß schlägt vor, dass Mockrehna künftig gemeinsam mit der Nachbargemeinde Doberschütz einen sogenannten grundzentralen Verbund bildet. „Unsere Voraussetzungen sind optimal“, betont er. „Wir erfüllen alle Kriterien, um Grundzentrum zwischen Eilenburg und Torgau zu werden. Es hapert allein an den Köpfen – ein Manko, das ein Verbund beseitigen würde.“ Die Festlegung als Grundzentrum ist erst ab einer Mindestgröße von 7000 Einwohnern zulässig. Derzeit leben rund 5000 Menschen in Mockrehna, ein Verbund mit Doberschütz käme auf mehr als 9000.

Der Ortsvorsteher liefert auch Argumente für seinen Plan. Unter anderem bestünden zwischen beiden Kommunen vielfältige Verbindungen auf zwischenmenschlicher Ebene. Er selbst sei ein gutes Beispiel. Aufgewachsen im Gebiet von Mockrehna, ging Kloß zusammen mit Kindern aus Doberschütz auf die Schule. Es entstanden Freundschaften, die teilweise noch heute andauern. Außerdem verweist er darauf, dass viele Doberschützer nach Mockrehna zum Einkaufen fahren, wo neben Penny auch Netto um die Gunst der Kunden buhlt.

Klepel: „Der Status Grundzentrum hat für uns große Bedeutung“

Seine Idee hat Kloß unlängst an Peter Klepel herangetragen. Mockrehnas Bürgermeister ist angetan, will diese nun Stück für Stück erweitern. Dafür habe er unter anderem mit Matthias Müller (CDU) gesprochen, dem Bürgermeister von Wermsdorf. Der strebt für seine Gemeinde – nahe Oschatz gelegen – einen grundzentralen Verbund mit der Kleinstadt Mügeln an.

„Der Status Grundzentrum hat für uns große Bedeutung“, sagt Klepel. Zum Beispiel sei es damit leichter, an Fördermittel zu kommen. Auch sei ein Einkaufsmarkt mit 1000 Quadratmeter Fläche möglich. Aktuell liege die Grenze bei 800 Quadratmetern. Klepel betont: „Es soll eine Kooperation werden, keine Zusammenlegung. Beide Gemeinden blieben selbstständig.“

Märtz: „Die Idee ist top“

Und was sagt Roland Märtz? Das Gemeindeoberhaupt von Doberschütz ist dem Vorschlag ebenfalls zugeneigt. „Die Idee ist top“, findet er, entsprechende Gespräche mit seinen Amtskollegen Klepel und Müller bestätigend. Er macht darauf aufmerksam, dass es im Ortskern von Doberschütz an einem Zahnarzt mangele, nur Sprotta habe zurzeit einen. Der Status grundzentraler Verbund könnte das ändern, so der CDU-Politiker. Hinter dem Begriff grundzentraler Verbund verbirgt sich eine enge Kooperation, um Versorgungs-, Betreuungs-, Wirtschafts- und Dienstleistungsfunktionen zu stärken.

Von Matthias Klöppel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Osterbasteln in Schnaditz hat kreative Besucher aller Altersgruppen begeistert. Unter fachkundiger Anleitung haben Kinder und Erwachsene Dekorationen und kleine Geschenke hergestellt. Bis zum Abend konnte gemalt, gefaltet oder geflizt werden.

15.03.2018

Perfektes Timing: Pünktlich zur Jahreshauptversammlung steht bei der Eilenburger Feuerwehr die neue Drehleiter vor der Tür. Neue Technik für die Kameraden, die im vorigen Jahr zu 381 Einsätzen gerufen wurden.

11.03.2018

Die Tagesmütter in Eilenburg sollen mehr Geld bekommen. Doch der Stadtrat hat das Thema vertagt. Wie geht es jetzt weiter?

13.03.2018
Anzeige