Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Mockrehnas Bürgermeister strebt dritte Amtszeit an
Region Eilenburg Mockrehnas Bürgermeister strebt dritte Amtszeit an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:48 22.01.2019
Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel hat noch einiges vor. Quelle: Wolfgang Sens
Mockrehna

Doppelhaushalt, Einkaufsmärkte, Arzt-Suche und der Straßenbau Strelln – 2019 steht einiges an in Mockrehna. Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) spricht im Interview darüber und kündigt an, in puncto Bürgermeister-Tätigkeit noch einiges vorzuhaben.

Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel. Quelle: Wolfgang Sens

Wenn Sie auf 2018 zurückblicken – war es ein gutes Jahr für Mockrehna?

Ja, das war es. Wir haben verschiedene Maßnahmen realisieren können, auch wenn es keine großen waren, wie ein Schulhaus- oder Kita-Neubau. Aber dank der Investprogramme konnten wir das Nebengebäude einschließlich Garagen am Verwaltungssitz in Mockrehna für rund eine Viertelmillion Euro sanieren. Zu nennen wäre der öffentliche Kinderspielplatz in Schöna am Kulturzentrum für 20 000 Euro, ebenso der Spielplatz in Langenreichenbach am Kindergarten, der über 50 000 Euro gekostet hat sowie die Straßenbeleuchtung in Audenhain.

Mockrehna bekommt den Status Grundzentrum nicht. Welche Folgen hat das für die Gemeinde?

Offiziell haben wir die Information noch nicht, dass wir den Status nicht bekommen. In unserer Stellungnahme zum Entwurf, in dem wir nicht als Grundzentrum vorgesehen sind, sind wir in Widerspruch gegangen und haben uns klar positioniert. Als bekannt wurde, dass Dommitzsch Grundzentrum werden soll, habe ich nochmal in einem Schreiben bekräftigt, dass diese Notwendigkeit für Mockrehna weiter besteht. Wir kämpfen weiter.

Der Schönaer Ortsvorsteher Dietmar Kloß überraschte zu Beginn letzten Jahres mit dem Vorstoß, dass Mockrehna einen Verbund mit Doberschütz bilden könnte. Sie zeigten sich nicht abgeneigt, oder?

Richtig. Ich hatte mit dem Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz gesprochen. Wir haben diese Bereitschaft in unserer Stellungnahme vermerkt. Wir würden das auch angehen und ausbauen. Aber wir haben ja nicht mal eine Antwort bekommen, wissen nicht, ob es überhaupt etwas bringen würde. Wenn es nichts nützt, würden wir es nicht machen.

Seit Jahren ist der Straßenbau in Strelln ein Thema, ein Baubeginn war immer wieder avisiert, wurde aber immer wieder verschoben. Laut Landkreis-Dezernent Eckhard Rexroth soll im März Baubeginn sein. Glauben Sie daran, dass es wirklich losgeht?

Wir hatten kurz vor Weihnachten einen Termin im Landratsamt. Meines Wissens läuft jetzt auch alles planmäßig. Ich denke, jetzt ist es wirklich soweit. Die aktuellen Aussagen aus dem Landratsamt stimmen zuversichtlich.

Zu einem weiteren Dauerthema scheint mittlerweile die von der Gemeinde gewünschte Linksabbiegespur B 87, Höhe Schulcampus, zu avancieren ...

Wir haben schon mehrfach deshalb beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr vorgesprochen, Schreiben aufgesetzt, bisher ohne Erfolg. Was verwunderlich ist, weil seitens des Amtes davon gesprochen wird, dass die Ortsdurchfahrt 2019/2020 erneuert werden soll. Da wäre es doch unabhängig von dem bürokratischen Aufwand lächerlich, wenn dieses kleine Stück nicht mitgemacht wird. Verständnis ist schon lange nicht mehr da. Das Gelände als solches gibt es her, der Planungsaufwand wäre auch sehr gering. Wir haben auch angeboten, dass wir eventuell die Planung anschieben und uns einbringen. Auch das hat nichts gebracht. Wir kämpfen weiter und werden das Thema spätestens dann wieder benennen, wenn die Gespräche zur Ortsdurchfahrt anstehen.

Penny und Netto wollten erweitern. Doch getan hat sich nichts. Woran liegt es?

Das ist jeweils Planungssache der jeweiligen Discounter. Die Absicht seitens Netto besteht noch, sie müssen das in ihrem Haushalt sicher auch einplanen. Es geht ja um Anbau und Sanierung, gemacht ist das sicher schnell. Ich habe diesbezüglich keine neuen Informationen. Dies betrifft auch den geplanten Penny-Neubau. Ich will keinesfalls sagen, das wird nichts, aber es ruht eben derzeit. Wir können es nicht beeinflussen.

Die Bürger verfolgen mit großem Interesse, was sich in puncto Einkaufsmärkte tut. Ist da die Gemeinde am Thema dran, oder warten Sie ab, wie sich das Ganze entwickelt?

Es wär schon eine schöne Sache, wenn dies für die Gemeinde klappen würde. Auch wenn es viele Für und Wider gab. Ich werde Kontakt mit den Verantwortlichen aufnehmen, was es Neues gibt.

2017/18 gab es erstmals einen Doppelhaushalt. Welche Erfahrungen hat die Gemeinde damit gemacht?

Es hat sich bewährt. Wir hatten keine Notwendigkeit, einen Nachtragshaushalt zu machen. Dem Gemeinderat haben wir vorgeschlagen, wieder einen Doppelhaushalt aufzustellen. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Eröffnungsbilanz aussteht, Jahresabschlüsse aufgearbeitet werden müssen. Dazu kommt, dass Kämmerin Gisela Lohse zum Jahresende in Ruhestand geht, die Stelle ist ausgeschrieben. Ich hoffe, dass wir den Etat im März/April beschließen können. Genehmigt bekommen wir ihn sowieso erst, wenn die Eröffnungsbilanz vorliegt.

Welche Schwerpunkte will Mockrehna setzen?

Die Nebenanlagen zum Straßenbau Strelln sind das Hauptthema für 2019 und 2020. Ansonsten Straßeninstandsetzungen. Große Maßnahmen gibt es nicht.

Im Baugebiet Am Gassenteich, wo es 16 Baugrundstücke gibt, sind die ersten Kaufverträge unterschrieben. Wo kann die Gemeinde Bauwilligen noch Platz anbieten?

In den Ortsteilen gibt es verschiedene Lücken, in Gräfendorf verhandeln wir gerade mit einer jungen Familie. Eigentlich gibt es in allen Ortsteilen noch einzelne Bauplätze. Andiskutiert haben wir auch schon die Planung eines weiteren größeren Gebietes in Mockrehna – der ehemalige Sportplatz neben dem neuen Friedhof. Dazu muss aber erstmal weitgehend das Areal Gassenteich abgeschlossen sein.

Mit dem überraschenden Tod von Peter Geus ist das Arzt-Problem in Mockrehna akut. Inwieweit kann die Gemeinde helfen?

Ortsvorsteher Bernhard Wagner und Rosel Müller-Süptitz vom Seniorenzentrum sind da ja schon sehr engagiert, Gespräche in alle Richtungen zu führen. Ich bin ganz optimistisch, dass es eine Lösung gibt.

2019 wird ein neuer Gemeinderat gewählt. Wie fällt Ihr Fazit zum bisherigen aus?

Sehr gut, wir hatten nicht eine Sitzung, die wegen mangelnder Beschlussfähigkeit nicht stattfinden konnte. Die Zusammenarbeit war sehr gut, auch die Ortschaftsräte haben sich sehr gut eingebracht , dafür bin ich allen sehr dankbar.

Was erwarten Sie vom neuen?

Es werden einige neue dazukommen. Intern wurde auch schon darüber gesprochen, inwieweit eine Verjüngung stattfinden sollte. Wenn ältere Räte sagen, sie wollen aufhören, hab ich dafür sicher auch Verständnis. Ich habe unsere Ortsvorsitzenden auch gebeten, dass sie sich mit darum kümmern, dass sich junge Leute bewerben. Eine gute Mischung zwischen bisherigen und neuen wäre das beste.

Sie haben 7-mal Bürgermeisterwahlen gewonnen, Ihre zweite Amtszeit in Mockrehna endet 2020. Streben Sie eine dritte Amtszeit an?

So, wie ich mich momentan fühle, ist noch ausreichend Energie da, viel Lust und Freude. Mit Aufhör-Gedanken habe ich mich noch nicht beschäftigt, ich würde mich zu Hause langweilen. Ich strebe eine dritte Amtszeit an, ja. Wenn die Mockrehnaer mich nochmal wollen und die Gesundheit mitspielt – gern.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Feldweg in Mörtitz führt über Privatland. Der Eigentümer will, dass die Gemeinde ihn wieder in geordnete Bahnen lenkt. Jetzt reichte er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Bürgermeister ein.

22.01.2019

Die Radwege von und nach Doberschütz kommen. Doch ein Baubeginn lässt sich noch nicht seriös nennen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bremst jedenfalls diesbezügliche Hoffnungen der Gemeinde.

21.01.2019

Die Ausstellung „Die Welt der bunten Steine“ lädt im Eilenburger Stadtmuseum zum Staunen und Schauen ein. Jetzt konnte der 1000. Besucher begrüßt werden. Und die Schau ist verlängert.

21.01.2019