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Monteure, Geschäftsleute, Touristen - wer übernachtet in Eilenburg?

Monteure, Geschäftsleute, Touristen - wer übernachtet in Eilenburg?

Wer übernachtet in Eilenburg? Größere Gäste-Gruppen unterzubringen, sei nicht so einfach. Das hat Heiko Leihe vom Bereich Wirtschaftsförderung beobachtet. "Aber wir buchen die Zimmer ja zu Zeiten, in denen die Unterbringungen ohnehin gut nachgefragt sind.

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Josefin Taudt schüttelt die Betten für Gäste auf. Sie ist Inhaberin der Pension Agape in Behlitz.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. " Dann seien zum Beispiel für Künstler, die beim Stadtfest mitwirken, oder für den Besuch aus der Partnerstadt Butzbach Betten zu finden. Im Grunde gibt es dafür nur zwei Herbergen mit der richtigen Größe und Ausstattung, die da in Frage kämen: das Rialto, sechs Doppelzimmer und drei Einzelzimmer, und die Pension am Stadtpark, die über acht Doppel- und zwei Einzelzimmer verfügt. Aber es werde in solchen Fällen auf das Internat der Schornsteinfegerschule zurückgegriffen, das zum Wochenende meist frei ist.

Die Stadt hatte vor der Entscheidung für den Umbau des alten Gefängnisses zur Pension eine Studie in Auftrag gegeben. Die ergab, dass es für Zimmer in höherwertiger Ausstattung und mit gewisser Größenordnung durchaus Bedarf gibt. Generell aber ist von einer 30-prozentigen Auslastung die Rede. Und wer sich auf den einschlägigen Internetseiten umsieht, der findet eine gewisse Auswahl: Da gibt es einfache ebenso wie gemütliche Zimmer, solche mit Hotelstandard, aber auch kleinere und größere Ferienwohnungen. Bei einigen Pensionen scheint die Auslastung in der Woche sogar besser zu sein als am Wochenende. So bietet Schuberts Hof auf der Website das Doppelzimmer von Montag bis Donnerstag für 57,50 Euro und von Freitag bis Sonnabend für 50 Euro an.

Als "völlig gemischt" bezeichnet Jörg Brade von der Pension "Am Park" sein Klientel. "Wir haben Monteure, Geschäftsleute, genauso wie Privatpersonen, die Verwandte in der Stadt, zum Beispiel zu Familienfeiern besuchen." Touristen seien seltener, aber sie kommen: Radfahrer vom Mulderadweg oder Wanderer. "Neulich war ein Paar aus den alten Bundesländern da, das sich den Osten ansehen wollte. Da liegt Eilenburg ganz günstig. Leipzig, aber auch Dresden und Berlin sind gut zu erreichen. Für unsere Gäste ist es auch nicht weit bis zur S-Bahn."

Die Lage im Hotel und Restaurant Rialto ist ähnlich: "Sehr viele Geschäftsleute", sagt Inhaber Ralf Jahnke. "Baufirmen und Handwerker etwas weniger. Aber erstaunlicherweise sind auch viele von der Bahn da, die Rangierarbeiten tätigen." Am Wochenende beherberge auch das Rialto oft Teilnehmer von Familienfeiern und Klassentreffen. Auch hier sind Touristen in der Minderheit: "Aber wir sind beim Radwandern ohne Gepäck dabei. Wo das Gepäck von einem Hotel zum nächsten gebracht wird." Die Zeiten der höchsten Auslastung im Jahr kann Jahnke nicht eingrenzen. Das Wetter spielt offenbar keine Rolle. Gerade in dieser Woche sei das Rialto ausgebucht. Und nächste Woche auch.

Das ist in einer der jüngsten Pensionen im Umland, Agape im Eilenburger Ortsteil Behlitz, die vor reichlich drei Jahren eröffnete, anders. Sie ist doch eher von Erholungssuchenden frequentiert: "Und gerade ist der letzte Gast raus", ist da zu hören. Aber nach Weihnachten und zu Silvester hätten sich sogar Familien aus der näheren Umgebung einquartiert, um mit Kindern freie Tage zu verleben. "Bestimmt auch, weil wir hier die Tiere und den Wald haben. Platz für Familienfeiern haben wir ja auch." Ansonsten sei die Gästeschar, die vor allem in den wärmeren Monaten anreist, durchaus international. "Wir hatten hier schon Holländer, Polen, Tschechen, Österreicher, Schweizer, Italiener, Iren", zählt Sigrun Taudt, Mutter der Inhaberin Josefin Taudt auf. "Neulich sagte ein Gast: Wir waren in Barcelona, in Budapest, Bukarest, jetzt sind wir in Behlitz und dann kommen Dresden und Prag. In so einer Reihe findet man sich gern wieder."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2015
Heike Liesaus

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