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Eilenburg Mordversuch in Torgau – 13 Jahre Haft für 44-Jährigen und Sicherungsverwahrung
Region Eilenburg Mordversuch in Torgau – 13 Jahre Haft für 44-Jährigen und Sicherungsverwahrung
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17:31 25.09.2018
Der 44-Jährige beim Prozessauftakt. Quelle: Lucas Böhme
Leipzig

Vor dem Leipziger Landgericht ist am Montag ein 44-jähriger Torgauer wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung zu 13 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitzenden Richter Hans Jagenlauf sah es als erwiesen an, dass sich Kenneth E. am 7. Juli 2017 auf dem Torgauer Marktplatz in eine Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Deutscher und einer Gruppe syrischer Jugendlicher eingemischt hatte.

Schüsse aus Nahdistanz

Aus einer Entfernung von gut einem Meter habe er unvermittelt zwei Schüsse auf einen der Syrer abgegeben und sich dann vom Tatort entfernt. Das Opfer, ein damals 22-Jähriger, wohnhaft in Nordrhein-Westfalen, der bei seinen Cousins in Torgau zu Besuch, war schwebte zwischendurch in Lebensgefahr und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Zeugen können sich nicht erinnern

Der Prozess, der bereits im März dieses Jahres begann, verzögerte sich immer wieder aufgrund mehrerer Umstände. Eine für Staatsanwältin Vanessa Fink anfänglich eindeutige Beweislage geriet zwischenzeitlich ins Wanken. Mehrere Zeugen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters widerriefen im Verfahren ihre Zeugenaussagen, die sie im direkten Nachgang der Tatnacht bei der Polizei getätigt hatten. „Glauben sie ernsthaft, sie können uns hier alle veralbern?“, fragte Fink einen der Zeugen an einem Verhandlungstag im Juni.

Quelle: Christian Wendt

Der Mann stammte genau wie der Angeklagte E. aus dem rechts offenen bis rechtsextremen Torgauer Drogenmilieu, und behauptete, dass er sich an seine detaillierten Aussagen während der Vernehmung bei der Polizei nicht mehr erinnern könne. Erst als an einem späteren Verhandlungstag eine ehemalige Lebensgefährten des Angeklagten vor Gericht einen Nervenzusammenbruch hatte, unter Tränen gestand sich an die Geschehnisse der Tatnacht genau erinnern zu können und den Angeklagten belastete, war auch der Ausgang des weiteren Verfahrens zu erahnen.

Angeklagter schon einmal wegen Mordes verurteilt

Kenneth E. wurde 1996 schon einmal wegen Mordes vom Leipziger Landgericht schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Damals sah es das Gericht als erwiesen an, dass er als Mitglied einer kriminellen Bande einen 19-Jährigen Komplizen in einem Kaolinwerk in Demlitz bei Döbeln mit zwei Schüssen in den Kopf gezielt hinrichtete, weil er fürchtete, dass dieser „quatschen“ könnte.

Ein mögliches Motiv für die jetzige Tat konnte das Gericht nicht abschließend klären. Auch wenn es während der Verhandlung etliche Indizien für eine rassistisch motivierte Tat gab. In der Urteilsbegründung brachte Richter Jagenlauf diese Indizien eindeutig auf den Punkt: „Wir haben hier eine deutlich rechte Neigung in der Gruppierung um E. feststellen können.“

Von Edgar Lopez

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