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Eilenburg Morellensee-Betreiber in Doberschütz: „Reich werden kann man davon nicht“
Region Eilenburg Morellensee-Betreiber in Doberschütz: „Reich werden kann man davon nicht“
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00:35 13.04.2018
Sigmar Frömmichen ist seit 2015 Eigentümer des 1,5 Hektar großen Grundstücks mit dem Morellensee. Quelle: Bärbel Schumann
Doberschütz

„Auf dem Gelände gibt es immer etwas zu tun“, sagt Sigmar Frömmichen. Er ist Betreiber und Inhaber des Erholungsgebietes nur wenige Meter von Doberschütz entfernt. Das rund 1,5 Hektar große Areal kaufte er 2015 von der Gemeinde Doberschütz. Schon davor, seit 2006, gehörte er zu den beiden Pächtern des Geländes mit Teich, Imbiss, Freisitz, Kinderspielmöglichkeiten, Sommerkegelbahn, Beachvolleyballplatz mit Flutlicht und einem kleinen Bereich für Kurzcamper. „Dauercamping wie noch zu DDR-Zeiten ist hier nicht mehr möglich. Die Anforderungen an einen solchen Platz kann ich nicht erfüllen. Duschen fehlen“, erzählt der Doberschützer. Dennoch kämen aber manche Kurzzeitcamper.

Zum Baden, zum Spielen ziehe es aber viele Familien mit Kindern an den See. Das seien vor allem jene, die naturnahe Erholung schätzten. „Von Mockrehna, Strelln und Doberschütz kann man den Radweg benutzen.“ Sie schätzten auch, dass kein Eintrittsgeld anfällt. Und an Sommertagen natürlich auch das Baden im Morellensee. „Es gibt das Gerücht, dass hier Baden verboten sei. Das stimmt so nicht. Der See gilt als wilde Badestelle. Einmal im Jahr lasse ich das Wasser untersuchen. Bisher war immer alles in Ordnung, nichts sprach gegen das Baden im See“, so Frömmichen. Bis zu zwei Meter tief ist das rund einen Hektar große Gewässer an manchen Stellen. Gespeist wird es von Regenwasser und bei Bedarf im Sommer aus einem Brunnen. Der See sei ursprünglich eine Pferdetränke gewesen. Sein Name soll von dem einer Kirschsorte abgeleitet worden sein, von der es in Seenähe vor zig Jahren eine Plantage gegeben haben soll.

Gern tummeln sich Angler an einer der Uferseiten. „Aber nur mit einer erworbenen Tageskarte und gültigem Fischereischein ist das möglich“, ergänzt Frömmichen. Er arbeite gut mit dem örtlichen Angelverein zusammen. Im vergangenen Jahr sei neuer Besatz in den See gekommen.

Ein Blick über den Wandkalender verrät, dass auch manche Familienfeier noch in diesem Jahr am Morellensee geplant ist. Auch Kindergruppen kämen gern. Tradition hat am Morellensee das gemeinsame Fußball-Gucken zu Großereignissen, bei der die Nationalmannschaft aufläuft.

Ohne Eintritt ein solches Areal bewirtschaften, geht das überhaupt? „Reich werden kann man davon nicht. Mit dem Imbiss und den Feiern sowie der Hilfe der Familie überlebt man.“

Von Bärbel Schumann

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