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Motorsägenmeisterschaft in der Dübener Heide - Waldarbeiter kämpfen gegen die Stoppuhr

Motorsägenmeisterschaft in der Dübener Heide - Waldarbeiter kämpfen gegen die Stoppuhr

Battaune. Das Revier Schöneiche, nahe Battaune, war am Donnerstag Austragungsort der Nordsächsischen Motorsägenmeisterschaft der Forstbezirke Taura und Leipzig.

34 gestandene Waldarbeiter maßen ihr Können und stellten sich einem Wettbewerb, bei dem Praxis und theoretische Kenntnisse gleichermaßen von Bedeutung waren. "Bei der Meisterschaft geht es vor allem um Präzision und Schnelligkeit. So müssen unter anderem verschiedene Schnitte an Baumstämmen ausgeführt werden. Alle Übungen haben einen Sinn. Sie sind den Arbeitsbedingungen im Wald nachempfunden", sagte Gebhard Baronius, Leiter des Staatsforstbetrieb im Forstbezirk Taura.

Die Besten des Tages vertreten den Forstbezirk später bei den Sächsischen Meisterschaften. Sowohl das fachliche Handwerk, als auch das kollegiale Miteinander der Waldarbeiter, die aus entfernten Revieren des großen Forstbezirkes teilnahmen, nutzen die Möglichkeit des Treffens zum Austausches mit anderen Kollegen. "Im Vordergrund stehen dabei auch die Fertigkeiten und Kenntnisse zum Arbeitsschutz, die gerade in diesem Jahr der Beräumung von großflächigen Schneebruch- und Sturmwurfschäden von enormer Bedeutung sind", so Baronius weiter. Doch bevor die Motorsägen heulten war anstellen angesagt.

Alle Teilnehmer mussten ihr Handwerkszeug von einer Jury unter die Lupe nehmen lassen. Normalerweise ist Jens Ehmisch, seines Zeichen Leiter des Revieres Jagdhaus, überhaupt nicht pingelig. Doch bei solchenKontrollen muss er kompromisslos sein, wenn er seinen Blick auf das Arbeitsgerät wirft und sie eingehend kontrolliert. "Das ist sozusagen der Tüv für die Motorsäge. Jeder Waldarbeiter arbeitet tagtäglich mit diesem gerät. Und das sollte schon zum Schutze für sich selber in Ordnung sein", so Ehmisch.

In einem Waldstück bei Battaune war ein Wettkampfparcours aufgebaut. Fünf verschiedene Disziplinen galt es zu absolvieren. Erste Station war das Kettenwechseln. Auf Zeit musste jeder bei einer einsatzbereiten Motorsäge die Schneidegarnitur abnehmen, die Schiene wenden und die Kette auswechseln. Dabei musste alles so präzise erfolgen, das die Säge mit richtiger Kettenspannung wieder eingebaut wird, weil jeder mit dieser Motorsäge die nächsten Disziplinen absolvieren musste. Auch Olaf Siegel vom Revier Schöneiche legte mit geschulten Blick los. Nach 1:32 Minuten war die Kette gewechselt und er einsatzbereit für Station zwei, dem Kombinationsschnitt. Von zwei Stammrollen musste Siegel eine 30 bis 80 Millimeter dicke Holzscheibe abtrennen. Dabei musste zunächst von unten bis in die Stammmitte und dann von oben gesägt werden. "Wichtig ist hierbei, das man möglichst ohne Versatz durchkommt. Das gibt Punktabzug", wusste der Teilnehmer. Auch die Kampfrichter schauten anschließend genau nach.

Ihren geschulten Blicken entging nichts. Doch bei Olaf Siegel gab es nicht viel auszusetzen. Weiter ging es in der Disziplin Präzisionsschnitt. Dabei sollten die Waldarbeiter mit der Säge ebenfalls eine Holzscheibe von einem Baumstamm abschneiden. Jedoch durfte das Sägeblatt nur so weit durchgeführt werden, dass die Unterlage keinerlei Verletzungen vom Sägeblatt zugefügt bekam. Kersten Windisch vom Forstbezirk Taura ist mit seinem Werk nicht zufrieden. "Das kann ich besser. Da ist zuviel stehengeblieben", wusste der Waldarbeiter sofort danach. Der Kampfrichter maß nach und gab 7,5 Zentimeter und fünf Grad Abweichung ins Protokoll ein. Bis in die Nachmittagsstunden wurden zudem auch noch die Disziplinen Entasten und Zielfällung durchgeführt. Am Ende siegte wie bereits im Vorjahr Manfred Pfaff vom Forstbezirk Leipzig. Auf die Plätze kamen Torsten Göllnitz und Wolfgang Kinscher vom gastgebenden Forstbezirk Taura.

Steffen Brost

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