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Eilenburg Mühlenfans aus Nordsachsen und Holland gemeinsam auf Tour
Region Eilenburg Mühlenfans aus Nordsachsen und Holland gemeinsam auf Tour
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08:00 05.10.2016
Gast beim Verein Wassermühle Karoxbostel. Quelle: Sven Holz-Kurzidim
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Nordsachsen


Treffen dieser Art finden seit dem Jahr 2008 statt. Seit Mühlenbauer John de Jongh regelmäßig in der Region Nordsachsen vor Ort ist – zuletzt beim Anbau der neuen Ruten an der Mühle Ebbecke in Audenhain – gibt es die Beziehungen ins Mutterland der Windmühlen. Und die sind in den vergangenen Jahren immer enger geworden. Holland und Belgien waren schon Stationen für gemeinsame Unternehmungen. Diesmal waren die Nordsachsen für die Organisation zuständig. Und diesmal sollte es die norddeutsche Ecke sein. „In Norddeutschland gibt es viele interessante Mühlen, die voll funktionstüchtig sind und gewerblich betrieben werden. 2011 waren wir schon mit den Holländern in der Bremer Gegend“, so Heyn. Diesmal wurden sechs Mühlen in und um Hamburg angesteuert. Jede davon mit technischen Besonderheiten. Auch das Freilichtmuseum „Am Kiekeberg“ mit seinen historischen Dampfmaschinen und einer informativen Ausstellung zur Ernährung und Landwirtschaft von gestern und heute war einen Besuch wert.

Neue Motivation

Als das wohl beeindruckendste Erlebnis bleibt die Wassermühle Karoxbostel in Erinnerung. Diese sollte vor vier Jahren abgerissen werden, nachdem der letzte Müller gestorben war und Gebäude sowie Grundstück immer mehr vermüllten. Dann aber fanden sich Interessierte, die das technische Denkmal vor dem Verfall bewahrten. Was die Nordsachsen noch viel mehr beeindruckte: Der Mühlenverein, der sich daraufhin gründete, zählt mittlerweile fast 1000 Mitglieder. Im Mai 2012 kaufte der Verein das Denkmal-Ensemble mit Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1817, der Mühle aus dem Jahr 1893, der 1900 gebauten Sägerei, einem Backhaus sowie einem in den 1920er-Jahren gebauten Schweinestall und rettete es so vor dem Verfall.

Gleichgesinnte treffen auf Gleichgesinnte – das kommt bei den Teilnehmern an. Neben vielen neuen Erkenntnissen hat der Besuch im Norden auf jeden Fall eines gebracht: neue Motivation. Während in der Region das Problem Überalterung, offene Nachfolge-Fragen und fehlender Nachwuchs immer wieder Probleme aufwerfen, gibt es diese Sorgen in den alten Bundesländern oder auch Holland eher nicht. Bessere finanzielle Gegebenheiten oder, so wie im Nachbarland, eine günstigere Altersstruktur mögen die Gründe sein.

Andere für das Thema interessieren

„Es macht aber immer wieder Mut, wenn wir funktionierende Mühlen sehen, auch dafür, wieder andere für dieses faszinierende Thema zu interessieren“, bekennt die Geschäftsführerin. Und sie hofft natürlich, dass diese Begeisterung auch bei potenziellen Interessenten auf fruchtbaren Boden trifft. Bei Besuchen im Westen Deutschlands treffe sie immer wieder auf Mühlen, in denen noch oder wieder selbst gemahlen wird, wo mit Blick auf das eigene Ernährungsbewusstsein die Herstellung eigener Produkte ohne Zusatzstoffe eine große Rolle spiele. Und egal, welcher Landstrich – eines eint sie alle: der Gesang. Und so stimmten letztlich alle ein, wenn die Nordsachsen als Dankeschön: „Das Wandern ist des Müllers Lust“ anstimmten – auf der Mundharmonika begleitet von Vorstandsmitglied und Gästeführer Gernot Rackwitz.

Ideen für weitere gemeinsame Unternehmungen gibt es viele. Dänemark oder England anzusteuern, sei schon ein Traum. All das muss aber bezahlbar für die Teilnehmer bleiben, die ihren Anteil jeweils selbst tragen, so Heyn. Eines der nächsten Treffen sei aber durchaus in Schleswig-Holstein denkbar.

Von Kathrin Kabelitz

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