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Eilenburg Muldeaue zwischen Eilenburg und Löbnitz ist eine Großbaustelle
Region Eilenburg Muldeaue zwischen Eilenburg und Löbnitz ist eine Großbaustelle
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12:31 19.02.2018
Karsten Schneeweiß, Vorarbeiter der Eurovia Leipzig, schafft Baufreiheit für die Baustraße. Sie ermöglicht den Deichbau im Westen von Schnaditz. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg/Bad Düben

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Das gilt auch im hochwasserfreien Jahr 2016. Ruhig blieb es an der Mulde in den vergangenen zwölf Monaten dennoch nicht. Die zuständige Landestalsperrenverwaltung (LTV) Rötha, die im Bereich der Flussmeisterei Bad Düben allein 2016 eine halbe Million Euro für die Gewässerunterhaltung ausgab, investierte in Nordsachsen rund 10,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Flügeldeiches in Löbnitz ist mit der Gesamtinvestition von sieben Millionen Euro das größte fertiggestellte Projekt. Das rund weitere 500 000 Euro kostende Fährschleusensiel Löbnitz steht kurz vor der Vollendung. Doch auch zwischen Eilenburg und Bad Düben gab es 2016 etliche Baustellen, vor Ort und in der Planung.

Eilenburg: Im Spätsommer wurden für etwa 150 000 Euro am Damm Sydowstraße/Stadtpark auf rund 200 Metern Länge Spundwände zur Stabilisierung in den Deich gerammt. Die Erhöhung der Mauer in der Mühlstraße um 40 bis 50 Zentimetern auf einer Länge von etwa 700 Metern wurde konkret geplant. Sämtliche Unterlagen liegen jetzt beim Landratsamt, im Dezember erfolgte eine Abstimmung mit dem Umweltamt. Ziel ist es, die Genehmigung im ersten Quartal 2017 zu haben. Klappt das, kann ab Oktober 2017 gebaut werden. Da an der Mauer zum Teil nicht mit schwerer Technik ranzukommen ist, wird für das rund eine halbe Million Euro teure Projekt etwa ein Jahr Bauzeit veranschlagt. Nordflanke Deich Hainichen – die Planungen für den reichlich 300 Meter langen Neubau-Deich ziehen sich seit Jahren hin, obwohl es sich mit rund 500 000 Euro um ein eher übersichtliches Projekt handelt. Im Sommer 2015 war der Planfeststellungsantrag ausgelegt worden. Inzwischen sind auch alle nachgeforderten Unterlagen und Zuarbeiten von der Landestalsperrenverwaltung erstellt und können nun von der Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion, bearbeitet werden. Die Landestalsperrenverwaltung hofft auf Baurecht im ersten Quartal 2017. Gebaut würde ab August 2018.

Zschepplin: An dem 2,5 Kilometer langen Deich zwischen Hainichen und Zschepplin wurden im Herbst für rund 200 000 Euro die Schäden des Hochwassers 2013 im Deichkronenbereich repariert. Noch offen ist die rund 750 000 Euro teure Reparatur des Siels in Nähe des Rinderstalles Niederglaucha. Diese verzögert sich. Ziel ist es nun, 2017 alle Unterlagen zu erstellen und im Herbst 2018 zu bauen.

Laußig: Seit Oktober wird der 7,8 Kilometer lange Deich Mörtitz-Gruna-Laußig saniert. Derzeit arbeiten sich die Bauleute zweier Firmen von Gruna aus sowohl nach Norden als auch Süden vor. Bis Jahresende wurde etwa die Hälfte der Spundwände gerammt. Die Gesamtkosten des Projektes, das bis 2018 umgesetzt wird, belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Der 350 Meter lange Ringdeich Fährhaus Gruna sollte im September 2016 begonnen werden. Aus Kapazitätsengpässen beim ingenieurtechnischen Personal verschiebt sich das 700 000 Euro teure Projekt um ein Jahr. Der Bau selbst dauert sechs Monate. Beim Ringdeich Gruna sind aus Sicht der Landestalsperrenverwaltung nun alle Unterlagen bei der Landesdirektion. Die LTV hofft, dass damit das Planfeststellungsverfahren im Frühjahr 2017 eröffnet werden kann. Wie lange es dann noch bis zur Baugenehmigung dauert, hängt maßgeblich von eventuellen Einwänden ab. Beim Ringdeich Gruna handelt es sich im Westen um eine 1,8 Kilometer lange Deicherhöhung. Östlich erfolgt der Ringschluss durch einen 1,5 Kilometer langen Deichneubau. Nach Fertigstellung sind die 175 Grunaer vor einem Hochwasser geschützt, wie es statistisch alle 100 Jahre auftritt (HQ 100). Das Siel und Auslaufbauwerk Laußig sowie der Ersatzneubau des 2013 zerstörten Siels am Ziegeleigraben in Laußig verschiebt sich nach hinten. Es wird nun im ersten Halbjahr 2017 die Genehmigung eingereicht. Läuft alles glatt, kann das drei bis vier Millionen Euro teure Vorhaben im Herbst 2018 realisiert werden.

Bad Düben: Am Schwarzbach südlich der Kurstadt, der bei einem HQ-100-Hochwasser ausufert und ein Drittel des Gewerbegebietes Süd-Ost flutet, soll eine 400 Meter und bis zu 1,20 Meter hohe Mauer schützen. Die technische Planung der Mauer ist nicht dramatisch und fertig. Noch offen sind aber Naturschutzfragen. Wie der Eingriff in die Natur ausgeglichen wird, dazu gibt es Anfang 2017 eine Besprechung zwischen LTV und der Landesdirektion. Von dem Ergebnis dieser Beratung ist auch abhängig, wie schnell das Projekt, für das die LTV auch wegen der nicht unerheblichen Kosten für den Ausgleich der Eingriffe in die Natur zwischen zwei und drei Millionen Euro veranschlagt, umgesetzt werden kann. Seit Anfang Dezember wird der insgesamt acht Kilometer lange Schnaditzer Ringdeich komplettiert. Gebaut wird derzeit im Westen der erste von vier Kilometern Neubaudeich. Abgeschlossen wurden 2016 zudem die archäologischen Untersuchungen für den nächsten sich anschließenden Deichkilometer im Süden. Insgesamt fehlen dann im Süden noch zwei weitere Deichkilometer, die die bestehenden Schutzanlagen bei Profiroll und im Norden ergänzen. Außerdem werden bis 2020 noch zwei Überführungen an der B 2 und S 12 und drei Muldesiele benötigt. Ab 2020 werden dann noch die drei Kilometer Spundwanddeich im Norden verbreitert. Bei der LTV rechnet man mit Gesamtkosten von etwa 14,5 Millionen. Im Blick, aber 2016 nicht im Arbeitsplan, hat die LTV zudem den 700 Meter langen Flügeldeich in Tiefensee (Bau ab 2019) sowie die jeweils über drei Millionen Euro teuren Ein- und Auslaufbauwerke bei Wellaune und Löbnitz (Polder Löbnitz).

Von Ilka Fischer

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