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Eilenburg Mutmaßlicher Mörder Corinnas gesteht über Anwalt
Region Eilenburg Mutmaßlicher Mörder Corinnas gesteht über Anwalt
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16:00 19.03.2010
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„Das ist das Tatgeschehen. Mehr gibt es nicht zu sagen.“ Der Psychiater Hans-Ludwig Kröber hatte zuvor geschildert, was ihm der 39-Jährige von dem Mord berichtet hatte. Der Angeklagte hatte die Tat auch direkt nach seiner Festnahme bei der Polizei zugegeben, dabei war er aber betrunken. Im Gerichtssaal schwieg der 39-Jährige bisher.

Zuvor hatte das Gericht Zeugen aus Eilenburg befragt. Eine Frau aus der Muldestadt schilderte, wie sie den 39-Jährigen am Tattag gemeinsam mit Corinna auf der Straße gesehen hat. Am Tag darauf bemerkte die Frau, dass S. etwas in seinem Garten verbrannte. Dabei hat sich nach jetzigen Erkenntnissen um Kleidungsstücke gehandelt. Die Zeugin habe den Angeklagten später auch vor dem Rathaus in Eilenburg bemerkt. Dort hatten Bürger der Muldestadt im Gedenken an Corinna kleine Geschenke und Blumen abgelegt. Der mutmaßliche Mörder war der Zeugin als "netter, harmloser Einzelgänger" bekannt.

Der Angeklagte soll das Mädchen aus dem nordsächsischen Eilenburg im Juli vergangenen Jahres ermordet und sexuell missbraucht haben. Die Leiche soll er in einen Nebenarm der Mulde geworfen haben. Das Urteil soll am 31. März fallen.

Nach Einschätzung des Psychiaters ist der Angeklagte voll schuldfähig. Der 39-Jährige sei zwar zum Zeitpunkt der Tat schwer betrunken gewesen. Das habe ihn aber nicht beeinträchtigt, sagte Kröber. „Der Angeklagte ist ein jahrelanger Gewohnheitstrinker. Während der Tat hatte er vermutlich sogar sein Leistungsoptimum erreicht.“ Durch das Trinken habe sich der Arbeitslose vor allem beruhigt und von der Außenwelt abgeschirmt.

Der forensische Psychiater hatte in der Untersuchungshaft ausführlich mit dem 39-Jährigen gesprochen. Dieser sei sehr kooperativ gewesen und habe von sich aus viel mehr eingeräumt als andere Verdächtige. So habe der Mann gesagt, es habe bei ihm plötzlich „ausgehakt“ und dann sei Corinna „reglos“ gewesen.

Eine Vorliebe für Kinder stritt der Angeklagte in den Gesprächen laut Kröber ab. Auch der Psychiater geht eher davon aus, dass der Gedanke spontan gekommen sei, ebenso wie die gesamte Tat. Von einer Sicherungsverwahrung riet der Gutachter ab. Bei dem 39-Jährigen sei kein Hang zur Begehung schwerer Straftaten zu erkennen. Seine sexuelle Orientierung sei normal. „Abgesehen von seiner Ehe hatte der 39-Jährige aber nie längere Partnerschaften zu Frauen.“

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Der Psychiater stellte fest, dass der Mann leicht minderbegabt ist und wenig Selbstbewusstsein hat. Er sei sehr emotionslos und habe einen Intelligenzquotienten von 79; ein Wert unter 70 gelte als geistig behindert. Der Angeklagte verließ die Schule nach der siebenten Klasse und war „Teilfacharbeiter“ in einer Bonbonfabrik in Eilenburg. Er ist unter anderem wegen Brandstiftung vorbestraft.

Johannes David/dpa

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