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Nach Feuer im Eilenburger Kinderheim: Spezialfirma reinigt verrußtes Haus

Nach Feuer im Eilenburger Kinderheim: Spezialfirma reinigt verrußtes Haus

In dieser Woche wollen die Webesan-Rettungssanierer aus Leipzig mit den Reinigungsarbeiten im Obergeschoss in einem der Häuser des Caritas Kinder- und Jugendheimes Eilenburg fertig werden.

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Ein Mitarbeiter einer Spezialfirma führt Reinigungsarbeiten in der oberen Etage des Hauses der Caritas an der Rödgener Landstraße durch.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Mit einem Sauger wird der Ruß von den Wänden geholt. Danach werden Tapeten und Reste der zerstörten Beleuchtung entfernt, damit Ruß und Gift die Obergeschosse nicht länger belasten. "Aber nur die untere Etage wird möglicherweise wieder genutzt", so Einrichtungsleiter Markus Müller. Wie berichtet, hatte hier eine 14-Jährige, die vorübergehend beim St.-Martin-Hilfeverbund an der Rödgener Landstraße untergebracht war, am Halloween-Tag einen Brand verursacht. Die Entscheidung, wie es mit dem Gebäude weitergeht, stehe beim Träger, der Caritas-Gesellschaft St. Mauritius gGmbH (ctm), nach wie vor aus.

"Als Ersatz werden nun zwei Etagen des Verwaltungsgebäudes für die stationäre Gruppe sowie für den Bereich der Inobhutnahme umgebaut", so Müller. Acht Mädchen und Jungen kamen unmittelbar nach dem Brand hier bereits unter. "Sie haben sich inzwischen eingerichtet, und so soll es nun auch bleiben", so der junge Mann, der von seinem langjährigen Vorgänger Hans Otto Schlotmann erst im Frühjahr offiziell die Leitungsaufgaben des Verbundes mit verschiedenen Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, Familien- und Seniorenhilfe übernahm.

Leitungsverantwortung trägt der 38-Jährige aber auch an anderer Stelle schon länger. Krisenmanagement ist ihm ebenfalls nicht neu. Beim Muldehochwasser mussten unter seiner Ägide 80 Bewohner eines Pflegeheimes in Bitterfeld vor dem großen Goitzschesee in Sicherheit gebracht werden, der überzulaufen drohte. Ab 2012 leitete der Sozialarbeiter und Sozialpädagoge, der an der Fachhochschule in Braunschweig studiert hat, auf dem Gelände der Caritas in Eilenburg das Pflegeheim mit 50 Bewohnern. Das Altenpflegezentrum St. Marien gehört weiter zum stark gewachsenen Aufgabenbereich mit dem Kinder- und Jugendheim, der integrativen Familienhilfe, der Grund- und Mittelschule für Erziehungshilfe, der Erziehungs- und Familienberatung, der ökumenischen Kita St. Marien sowie dem Bereich Ausbildung und Beschäftigung.

Mit rund 100 Mitarbeitern gehört der Hilfeverbund mit seiner Zentrale in Eilenburg und Außenstellen in Delitzsch, Bad Düben und Schkeuditz zu den großen Arbeitgebern der Region. Markus Müller nennt Pflegedienstleiterin Yvonne Gansauge im Altenheim, Schulleiterin Andrea Hetzig und die pädagogische Leiterin Christin Sawatzki im Bereich der Erziehungshilfen als wichtige Stützen. "Gemeinsam wollen wir Bewährtes fortführen", blickt der aus Burg bei Magdeburg stammende neue Chef, der nunmehr täglich von seinem Wohnort in Bad Lauchstädt nach Eilenburg pendelt, in die Zukunft. Die Sanierung der Grundschule im Haus 3, die im September begann und bis April andauern wird, soll zum Schuljahr 2015/16 wirksam werden. Investitionsvolumen: rund 1,5 Millionen Euro. In der Förderschule für Erziehungshilfe werden zurzeit 40 Grundschüler betreut. In der Mittelschule, die bereits saniert wurde, sind es 50 Fünf- bis Neuntklässler. Die Verwaltung soll künftig im Haus 4, das noch saniert werden muss, unterkommen. Seit Anfang Dezember, berichtet Müller weiter, ist ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb, um die Kosten für Strom und Warmwasser zu optimieren.

Rund 20 Gebäude, inzwischen größtenteils renoviert, bieten auf dem weitläufigen Gelände an der Rödgener Landstraße, das bereits in den 1920er/30er Jahren als Heim-Ensemble errichtet wurde, gute Voraussetzungen für ein breitgefächertes Betreuungs- und Hilfeangebot. Müller: "Welche Investitionen hier in Zukunft noch eine Rolle spielen werden - an diesem Konzept wird gerade gearbeitet." Der Bedarf sei da. Denn die Zahl derer, die Hilfe und Schutz benötigen, sei nicht rückläufig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2014
Von Karin Rieck

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