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Eilenburg Nach LVZ-Beitrag Verstärkung für Eilenburgs Geburtenstation
Region Eilenburg Nach LVZ-Beitrag Verstärkung für Eilenburgs Geburtenstation
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11:48 13.02.2019
Hebamme Barbara Vanya (45) aus Ungarn verstärkt das Eilenburger Hebammen-Team im Krankenhaus. Doch ihre Ausbildung in Ungarn wird in Deutschland nicht anerkannt. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Das Hebammen-Team auf der Geburtenstation im Eilenburger Krankenhaus hat Verstärkung bekommen. Anfang Januar trat Barbara Vanya ihren Dienst an. Die 45-Jährige stammt aus Ungarn, hat dort die Berufe Krankenschwester und Hebamme gelernt. Das Problem aber: Ihre Ausbildung in Ungarn wird in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb darf sie im Eilenburger Krankenhaus nicht alle Aufgaben einer Hebamme übernehmen, zum Beispiel die gebärende Frau allein im Kreißsaal unterstützen. Sie schaut ihren deutschen Kolleginnen über die Schulter und übernimmt Hilfsaufgaben. Doch damit will sie sich nicht zufrieden geben.

Kampf für Anerkennung

Barbara Vanya, die selbst Mutter dreier Kinder im Alter von 21, 19 und 17 Jahren ist, kämpft für die Anerkennung ihrer Hebammen-Ausbildung. Grundsätzlich werde das „Hebammenexamen EU-weit anerkannt“, informiert der Verband Deutscher Hebammen. Es sei „aber notwendig, dass die zuständige Behörde des Bundeslandes den im Ausland erworbenen Bildungsabschluss überprüft. So wird sichergestellt, dass die Ausbildungsinhalte vergleichbar sind und den Anforderungen des deutschen Hebammenexamens entsprechen“.

Sozialministerium prüft Ausbildung

Die Prüfung auf Anerkennung läuft derzeit beim Sozialministerium. Auf einen positiven Bescheid hofft Barbara Vanya, die 2010 der Liebe wegen nach Deutschland gezogen war, genauer gesagt ins nordsächsische Schildau. Inzwischen wohnt sie seit drei Jahren mit ihren zwei Kindern in Eilenburg – die älteste Tochter lebt in Ungarn und arbeitet dort als Model. Wird ihre ungarische Ausbildung nicht anerkannt, müsste sie nochmal die Schulbank in Bremen oder Dresden drücken. Aber wie kam sie nun zu ihrer neuer Anstellung im Eilenburger Krankenhaus?

Hebamme – „der schönste Beruf“

In der LVZ hatte die 45-Jährige im vorigen Jahr einen Beitrag gelesen, dass die Klinik händeringend Hebammen sucht. Mit den sieben Beschäftigten kann sonst die Geburtenstation auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden. Barbara Vanya war zu der Zeit seit acht Jahren bei einem Eilenburger Pflegedienst beschäftigt, betreute alte Menschen. Das hat ihr auch Freunde gemacht und vor allem ihre Existenz gesichert. Aber der Hebammen-Beruf ist doch noch mal was anderes. „Es ist der schönste Beruf für Frauen“, erzählt sie freudestrahlend. Denn die Zeit der Schwangerschaft und Geburt sei „die wichtigste Zeit im Leben einer Frau“. Diese benötige vor allem in den Stunden vor der Geburt, wenn die Schmerzen groß sind, viel Zuwendung und Unterstützung. „Und ich will helfen, deshalb habe ich den Beruf gelernt.“

LVZ-Artikel hat den Anstoß gegeben

Also habe sie „tief Luft geholt“, allen Mut zusammengenommen und sich nach dem LVZ-Artikel über die angespannte Hebammen-Situation in der Klinik gemeldet. Von Chefärztin Claudia Fichtner erhielt sie dann das Angebot, anzufangen. „Das war ein großes Glück“, sagt sie. Später wurde sie dann dem gesamten Team vorgestellt und trat nun zum 1. Januar ihre Stelle für 38 Wochenstunden an.

Bei 20 Geburten in Eilenburg dabei

Die Arbeit im Hebammen-Team bereitet ihr große Freude. Sie lerne jeden Tag dazu, erzählt sie, und sei herzlich von den Kollegen aufgenommen worden. Chefärztin Claudia Fichtner sagt, dass Barbara Vanya die Station durchaus entlaste. „Menschlich passt sie sehr gut ins Team. Das Fachliche kann ich in der kurzen Zeit noch nicht beurteilen“, so Fichtner.

Bei etwa 20 von 37 Geburten in diesem Jahr war Barbara Vanya schon dabei – und wünscht sich, dass es noch viele mehr werden und sie alsbald auch mehr Verantwortung übernehmen kann. Denn „so ein kleines, schönes, neues Leben auf die Welt bringen, das ist etwas ganz Besonderes“.

Von Nico Fliegner

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