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Nach Wahlschlappe in Eilenburg: CDU-Chef Poltersdorf wirft das Handtuch

Nach Wahlschlappe in Eilenburg: CDU-Chef Poltersdorf wirft das Handtuch

Paukenschlag in der Eilenburger CDU: Hans Poltersdorf (69) hat sein Amt als Stadtverbandsvorsitzender aufgegeben. Das sagte er gestern auf Anfrage der LVZ, gab sich aber betont wortkarg über die Gründe.

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Hans Poltersdorf hat nach dem Wahldebakel seiner Partei die Funktion als Stadtverbandsvorsitzender aufgegeben. Damit zieht er offenbar die personellen Konsequenzen.

Quelle: pfü

Eilenburg. "Die können sie sich doch zusammenreimen", erklärte Poltersdorf. Er wolle dazu nichts sagen, auch nicht zur CDU-Schlappe bei der Oberbürgermeister-Wahl. Und Wunden lecke er schon gar nicht, erklärte er mit Anspielung auf die LVZ-Berichterstattung zum Wahlausgang. Punkt. Nach Angaben des CDU-Kreisverbandes hat Poltersdorf seine Entscheidung bereits am Montag der Kreisgeschäftsstelle mitgeteilt.

Der Fakt, dass er nunmehr hingeschmissen hat, nachdem CDU-Kandidatin und Lebensgefährtin Steffi Schober (55) bei der Oberbürgermeister-Wahl mit 14 Prozent ein schlechtes Ergebnis eingefahren hatte, überraschte zwar gestern in den CDU-Reihen. Aber lediglich nur, weil kaum einer davon etwas wusste. "Das höre ich zum ersten Mal", sagte CDU-Stadtrat Mathias Gürke. Und auch der altgediente Günter Petzold, der mit seinen 76 Jahren und als Stadtrat stets das Ohr am Volk hat, bekam nichts von Poltersdorfs Rückzug mit. "Ich habe seit Sonntag nichts mehr, aber auch gar nichts mehr von diesem Herrn gehört."

Allein das zeigt, wie es derzeit um die Eilenburger CDU bestellt ist. Der Wurm steckt seit Langem drin - das ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Poltersdorf selbst forderte in der Vergangenheit immer wieder "mehr Geschlossenheit in den eigenen Reihen, gerade bei wichtigen Entscheidungen". Das Gegenteil trat aber ein. Dem Ganzen die Krönung setzte er aber mit dem Vorschlag auf, seine Lebensgefährtin für die Eilenburger Oberbürgermeisterwahl aufzustellen. Denn eigentlich sollte der parteilose Ralf Scheler für die CDU ins Rennen um den obersten Rathaus-Posten gehen. "Er wäre kein schlechter Kandidat gewesen, aber er ist kein CDU-Mitglied und hat auch meine Frage, ob er als Stadtrat kandidieren würde, abgelehnt", begründete Poltersdorf damals, warum Scheler ungeeignet ist. Stattdessen wurde Steffi Schober durchgeboxt. Sie lag bei der Abstimmung mit 9:6 vorn und wurde offiziell nominiert. Scheler trat folglich als parteiloser Einzelkandidat an und gewann am Sonntag haushoch - wohl auch mit vielen Stimmen von klassischen CDU-Wählern. Für die Eilenburger Christdemokraten ein Tiefpunkt.

Aber auch schon früher durchlebte der Stadtverband ein Auf und Ab, an der Spitze gab es immer wieder personelle Wechsel. Poltersdorf führte von 2004 bis 2006 schon einmal den Stadtverband an. Der Wechsel zur jüngeren Generation scheiterte dann zweimal. Uwe Hofmann übernahm den Verband ab 2007, übergab "mit dem Wunsch nach einer Pause aus persönlichen Gründen" im März 2011 an Mathias Gürke - der noch im selben Jahr das Amt des Fraktions-Chefs von Poltersdorf übernahm, um es ein halbes Jahr später "aus beruflichen Gründen" wieder zurückzugeben. Im Januar 2014 übernahm Poltersdorf erneut den Stadtverbands-Posten - bis diesen Montag. Und jetzt?

An der Basis rumort es derzeit heftig: Günter Petzold, der keinen Hehl daraus macht, Scheler-Sympathisant zu sein, erklärte: "Wir hätten einen richtigen CDU-Bürgermeister haben können." Petzold wünscht sich jetzt, dass der Stadtverband alsbald zusammentritt. Davon geht auch der CDU-Kreisverband aus; in der Kreisvorstandssitzung am Dienstag war das Eilenburger Sorgenkind CDU bereits Thema. "Es müssen jetzt Gespräche geführt werden", teilte Kreisgeschäftsführer Horst Naumann auf Anfrage mit. Sollte dies der Stadtverband nicht selbst hinbekommen, werde der Kreisvorstand eingreifen. Einen Termin für die große Aussprache und wie es in den Reihen der Eilenburger Christdemokraten weitergeht, gibt es aber noch nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2015
nf/ka

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