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Nach dem Großbrand in Sprotta: Futtermittel landen auf dem Sondermüll

Nach dem Großbrand in Sprotta: Futtermittel landen auf dem Sondermüll

Ein stressiger Feiertag zwischen zwei kurzen, aufregenden Nächten steckte den Kameraden sowie Mitarbeitern der Agrargenossenschaft Heideglück Sprotta bereits in den Knochen.

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Auch gestern sind nach dem Großbrand auf dem Gelände der Sprottaer Genossenschaft Heideglück Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks mit Lösch- und Aufräum- arbeiten beschäftigt.

Quelle: Wolfgang Sens

Sprotta. Auch gestern waren noch etwa 20 Kameraden der Ortswehr sowie Helfer vom Technischen Hilfswerk Eilenburg und Leipzig mit Lösch- und Bergearbeiten auf dem Gelände des Agrar- betriebes inmitten des Doberschützer Ortsteils beschäftigt. Mit schwerer Technik wurden die Trümmer der 900 Quadratmeter großen Lagerhalle, die Dienstagabend vom Feuer komplett zerstört wurde (wir berichteten), geborgen. Die Einsatzkräfte haben noch qualmende Strohballen auf nahe Felder gefahren, um dort dem Lodrian endgültig den Garaus machen zu können. Beim Verladen zielten die Kameraden mit ihren Wasserspritzen unermüdlich auf die Futtervorräte. "Das muss jetzt alles als Sondermüll entsorgt werden, wegen der Reste der Photovoltaik-Anlage vom Dach", sagte Karsten Ittner vom Vorstand der Genossenschaft am Rande des Geschehens. Es werde nicht leicht werden, die zirka 20 Prozent des Winterfutters, die vernichtet wurden, wieder zu besorgen. "Wir hatten in jüngster Zeit in der Region eine Reihe von Bränden in verschiedenen Strohlagern. Die erhöhte Nachfrage nach Ersatz wird wohl den Preis beeinflussen. So kommen sehr wahrscheinlich zusätzliche Transport-wege auf uns zu", vermutete er. Weshalb auch die Kosten der Neubeschaffung den Gesamtschaden wohl genauso in die Höhe treiben werden wie der bereits genannte Verlust: 500 Ballen Stroh, 500 Ballen Heu, das Hallenbauwerk, beschädigte Technik, die zerstörte Photovoltaikanlage, deren Betreiber das Dach gemietet hatte, Kosten für Sondermüllentsorgung und anderes mehr. Der Termin mit der Versicherung sei für heute vereinbart. Ittner rechnet alles in allem mit einem Schaden in Höhe von etwa einer halben Million Euro. "Dabei hatten wir noch Glück im Unglück", zeigte sich der Chef von Heideglück gefasst. Der Brand sei zu einer Zeit entstanden, wo er schnell entdeckt werden konnte. Der Erstangriff durch die Sprottaer Kameraden sei unverzüglich erfolgt. "Wir hatten auch gleich die Wehren aus den anderen Doberschützer Ortsteilen schon alarmiert", so Wehrleiter Karsten Leonhardt. Kräfte aus der Nachbargemeinde Mockrehna sowie des THW kamen hinzu. Zeitweise bis zu 90 Kameraden teilten sich in die Bekämpfung des am Dienstagabend gegen 17.40 Uhr gemeldeten Großfeuers.

Menschen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. "Die Arbeit in unseren Ställen geht weiter", so Ittner, zu dessen Betrieb über 300 Milchkühe sowie 280 Jungrinder gehören. Ein Stall sei wegen der Rauchentwicklung evakuiert worden. Das Vieh habe die Aufregung recht gut verkraftet. "Selbst die Kälber, die wir zwischenzeitlich in Sicherheit bringen mussten, waren recht friedlich."

Die Ursache des Brandes ermitteln nunmehr Spezialisten der Kriminalpolizei aus Leipzig. Die Experten waren bereits im Einsatz, wurden ein weiteres Mal gestern Nachmittag erwartet und hatten zwischenzeitlich für die Aufräumarbeiten grünes Licht gegeben. Zu Beginn nächster Woche, so Bürgermeister Roland Märtz (CDU), würde entschieden, ob die wegen Rauch und Nebel bestehende Sperrung in der Paschwitzer Landstraße zwischen der B 87 und Sprotta noch bestehen bleiben muss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2014

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