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Eilenburg Nach tödlichem Unfall in Eilenburg: Anwohner halten Kreuzung für kreuzgefährlich
Region Eilenburg Nach tödlichem Unfall in Eilenburg: Anwohner halten Kreuzung für kreuzgefährlich
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Bernd Mensel sieht in der Vorfahrtsregelung per abbiegender Hauptstraße eine der Ursachen für die Unfälle an der Kreuzung der Torgauer Landstraße. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

"Ich habe schon vor Jahren an den Bürgermeister geschrieben, dass dort etwas geändert werden muss", sagt Bernd Mensel. Auch die Polizei habe er daraufhin angesprochen. Schließlich hatte es bereits mehrfach an dieser Stelle gekracht. Zum genauen Hergang des Unfalls, der sich am Dienstag in der Dunkelheit ereignete, laufen die Ermittlungen.

Jetzt stellt sich die Frage: Hätte eine andere Vorfahrtsregelung den Unfall verhindert? Bernd Mensel ist sich da sicher. So wie er sich das vorstellt, scheint es ganz einfach: Hartmann-Straße und Rosa-Luxemburg-Straße sollten Hauptstraße sein. Denn dort seien die meisten Fahrzeuge unterwegs. Vor allem Lkw wie Milchtanker und Kiestransporter zum Beispiel, die aus Richtung Bad Düben und Laußig auf die B 87 wollen oder retour fahren. Sie müssen nun jedes Mal an der Kreuzung stoppen. Außerdem behindern die hohen Fußgängerschutzgatter die Sicht. An den Haltelinien, von denen aus sich die Kraftfahrer eigentlich einen Überblick über die Situation verschaffen sollen, ist es schwer, in die anderen Straßen Einsicht zu nehmen. Ortsunkundige brettern oft direkt über die Kreuzung, weil sie nicht wahrnehmen, dass die Hauptstraße abbiegt.

Auch Erwin Solar, einer der Anwohner, bestätigt, dass es ständig zu Beinahe-Unfällen kommt. "Der Verkehr wird hier nur noch durch Hupen geregelt. Weder die Haltelinien werden beachtet noch die Verkehrszeichen." Seine Schlussfolgerung ist eine andere: Ein Kreisverkehr würde helfen. Am Ende wäre eine solche Anlage an dieser Stelle nötiger als die in diesem Jahr im Stadtteil Berg entstandene. Die hat rund eine Million Euro gekostet. Bernd Mensel wiederum, der im Laufe seines Berufslebens Fuhrparks leitete und oft Lkw fuhr, zweifelt: "Auch wenn es so aussieht: Ein richtiger Kreisverkehr hat hier keinen Platz."

Die Unfallkommission des Kreises hat die Kreuzung seit Langem im Blick, weil es hier zu Unfällen wegen Vorfahrtsverstößen kommt. Deshalb wurde die Radfurt in diesem Jahr bereits rot markiert. Außerdem soll demnächst in der Hauptstraßen-Kurve eine Mittelmarkierung ergänzt werden, informierte das Straßenverkehrsamt der Stadt. Generell wird seitens Stadt und Landkreis nicht darüber nachgedacht, an der Verkehrführung etwas zu ändern: Die in die Rosa-Luxemburg-Straße abbiegende Torgauer Landstraße ist als Staatsstraße gewidmet. Sie ist also von höherer Bedeutung für den Straßenverkehr, erläutert Heiko Leihe von der Stadtverwaltung. Entsprechend sind die Strecken seit Jahren ausgeschildert und ausgebaut. "Eine Änderung würde die Situation womöglich noch verschärfen."

Heike Liesaus und Kathrin Kabelitz

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