Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Nächste Woche ist Schluss: Eilenburger Ratskeller-Wirt wirft das Handtuch
Region Eilenburg Nächste Woche ist Schluss: Eilenburger Ratskeller-Wirt wirft das Handtuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:39 26.09.2015
Anzeige

Eulenstein will sich nun wieder auf seinen Stammsitz, die Pizzeria Rustica im Stadtteil Berg, konzentrieren. Beide Einrichtungen gleichzeitig zu betreiben, überstieg zuletzt seine Möglichkeiten. Ausschlaggebend sei dabei auch der Mangel an Fachkräften gewesen, so die Information aus der Stadtverwaltung. Dietmar Eulenstein will sich vorerst nicht dazu äußern. Er ist zurzeit im Urlaub, erfuhr die LVZ gestern. "Bis 29. 9. geschlossen", steht im Schaukasten am Eingang.

Der Stadtausschuss hat die Verwaltung inzwischen beauftragt, einen neuen Betreiber zu suchen, erklärt Heiko Leihe, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadtverwaltung. Nun werden also wieder neue Wirte für die zwei "ersten Häuser" in der Stadt gesucht. Denn auch der "Rote Hirsch", der seit fast einem Jahr frei ist, hat noch keinen Betreiber.

Der Vertrag für das Restaurant unter dem Rathaus galt für Eulenstein ab 1. Februar 2014. Zwei Jahre vorher hatte das Ambiente leer gestanden. In "Eulensteins Ratskeller" wollte er Gäste mit mediterran inspirierten Speisen locken.

"Die Bedingungen für den neuen Pächter sind sehr offen, gutbürgerliche Küche ist zum Beispiel nicht mehr gefordert, wenn es auch der erste Wunsch wäre", erklärt Heiko Leihe. Die Stadt war bereits bei der vorigen Pächter-Suche von strengen Auflagen abgerückt. Das Restaurant war mittwochs bis donnerstags nur abends geöffnet, freitags bis sonnabends mittags und abends, sonntags nur mittags.

Die "gutbürgerliche Küche" war bereits bei der vorigen Ausschreibung nicht mehr Pflicht. Entsprechend soll nun verfahren werden, wenn erneut ein Betreiber für den 421 Quadratmeter großen Gastraum, der möbliert verpachtet wird, gesucht wird. Die Ausstattung mit Leuchten, Wandbemalungen, Bleiverglasungen durften bisher auch nicht verändert werden. Zur Pacht kommt eine jährliche Sondernutzungsgebühr für den Freisitz und die Betriebskosten. "Gesucht wird ein innovativer Pächter mit Erfahrungen im gastronomischen Bereich. Der Pächter des Ratskellers hat die gastronomische Versorgung durch eine anspruchsvolle Küche der mittleren Preisklasse mit niveauvollem Ambiente zu sichern", hieß es damals.

Die Ausstattung ist solide und neuwertig. Immerhin war der Ratskeller in den Jahren nach dem Hochwasser saniert worden, erinnert Heiko Leihe. Manko könne vielleicht sein, dass keinen "Saal" für größere Gesellschaften vorhanden ist, aber das Ratsherrenzimmer fasst zirka 30 Personen.

Aktuell ist auch kein neuer Pächter für den "Roten Hirsch", der gegenüber vom Ratskeller liegt, in Sicht. Er war zuletzt als griechisches Restaurant betrieben worden. Der vorige Pächter war etwa zur gleichen Zeit wie Eulenstein im Ratskeller gestartet. Er hatte allerdings noch vor dem nächsten Weihnachten das Handtuch geworfen. Dieser Gastronomie-Teil des Hauses gehört der Sparkasse. Die Stadt, Eigentümerin der oberen Etagen mit dem Museum, hat bereits einen Plan B in der Schublade, die Räume zu übernehmen und in eine andere öffentliche Nutzung zu überführen. Doch die Sparkasse Leipzig hält vorerst an der Suche nach einem neuen Gastronomen fest. Und die Stadt drängt derzeit nicht. "Zudem würde das alles Geld kosten", stellt Heiko Leihe fest. Es wäre ein Votum des Stadtrats nötig. Andere Probleme sind vorrangig, außerdem steht das Haus wegen der Museumsnutzung auch nicht leer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2015

Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

"Witaj Polsca, dziekuje, prosze" - "Willkommen in Polen, danke, bitte". Einige wichtigste Vokabeln sind gleich auf dem Lack des Polenmobils zu entziffern und somit nebenbei zu erlernen.

25.09.2015

Die Pläne des Landkreises Nordsachsen, in Gewerbegebieten in Eilenburg und Bad Düben größere Flüchtlingsquartiere einzurichten, stoßen bei den künftigen Nachbarn auf durchwachsene Resonanz.

20.09.2015
Anzeige