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Eilenburg Namensforscher Jürgen Udolph kommt nach Eilenburg
Region Eilenburg Namensforscher Jürgen Udolph kommt nach Eilenburg
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00:30 18.04.2018
Namensforscher Prof. Jürgen Udolph. Quelle: Andre Kempner
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Eilenburg

Im Bürgerhaus Eilenburg wird am Donnerstag, 19. April, ab 19.30 Uhr garantiert manches Geheimnis um einen Familiennamen beim Vortrag „Schall und Rauch – Was verraten Familiennamen wirklich“ gelüftet, wenn der bekannte Namensforscher Jürgen Udolph (75) in die Muldenstadt kommt. Die LVZ fragte schon mal vorab bei ihm nach, wie er zu diesem spannenden Thema kam und was ihn bei seinen Forschungen antreibt.

In Sachsen kennt man Sie vor allem durch das Radio, wo Sie über die Bedeutung und die Herkunft seltener Namen Auskunft geben. Wie kamen sie zu diesem Spezialgebiet?

Vor 48 Jahren erhielt ich ein Angebot, mein Examen in Slawistik bei einem Professor für Namensforschung abzulegen. Der Schwerpunkt sollten Flussnamen sein. Orts- und Siedlungsnamen kamen hinzu und dann wurde ich natürlich neugierig, mich mit den Familiennamen zu beschäftigen. Schließlich möchte doch jeder einmal wissen, was sein Name, den er ein ganzes Leben lang trägt, bedeutet und wo er herkommt. An der Uni Leipzig hatte ich bis zur meiner Pensionierung die einzige Professorenstelle auf diesem Gebiet inne.

Was treibt Sie bei ihrer Forschung immer noch an?

Auf der einen Seite der Spaß, den ich selbst dabei habe, und der, den die Menschen haben, wenn sie wissen, woher zum Beispiel ihre Vorfahren stammen und wie einmalig ihr Familienname ist. Schauen sie, Deutschland ist dabei das spannendste Land, hier haben in den 1940er-Jahren durch den Krieg viele Flüchtlinge aus Osteuropa eine neue Heimat gefunden. 16 Millionen Menschen waren damals auf der Flucht, viele von deren Nachkommen interessiert, wo der Ursprung für ihren Namen und damit auch für ihre Familien liegt.

Wie kommt es, dass manche Namen sehr unterschiedlich geschrieben werden, aber doch das Gleiche bedeuten?

In den letzten zehn Jahren habe ich mehr als 10 000 Namen erforscht und konnte manches Rätsel lösen. Ganz früher war ja meist der Pfarrer der einzige im Dorf, der amtlich befugt war, ein Geburtenregister und das Taufbuch zu führen. Da konnte es schon vorkommen, dass ein Familienname unterschiedlich notiert wurde, der dann so galt und die folgenden Generationen begleitet hat. Diese unterschiedlich geschriebenen Namen haben dann aber die gleiche Bedeutung.

Was reizt Sie mit Vorträgen auf Tour zu gehen?

Mich reizt, dass ich nicht nur zu den Menschen sprechen, sondern ihnen auch Bilder zeigen kann. Es sind bis zu 200, auch Landkarten, auf denen man die Verbreitung der Namen darstellen kann. Und die interessierten Menschen natürlich.

Von Bärbel Schumann

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