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Eilenburg "Nehme Ängste sehr ernst" – Bürgermeister von Doberschütz im Interview
Region Eilenburg "Nehme Ängste sehr ernst" – Bürgermeister von Doberschütz im Interview
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00:33 23.10.2015
Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (55, CDU) stand im Interview Rede und Antwort. Quelle: Archiv
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Doberschütz

Im Mörtitzer Gasthof ist jüngst in einer Einwohnerversammlung über die Pläne des Landkreises informiert worden, im Gewerbegebiet Sprotta-Paschwitz eine Flüchtlingsunterkunft für 120 Personen zu errichten. Da wehte dem Podium mit Vertretern der  Kreisverwaltung, der Gemeinde und des Eilenburger Polizeireviers aus dem übervollen Saal ein scharfer Wind entgegen. Über den Flächentausch der Gemeinde Doberschütz mit der Kreisverwaltung Nordsachsen entscheidet der Gemeinderat am 29. Oktober im zweiten Anlauf. Dazu beantwortete der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (55, CDU) im Vorfeld Fragen:

Diesmal wurde für den 29. Oktober und den Ratsbeschluss zum Flächentausch der Wöllnauer Saal gewählt. Schon im ersten Anlauf war wegen des großen Interesses der Versammlungsraum in Doberschütz viel zu klein.

Auch der Mörtitzer Gastwirt kann seinen Saal wegen des Platzmangels und den Auflagen, die er damit zu erfüllen hat, nicht noch einmal zur Verfügung stellen. Und ob der große Wöllnauer Saal - für den Heidekrug suchen wir bekanntlich gerade einen neuen Betreiber - ausreicht, ist ebenso fraglich.

Wenn der Gemeinderat mehrheitlich der Beschlussvorlage zum Flächentausch, wie in Mörtitz von Bürgern gefordert wurde, nicht zustimmt: Wie ginge es mit dem Landkreis-Projekt dann weiter?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen, denn ich möchte nicht vorab spekulieren. Bekannt ist aber, dass der Landkreis für seinen Part dem Flächentausch und damit seinem Vorhaben mit einer Eilentscheidung des Landrates grünes Licht erteilt hat. Zu diesen und anderen Fragen sind Vertreter der Kreisverwaltung am 29. Oktober ab 19.30 Uhr wieder anwesend. Wir rücken die Debatte und die Abstimmung zum Flächentausch als ersten Punkt auf die Tagesordnung.

Was sagen Sie zu den Bedenken und Ängsten in der Gemeinde?

Die Ängste nehme ich sehr ernst. Ich bin nicht gewählt worden, um diese weiter zu schüren, sondern für diese Ängste Lösungen zu suchen. Das ist meine Aufgabe als Bürgermeister.

Die Bürger haben an die Vertreter im Podium in Mörtitz appelliert, ihre Probleme mit der Asylpolitik unbedingt "nach oben" weiterzureichen.

Das geschieht tagtäglich. Dieser Tage erst an den Landesvorsitzenden der CDU. Aber wenn jetzt in den Nachrichten zu hören und zu sehen ist, dass für die Asylgesetze in der EU bis Juni 2016 Lösungen gefunden werden sollen, dann sage ich, dass das zu spät ist. Die Menschen sind heute da und müssen menschenwürdig untergebracht werden. Denn der Winter steht vor der Tür. Das größere Problem sehe ich in der Integration. Mehr Deutsch-Lehrer sind nicht von heute auf morgen gebacken. Denn Sprachkenntnisse sind das A und O, um den Zuwanderern unsere Kultur näher zu bringen.

Was sagen Sie zu Vorwürfen, der Flächentausch-Beschluss hätte hinter dem Rücken der Bürger durchgezogen werden sollen?

Seit September 2014 habe ich die Flüchtlingsproblematik regelmäßig im Gemeinderat angesprochen. Und wir hatten immer gehofft, der Kelch geht an uns vorbei. Aber dem ist nicht so.

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