Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Neue Ausstellung in der Eilenburger Nikolaikirche informiert über Flüchtlinge

Schüler-Besuch Neue Ausstellung in der Eilenburger Nikolaikirche informiert über Flüchtlinge

Wie ist das mit den Flüchtlingen? Kinder aus der Schule Am Bürgergarten ließen sich das von Arche-Leiterin Yvonne Henselin erklären. Sie erzählte ihnen von Erfahrungen mit den Menschen, die bisher nach Eilenburg kamen. Außerdem ist derzeit die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ in der Nikolaikirche zu sehen.

Mädchen und Jungen aus der Schule Am Bürgergarten sehen sich die Ausstellung „Flucht, Flüchtlinge und Asyl“ in der Nikolaikirche an

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Wie ist das mit den Flüchtlingen? Yvonne Henselin kann darüber einiges sagen. Sie ist nicht nur Leiterin der Eilenburger Kinder- und Jugend-Arche, sondern arbeitet auch ehrenamtlich bei den Flüchtlingspaten. Weil sich die Schüler der 7. Klasse aus der Schule Am Bürgergarten mit dem Thema beschäftigen, hatten sie sich in der Arche angesagt.

Ein Stuhlkreis war zusammengerückt, Tee ausgeschenkt. Ein Platz blieb jedoch frei. Er war für ein Mädchen aus Afghanistan im Alter der Besucher vorgesehen. Yvonne Henselin konnte sich vorstellen, warum der Platz leer blieb: „Sie hat viel zu tun, wird ständig gerufen, um zu übersetzen. Sie hilft uns bei den Paten. Es gibt noch wenige, die bei Übersetzungen helfen können.“ Zumal allein in Afghanistan mehrere Sprachen gesprochen werden.

Verständigung großes Problem

So war sie schon mitten im Thema. „Das Mädchen hat es inzwischen geschafft, aus einer der DaZ-Klassen, in denen die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien Deutsch als Zweitsprache lernen, in eine normale Klassen zu wechseln. Bei all dem müsste sie sicher auch für sich selbst viel sortieren“, schätzte die Arche-Leiterin ein. Das Mädchen sei mit einem Boot übers Mittelmeer gekommen und durch Europa gelaufen. „Sie hat mir davon erzählt, dass sie immer versucht haben, in der Gruppe zu bleiben“, berichtet Yvonne Henselin.

Was würde wohl am meisten Probleme bereiten? Die Sprache zum Beispiel. „Ich würde einfach den Google-Übersetzer nehmen“, stellte ein Junge fest. Funktioniert leider nicht immer. Alle haben zwar Smartphones, aber das Geld reiche nicht für den nötigen Datenvertrag, so Henselin. „So wird möglichst überall ein öffentliches WLAN gesucht.“ Aber eine der Schülerinnen wusste auch: „Ich habe selbst schon Englisch mit dem Übersetzerprogramm übersetzt, das funktioniert nicht immer gut.“

Eilenburger Schüler fragen

Die Schüler hatten einige Fragen parat: „Wie ist das in anderen Ländern mit der Schule?“ Die junge Afghanin sei gemeinsam mit ihren Brüdern zu Hause unterrichtet worden, erklärte Henselin. Weil sie Christen sind, konnten sie in der Heimat keine andere Schule besuchen.“

„Bei uns am Nordring sollen auch Familien einziehen“, erzählte später ein Mädchen. „Das sollte schon eher sein, aber die Kühlschränke müssen wieder ausgetauscht werden.“ Sie wisse nicht, wie es sich in diesem Fall verhält, sagte Yvonne Henselin dazu. „Ich habe aber schon erlebt, dass sich in einer Wohnung, in die eine fünfköpfige Familie einziehen sollte, ein so kleiner Kühlschrank befand, wie er in Hotelzimmern für Getränke steht. Zur Ausstattung der Wohnungen gehört auch eine Grundausstattung an Geschirr. Es gibt natürlich für jeden einen Teller, Tasse, einmal Besteck. Und für alle einen Topf.“ Die Größe, die sie mit ihren Händen zeigt, macht klar, dass damit eine fünfköpfige Familie schwer zu bekochen ist.

Ausstellung in der Nikolaikirche

Mit Fluchtgründen, dem Schicksal der Geflüchteten und mit Asylrechten setzten sich die Schüler dann auch in der Ausstellung in der Nikolaikirche auseinander. „Es geht auch darum, Ängste abzubauen“, erzählte die Lehrerin Caren Hickmann. Die Ausstellung „Flucht, Flüchtlinge und Asyl“ ist sie noch bis Ende April in der Nikolaikirche zu besichtigen. Anmeldungen in der Arche, Telefon 03423 604033, E-Mail kiju-arche@gmx.de.

Von Heike Liesaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
Eilenburg in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 46,85km²

Einwohner: 15.452 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04838

Ortsvorwahlen: 03423

Stadtverwaltung: Marktplatz 1, 04838 Eilenburg

Ein Spaziergang durch die Region Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
21.11.2017 - 11:59 Uhr

Wenn es draußen kälter und dunkler wird, beginnt die Hallensaison. Wir bieten eine Übersicht über Turniere in und um Leipzig und sind dankbar für Hinweise.

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr