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Neue Ausstellung in der Eilenburger Nikolaikirche informiert über Flüchtlinge

Schüler-Besuch Neue Ausstellung in der Eilenburger Nikolaikirche informiert über Flüchtlinge

Wie ist das mit den Flüchtlingen? Kinder aus der Schule Am Bürgergarten ließen sich das von Arche-Leiterin Yvonne Henselin erklären. Sie erzählte ihnen von Erfahrungen mit den Menschen, die bisher nach Eilenburg kamen. Außerdem ist derzeit die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ in der Nikolaikirche zu sehen.

Mädchen und Jungen aus der Schule Am Bürgergarten sehen sich die Ausstellung „Flucht, Flüchtlinge und Asyl“ in der Nikolaikirche an

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Wie ist das mit den Flüchtlingen? Yvonne Henselin kann darüber einiges sagen. Sie ist nicht nur Leiterin der Eilenburger Kinder- und Jugend-Arche, sondern arbeitet auch ehrenamtlich bei den Flüchtlingspaten. Weil sich die Schüler der 7. Klasse aus der Schule Am Bürgergarten mit dem Thema beschäftigen, hatten sie sich in der Arche angesagt.

Ein Stuhlkreis war zusammengerückt, Tee ausgeschenkt. Ein Platz blieb jedoch frei. Er war für ein Mädchen aus Afghanistan im Alter der Besucher vorgesehen. Yvonne Henselin konnte sich vorstellen, warum der Platz leer blieb: „Sie hat viel zu tun, wird ständig gerufen, um zu übersetzen. Sie hilft uns bei den Paten. Es gibt noch wenige, die bei Übersetzungen helfen können.“ Zumal allein in Afghanistan mehrere Sprachen gesprochen werden.

Verständigung großes Problem

So war sie schon mitten im Thema. „Das Mädchen hat es inzwischen geschafft, aus einer der DaZ-Klassen, in denen die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien Deutsch als Zweitsprache lernen, in eine normale Klassen zu wechseln. Bei all dem müsste sie sicher auch für sich selbst viel sortieren“, schätzte die Arche-Leiterin ein. Das Mädchen sei mit einem Boot übers Mittelmeer gekommen und durch Europa gelaufen. „Sie hat mir davon erzählt, dass sie immer versucht haben, in der Gruppe zu bleiben“, berichtet Yvonne Henselin.

Was würde wohl am meisten Probleme bereiten? Die Sprache zum Beispiel. „Ich würde einfach den Google-Übersetzer nehmen“, stellte ein Junge fest. Funktioniert leider nicht immer. Alle haben zwar Smartphones, aber das Geld reiche nicht für den nötigen Datenvertrag, so Henselin. „So wird möglichst überall ein öffentliches WLAN gesucht.“ Aber eine der Schülerinnen wusste auch: „Ich habe selbst schon Englisch mit dem Übersetzerprogramm übersetzt, das funktioniert nicht immer gut.“

Eilenburger Schüler fragen

Die Schüler hatten einige Fragen parat: „Wie ist das in anderen Ländern mit der Schule?“ Die junge Afghanin sei gemeinsam mit ihren Brüdern zu Hause unterrichtet worden, erklärte Henselin. Weil sie Christen sind, konnten sie in der Heimat keine andere Schule besuchen.“

„Bei uns am Nordring sollen auch Familien einziehen“, erzählte später ein Mädchen. „Das sollte schon eher sein, aber die Kühlschränke müssen wieder ausgetauscht werden.“ Sie wisse nicht, wie es sich in diesem Fall verhält, sagte Yvonne Henselin dazu. „Ich habe aber schon erlebt, dass sich in einer Wohnung, in die eine fünfköpfige Familie einziehen sollte, ein so kleiner Kühlschrank befand, wie er in Hotelzimmern für Getränke steht. Zur Ausstattung der Wohnungen gehört auch eine Grundausstattung an Geschirr. Es gibt natürlich für jeden einen Teller, Tasse, einmal Besteck. Und für alle einen Topf.“ Die Größe, die sie mit ihren Händen zeigt, macht klar, dass damit eine fünfköpfige Familie schwer zu bekochen ist.

Ausstellung in der Nikolaikirche

Mit Fluchtgründen, dem Schicksal der Geflüchteten und mit Asylrechten setzten sich die Schüler dann auch in der Ausstellung in der Nikolaikirche auseinander. „Es geht auch darum, Ängste abzubauen“, erzählte die Lehrerin Caren Hickmann. Die Ausstellung „Flucht, Flüchtlinge und Asyl“ ist sie noch bis Ende April in der Nikolaikirche zu besichtigen. Anmeldungen in der Arche, Telefon 03423 604033, E-Mail kiju-arche@gmx.de.

Von Heike Liesaus

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