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Neue Heinzelberge-Pächterin in Eilenburg greift nach den Sternen

Burgberg-Pension Neue Heinzelberge-Pächterin in Eilenburg greift nach den Sternen

Sabine Heilmann hat die Pension Heinzelberge auf dem Burgberg gepachtet, zu der das alte Gefängnis in den vergangenen Monaten umgebaut worden ist. Die 61-jährige, erfahrene Hotelfachfrau will das Quartier auf Vier-Sterne-Niveau bringen.

Das ehemalige Gefängnis auf dem Burgberg in Eilenburg ist in den vergangenen Monaten zur Pension „Heinzelberge“ geworden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Sie schwärmt vom Blick über die Stadt, der sich aus den Fenstern bietet, und wie sich zeitgemäße Elemente mit der alten Bausubstanz verbinden. Sabine Heilmann heißt die Pächterin der Pension „Heinzelberge“ auf dem Burgberg in Eilenburg, zu der das alte Gefängnis umgebaut worden ist. Die 61-jährige, erfahrene Hotelfachfrau aus Wasewitz kann sich über die Einbau-Möbel, mit denen die Bäder individuell ausgestattet sind, ebenso freuen wie über die schilfgrünen Fliesen, über die urigen Balken.

Die solide Ausstattung der Herberge und die besondere Lage kommen ihren Ambitionen sehr entgegen: Natürlich bleibe eine Pension eine Pension, aber das, was auf dem Eilenburger Berg geboten wird, soll hochwertig sein, es soll Vier-Sterne-Niveau geboten werden. Denn dieses Segment gibt es bisher in Eilenburg nicht. Sabine Heilmann ist Mitglied im Deutschen Hotel und Gaststätten-Verband. Sie wird sich von ihm beurteilen lassen und ist sicher, dass sie die Zahl der Sterne erreichen kann.

60 Euro soll die Nacht im Doppelzimmer kosten. Neben dem Aspekt der Hochwertigkeit war der Stadt bei der Verpachtung auch die Präsenz der Heinzelmännchensage auf dem Burgberg wichtig. Sie spiegelt sich schließlich bereits in der Namensgebung wider. Sabine Heilmann hat sich extra noch einmal mit der Legende beschäftigt. Jedenfalls sollen die Heinzel in jedem Zimmer irgendwie präsent werden. „Es gibt ja heute auch Wandtattoos“, so die Überlegung. „Die Karte vom Radweg Eilenburger Schleife will ich gleich in der Rezeption an die Wand bekommen.“

Die geborene Altenburgerin stieg mit 18 Jahren in die Hotel-Branche ein. „Ich bin quasi in der Fünf-Sterne-Kategorie groß geworden“, erzählt sie. Zehn Jahre lang war sie nach der Wende auch Hoteldirektorin, damit kennt sie den Alltag einer 60-Stunden-Arbeitswoche. Mittlerweile ist sie seit zwei Jahren Geschäftsführerin eines Unternehmens in der Sozialbranche. Die „Heinzelberge“ wird sie, so wie die Ausschreibung schon nahe legte, nebenberuflich führen. Denn die Zahl der Zimmer reicht nicht, um darauf eine ganze Existenz zu gründen. „Aber ich empfange einfach gerne Gäste“, erklärt sie, warum sie dieses Projekt angeht. Die Herberge sei ein Stück Selbstverwirklichung. Unterstützung bekommt sie von ihrem Lebenspartner, dem Eilenburger Helmut Fahrner, den viele aus der Amateur-Band Gruppe 69 und als Heizungsbauer kennen. Mit zeitgemäßer Kommunikationstechnik wird möglich sein, dass rund um die Uhr jemand für potenzielle Herbergsgäste erreichbar ist. Der Wohnort des Paares, Wasewitz, liegt nur eine Viertelstunde Autofahrt entfernt.

Die Eröffnung sollte schon am 1. April sein. Jetzt gab es einen Rückschlag. Wegen eines Wasserrohrbruchs wurden Räume im Erdgeschoss durchnässt. Nun wird es der 1. Juni sein. „Ich hatte sogar schon Reservierungen, die ich absagen musste. Aber das lässt sich nun mal nicht ändern und ist zu verkraften. Bei solchen Häusern gibt es immer Verzögerungen“, nimmt es Sabine Heilmann gelassen. Auf alle Fälle soll die „Heinzelberge“ bei einem Tag der offenen Tür voraussichtlich im Juni allen Interessierten vorgestellt werden. Auch die Gestaltung des Umfelds, die im März startet, soll Ende Juni fertig sein.

Bereits 2008/09 hatte die Stadt das historische, stadtbildbestimmende Gebäude gesichert und für einen Ausbau vorbereitet. Es dauerte dann noch ein paar Jahre, bevor das Konzept stand und Fördermittel beschafft waren. Baustart war im Herbst 2014. Nun sind im Dachgeschoss vier relativ gleichwertige, komfortable Doppelzimmer sowie ein Einzelzimmer entstanden. Im Erdgeschoss gibt es ein behindertengerechtes Zimmer, den Frühstücksraum und das Büro des Burgvereins. Daran, dass in dem um 1700 herum errichteten Gebäude einmal Arrestanten hinter Gitter saßen, erinnert nichts mehr. Das alte Gefängnis war schon vor dem Leerstand bis zum Anfang der 1990er Jahre als Wohnung genutzt worden.

Von Heike Liesaus

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