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Eilenburg Neue Produktionshalle für Eilenburger Compound-Werk
Region Eilenburg Neue Produktionshalle für Eilenburger Compound-Werk
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12:58 14.09.2016
Schon wieder eine neue Produktionshalle: Hier soll in einigen Monaten der Betrieb aufgenommen werden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Auf dem Eilenburger Gewerbegebiet unter dem ECW-Wasserturm bauen nicht allein der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen an seiner neuen Zentrale und der Schkeuditzer Bosch Car Service an einer neuen Selbstbedienungs-Waschanlage. Auf dem Gelände des Granulatherstellers Polyplast Compound Werks (PCW) ist gerade das Stahlgerüst für eine neue Halle montiert. Sie soll für technische Compounds genutzt werden. Dahinter ist bereits der Bau eines weiteren Gebäudes gestartet. Dort soll Schwarz-Masterbatch, ein Farbkonzentrat in Granulatform, produziert werden. Das Gebäude soll im Februar stehen, die 12 000-Tonnen-Anlage in einem Jahr in Betrieb gehen. Die Geschäftsführer Matthias Hildenbrand und Daniel Müller konnten dem Vorstand der CDU-Landtagsfraktion, der sich dieser Tage zum Vor-Ort-Termin angemeldet hatte, einen Betrieb auf Expansionskurs vorstellen, wollten aber auch Probleme nicht verschweigen.

4000 Rezepturen

2006 mit 63 Mitarbeitern und einer Jahresproduktion von 10000 Tonnen gestartet, zählt PCW heute 140 Mitarbeiter und 30000 Tonnen jährliche Granulatproduktion. Als mittelfristiges Ziel peilt das Unternehmen 70 000 Tonnen jährlich an. Die neue Halle hat Platz für drei Anlagen, die in den kommenden Jahren folgen sollen. „Das hier ist aber nicht allein ein klassischer Produktionsstandort, sondern er zeichnet sich besonders durch technische Beratung aus“, betonte Hildenbrand. Mittlerweile stehen 4000 Rezepturen zur Verfügung. Dabei kommt es selbst bei scheinbar alltäglichen Dingen aufs Knowhow an. Zum Beispiel beim Material, aus dem Duschschläuche hergestellt werden: Die müssen zum einen so fest sein, dass sie das Gewicht eines fallenden Menschen aushalten würden. Andererseits sollen sie möglichst keimabweisend sein. So sind die kleinen Körnchen, denen die jeweiligen Kunden erst ihre Form geben, bereits hoch entwickelte Produkte, die allerdings für einen Massenmarkt preiswert angeboten werden müssen.

In den Tanks werden die Rohstoffe zur Granulatherstellung gelagert. Quelle: Heike Liesaus

Von Bremspedal bis Wärmflasche

Bremspedale, Rasenmäherräder, Massagebälle, Wärmflaschen, Kabelabdeckungen, Fensterprofile, Schläuche in medizinischen Geräten – überall können Eilenburger Granulate verarbeitet sein. „Bei Kilopreisen entscheidet der halbe Cent“, so die Geschäftsführer. „Die Löhne sind dabei nicht das Hauptthema, sondern die regulatorischen Bedingungen, die die Kosten erhöhen.“ Die Herstellung der Granulate ist energieintensiv. PCW bekommt auch die Entlastung, die diesen Betrieben im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingeräumt wird. Doch am EEG werde permanent herumgebastelt. Und der Aufwand, der betrieben werden muss, um von diesen Entlastungen zu partizipieren, sei immens, stellte Hildenbrand fest. Kosten, die konkurrierende Unternehmen in anderen Ländern nicht haben. Trotzdem stellen sich die Eilenburger, die zur 1981 Polyplast-Müller-Gruppe gehören, dem internationalen Wettbewerb, haben das Ziel, mit über zehn Prozent jährlich im europäischen Markt zu wachsen.

Altlasten-Freistellung

Die Finanzierung der Beseitigung von Altlasten wurde als weitere Hürde angesprochen: „Wir haben die Absicht weitere Grundstücke nebenan kaufen“, so Hildebrandt. Das Gelände gehört der Stadt, die jedoch nicht für die Altlasten-Freistellung sorgen könne. Doch mit diesen ist auf dem ehemaligen Chemiewerks-Areal zu rechnen, verdeutlichte Matthias Hildenbrand. „Wir wollen ja keine Vorteile für unser Unternehmen, sondern Nachteile vermeiden.“

Von Heike Liesaus

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