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Neuer Platz für alte Apfelsorten in der Groitzscher Aue

Neuer Platz für alte Apfelsorten in der Groitzscher Aue

Das Gemeinschaftsprojekt ist schon einige Zeit im Gespräch. Am Samstag ist auf dem Weg zu einer Streuobstwiese in der Eilenburger Kleingartenanlage "Groitzscher Aue" ein gutes Stück zurückgelegt worden.

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Fleißige Helfer im Einsatz: Marco Sombrowski, Dietmar Thiele, Kurt Wildner und Heike Kitzing (von links) pflanzen Obst-Gehölze.

Quelle: Thomas Jentzsch

Eilenburg. Das Ziel: Leer stehende Gärten vor Verwilderung schützen, die Natur mit geringem Aufwand aufwerten. Dafür wurden auf einer zusammenhängenden Fläche von neun ehemaligen Kleingärten zu den 15 bereits vorhandenen Obstbäumen noch 22 neue gepflanzt. Und genau so viele Helfer nahmen daran teil.

Der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen (LPV) mit Sitz in Eilenburg hat die Maßnahme mit verschiedenen Partnern geplant und Fördermittel beantragt. Finanzielle Unterstützung kommt vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER). Mit im Boot ist der Kleingartenverein Groitzscher Aue und der Imkerverein Eilenburg und Umgebung.

"Die Pflanzlöcher wurden schon im Vorfeld ausgehoben. Das Bauunternehmen Frank Heller unterstützte diese Arbeit und stellte uns einen Kleinbagger zur Verfügung", erzählt Marco Sombrowski vom LPV. Die Aktion kommt an. "Ich begrüße, dass auf den leeren Parzellen neue Bäume wachsen. Streuobstwiesen passen gut in dieses Areal. Es ist doch viel besser, etwas daraus zu machen, als diese Gärten verwildern zu lassen", sagt Edgar Rößler. Er hat seit sechs Jahren seinen Garten hier und ist Mitglied im Verein. "Wenn ich gebraucht werde, helfe ich auch bei der Pflege dieser Anlage."

Die Arbeiten auf der Streuobstwiese werden in den nächsten Jahren fortgesetzt. Einige Zäune und ehemalige Laubenfundamente sollen noch entfernt werden, ergänzt Sombrowski. Der LPV möchte mit dem Projekt einen Anreiz zur Pflanzung von Obsthochstämmen im Kleingarten und eine Auswahl von alten Obstsorten bieten. "Hochstämme haben einen höheren ökologischen Wert, verbessern das Kleinklima und spenden im Sommer Schatten. Alte Obstsorten werden oft als geschmacklich besser bewertet", so der LPV-Experte.

Altländer Pfannkuchenapfel, Amanlis Butterbirne, Hedelfinger Riesenkirsche und die wohl älteste deutsche Apfelsorte Edelborsdorfer wurden beispielsweise gepflanzt. Die Verpachtung der Bäume ist noch im Gespräch. Interessierte können sich im Gartenverein melden.

Auf der Streuobstwiesen sollen außerdem einige Bienenvölker ein Zuhause finden. "Dazu gibt es erste Gespräche mit dem Imkerverein", so der Projektbetreuer. Auch Kleintierhalter könnten die Fläche beweiden. Für die Zukunft sind, zusammen mit dem LPV, Baumschnittseminare geplant. "Das erste Erntefest mit vereinseigenem Saft und Honig wird nicht mehr lange auf sich warten lassen", blickt Sombrowski optimistisch voraus.

Der LPV betont: Streuobstwiesen seien die traditionelle Form des Obstbaues, bei der starkwüchsige, hochstämmige und großkronige Obstbäume auf weitem Abstand zueinander stehen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts spielte der Streuobstbau eine bedeutende landschaftsprägende und ökologische Rolle. Heute gehören Streuobstwiesen zu den gefährdeten Biotopen. Für Insekten, Amphibien, Reptilien sowie viele Vogelarten und Säugetiere sind sie ein wichtiger Lebensraum.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2013
Karin Rieck, Thomas Jentzsch

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