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Eilenburg Neues Gesetz erfordert von Eilenburger Lebenshilfe neue Denkweisen
Region Eilenburg Neues Gesetz erfordert von Eilenburger Lebenshilfe neue Denkweisen
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00:47 27.04.2018
Simone Langhof ist Geschäftsführerin der Eilenburger Lebenshilfe. Quelle: privat
Eilenburg

185 Mitglieder zählt der Eilenburger Regionalverein Lebenshilfe, der sich vor einigen Tagen zur Mitgliederversammlung traf. Geschäftsführerin Simone Langhof (51) informiert im Gespräch mit der LVZ über Aktuelles aus dem Verein und zu den Herausforderungen im Rahmen der Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes.

Was gibt es Neues?

Zwei Mal im Jahr treffen sich alle zur Mitgliederversammlung. Diesmal stand eine Rückschau auf das vergangene Jahr an. Für uns war das neben den ganz normalen Tagesaufgaben die Vorbereitung auf die Umsetzung und Einführung des neuen Bundesbetreuungsgesetzes. Das stellt uns vor ganz neue Sicht- und Denkweisen. Wir haben ganz viele Aktionen unternommen, Mitarbeiter geschult, und schließlich die Phasen abgesteckt, was wir wie bis wann erledigt haben wollen.

Könnten Sie konkreter werden?

Für uns heißt das zum Beispiel, dass wir uns als Träger ganz neu aufstellen müssen. Es gibt einen Paradigmenwechsel. Aus den Betreuten werden Kunden, werden beispielsweise im Wohnheim auch Mieter. Diese Sichtweisen in den Köpfen unserer Mitarbeiter bewusst zu verankern, aber ebenso den Betreuten und den Betreuern bewusst zu machen, das ist eine Herausforderung wie auch eine neue Chance, für beide Seiten. Dabei sollte man sich mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen. Und es ist ein Prozess, der auch sicher manche Hürde haben wird.

Wie darf man das als Außenstehender sehen?

Ich möchte das an einem Beispiel aufzeigen. Ein behinderter Mensch lebt bei uns im Wohnheim. Er besitzt einen Betreuer. Dieser schließt mit uns als Lebenshilfe einen Vertrag als Mieter und bucht bei uns entsprechend unserer Angebote Leistungen, wie die Essensversorgung und andere hauswirtschaftliche Dienstleistungen. All das, was er vertraglich gebucht hat, das müssen wir leisten und können wir abrechnen. Daran sieht man, dass mit dem neuen Gesetz auch der Betreuer noch stärker in die Pflicht genommen wird und ebenso seine Verantwortung wächst und vor allem Umsicht gepaart mit Weitsicht von ihm verlangt wird.

Und was bedeutet das für Sie als Lebenshilfe?

Wir haben versucht, uns darauf schon vor längerer Zeit einzustellen. Vor rund drei Jahren haben wir unsere Struktur verändert und in Fachbereiche gegliedert. Entsprechend der einzelnen Bereiche bieten wir dann verschiedene Angebote an. Unsere Herausforderung besteht hier darin, insbesondere solche Angebote zu unterbreiten, die stets gut gebucht sind. Herausforderung ist dabei, auf Qualität zu setzen und sich dabei nicht zu verzetteln.

Birgt das nicht auch die Gefahr, dass Menschliches auf der Strecke bleibt?

Ich denke nicht, denn unsere Mitarbeiter üben ihren Beruf mit Herzblut und ganz viel Engagement aus. Außerdem ist genau das auch eine der Herausforderungen.

Es gibt sicher noch viele andere Menschen, für die das neue Gesetz bei der Meisterung des Alltags hilft. Können diese auch von Ihnen Unterstützung erwarten?

Wir wissen, dass viele Behinderte gar nicht wissen, welche Hilfen Ihnen der Gesetzgeber alles ermöglicht. Deshalb haben wir als Lebenshilfe mit weiteren Partnern die Initiative ergriffen und einen Stammtisch initiiert, wo Betroffene Unterstützung erhalten oder ganz einfach in zwangloser Runde sich Rat suchen können. Wichtig ist uns dabei, die Angehörigen einzubeziehen.

Gibt es schon einen Termin für den ersten Stammtisch?

Am 21. Juni soll er um 16 Uhr zum ersten Mal stattfinden. Wir treffen uns bei uns in der Bahnhofsstraße 25. Jeder Betroffene oder Interessent kann zu uns kommen.

Was gibt es bei der Lebenshilfe noch für markante Ereignisse in diesem Jahr?

Mit unseren Mitgliedern planen wir eine große Vereinsausfahrt zur Goitzsche. Für den 25. August laden wir zum Sommerfest mit viel Live-Musik und einem bunten Programm ein. Und eine Eilenburger Delegation wird nach Marburg zum 60-jährigen Jubiläum des Bundesverbandes der Lebenshilfe fahren. Und natürlich gibt es wieder unsere traditionelle Weihnachtsfeier in der Schloßaue Eilenburg.

Von Bärbel Scjhumann

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