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Neues Leben im Eilenburger Hochhaus

DDR-Bau Neues Leben im Eilenburger Hochhaus

Das Eilenburger Hochhaus, ein Experimentalbau aus DDR-Zeiten, ist ein Wahrzeichen der Muldestadt. Dass es nicht abgerissen wurden, sondern hier jetzt 150 Wohnungen sowie drei Wohngruppen für Demenzkranke gibt, ist der Amalie Weißenfelser GmbH und der Überzeugungskunst des Ex-Stadtchefs zu verdanken.

Blick auf das Hochhaus in Eilenburg.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Das ging schnell. Im Februar 2015 erwarb die Amalie Weißenfelser GmbH das Eilenburger Hochhaus. Im August 2015 begann sie mit der Sanierung. Nicht mal zwei Jahre später wird diese nun bereits abgeschlossen. Rund 6,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in den Elfgeschosser gesteckt, der als DDR-Experimentalbau kurz vor dem Abriss stand. „Der damalige Oberbürgermeister hat uns das Haus regelrecht aufgeschwatzt“, kann sich Amalie-Objektmanagerin Birte Spitzke erinnern. „Zum Glück“, findet sie heute. Denn noch vor dem Ende der Sanierung waren die 150 Wohnungen und die drei Wohngruppen mit je acht Zimmern für Demenzkranke zu 100 Prozent vermietet.

Einzug von Langohren

Übrigens, eingezogen sind in das Amalie-Haus vor Jahresfrist auch zwei Langohren. Inzwischen sind es mit Nachwuchs zehn. „Wir haben ja auch viele Leute, die zu Hause immer Tiere hatten. Die genießen das“, weiß Birte Spitzke.

Das trifft auch auf die 84-jährige Ursula Bannach zu. Sie zog im Dezember aus Liemehna in das große Haus und gehört zu denen, die sich gerne um die Langohren kümmern. Mit: „Mir geht es hier gut“, ist für sie alles gesagt.

Neue Fassade, neuer Inhalt

Ihr neues Zuhause in der Torgauer Straße hat nicht nur eine moderne farbenfrohe Fassade bekommen, es wurden auch viele Grundrisse geändert. Die beiden Häuser mit der Nummer 20 und 22 haben je einen Aufzug behalten, sind aber im Gegensatz zu früher auf zehn Etagen miteinander verbunden. In der Nr. 20 haben sie ihren gemeinsamen großzügigen zentralen Zugangsbereich, Concierge genannt. Als Concierge wurde in Frankreich ursprünglich der Torhüter oder Pförtner einer Burg bezeichnet. Im Eilenburger Hochhaus passt hier, beginnend mit dem 1. Juli, von 6 bis 22 Uhr zwar künftig auch immer jemand auf, dass kein unerwünschter Besuch einfach so ins Haus spaziert, doch natürlich findet sich hier vor allem für alle auch ein erster Ansprechpartner.

Rundum-Sorglos-Paket

Dies gehört zu dem Rundum-Sorglos-Paket im Hochhaus. „Wir sprechen daher auch weniger von Miete, sondern eher von einer Wohnpauschale“, so Spitzke. Zehn Euro je Quadratmeter werden bei den 39 bis 90 Quadratmeter großen Wohnungen, von denen die allermeisten einen Balkon haben, verlangt. Damit sind neben Strom und Kabel-Fernsehen, Hausmeisterservice, zu dem auch mal das Bild aufhängen gehört, abgegolten. Zudem gibt es dafür in der Begegnungsstätte täglich zwei Veranstaltungen von Bingo über Sitzgymnastik bis hin zum Gedächtnistraining. Die Einkaufsfahrt am Dienstag zum Wochenmarkt in der Stadt können die Hochhäusler aber ebenso nutzen wie derzeit gerade die Fahrt aufs Erdbeerfeld. Alle dürfen, keiner muss, lautet die Devise. Ein ebenfalls in der Pauschale enthaltenes Notrufsystem sichert aber ab.

Wird der Notruf gedrückt, dann kommt der Allgemeine Leipziger Pflegedienst als Partner ins Spiel. Denn von den bereits 35 Mitarbeitern, die im Hochhaus selbst, aber auch im Umfeld ambulant betreuen, ist immer einer vor Ort. Auch mit höchstem Pflegegrad im Hochhaus zu bleiben, ist so möglich.

Doch wenn es mal nur zwickt und kneift: Eine allgemeinmedizinische Arztpraxis, medizinische Fußpflege, Logopädie, Physiotherapie oder Ergotherapie – für all dies müssen die Hochhäusler nicht mal die Jacke drüberziehen, sondern nur ins Erdgeschoss – in ihrem neuen modernen Zuhause, im Hochhaus von Eilenburg.

Von Ilka Fischer

eilenburg Hochhausstraße 51.4691352 12.6669586
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Landkreis: Nordsachsen

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